Am 06.April 2005 trafen sich etwa 250 Menschen, um der Ermordung von Jorge zu gedenken. Nach einer Andacht in der Kreuzkirche zogen die DemonstrantInnen vom Altmarkt, vorbei am Goldenen Reiter zum Albertplatz. Am Gedenkstein gab es noch einige Reden u.a. von der RAA Opferberatung Dresden. Auch unser Verein beteiligte sich, mit eigenem Transparent, an der Veranstaltung. Ein wichtiger Schritt im „Kampf“ gegen rechtes Gedankengut, ist der Aufbau alternativer Zentren, um ein Klima zu schaffen, in dem mensch sich wohl fühlen.
Am Wochenende des 13.02. fand im Zentrum der jüdischen Gemeinde Dresden ein internationales Kolloquim statt. Eingeladen waren Überlebende des Holocaust. Unter ihnen auch ZwangsarbeiterInnen, für die die Bombardierung Dresdens die Befreiung bedeudete. Mitglieder unseres Vereins nahmen an der Veranstaltung teil und konnten erleben, welche Gefühle ZeitzeugInnen haben, wenn 7000 Neonazis durch Dresden marschieren. Wir danken dem Kulturbüro Sachsen für die Einladung!
Der Versuch rassistische, antisemitische und nationalistische Inhalte mit Musik zu verpacken, damit mehr Einfluss auf junge Menschen auszuüben, ist nicht neu. Das im Sommer 2004 bekannt gewordene "Projekt Schulhof" spricht jedoch für eine neue Qualität in Strategie und Anspruch, vor allem aber hinsichtlich ihrer organisatorischen und finanziellen Ressourcen der extremen Rechten. Darüber kann auch das Ausweichen auf die Verbreitung über das Internet nicht hinwegtäuschen, das eine Reaktion auf den Beschlagnahmebeschluss des Amtsgerichts Halle ist.
Weiterlesen: Mehr als nur Musik - Zur Entstehung und Strategie rechter Jugendkultur
Rechte Jugendkultur steht in scheinbarer Rebellion gegen Staat und Gesellschaft - genau das macht das "Rechts sein" für viele Jugendliche erst attraktiv. Die Konzepte neofaschistischer Strategen setzen auf eine Profilierung als "nationale Jugend-Opposition". Dabei werden auch optische und verbale Merkmale linker und alternativer Identitäten aufgegriffen und auf eigene politische Ziele übertragen. Indizierte Alben, verbotene Zeitschriften und Symbole üben für so manchen einen besonderen Reiz aus und lassen den vermeintlichen Tabubruch als Protest erscheinen. Im Kern jedoch ist das Agieren der Jungnazis nur die Weiterführung eines gesellschaftlichen Konsenses.
Jugendliche rücken immer mehr in den Fokus der organisierten Neonazis. Ihr zunehmender Einfluss auf die anfangs unpolitische Skinheadbewegung schaffte eine teils rechte Jugendkultur, über die sich junge Menschen einfach rekrutieren ließen und lassen. Bis in die neunziger Jahre hinein orientierten sich viele Neonazi-Organisationen kulturell eher an der völkischen und bündischen Jugend der dreißiger Jahre, als an zeitgemäßen Erscheinungen der populären Musik oder ihren subkulturell geprägten Gegenbewegungen. Dieses sorgte bei Jugendlichen ohne neonazistische Einstellungen häufig von vornherein für eine Ablehnung. Doch mit dem Aufkommen einer inzwischen Subkulturübergreifenden rechten Jugendszene, die in Folge der rasanten Rechtsentwicklung in Gesellschaft wie Politik entstand und sich zunächst am Lifestyle der Skinheads orientierte, änderte sich dies nachhaltig.
Öffnungszeiten Kulturkiste K2
jeden Donnerstag 14-17 Uhr
und nach Absprache