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Bildungsarbeit

  • Zur 11. "Rote Bergsteiger - Wanderung" fanden sich in Ostrov (Tschechien) ca. 65 Teilnehmende ein, um mehr über den grenzübergreifenden Widerstand von Bergsteiger*innen und Naturfreund*innen in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz zur Zeit des Nationalsozialismus zu erfahren. Zum diesjährigen Seminar standen Widerstandshandlungen im Gebiet in und um Tisa und den Hohen Schneeberg im Mittelpunkt.Zur 11. "Rote Bergsteiger - Wanderung" fanden sich in Ostrov (Tschechien) ca. 65 Teilnehmende ein, um mehr über den grenzübergreifenden Widerstand von Bergsteiger*innen und Naturfreund*innen in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz zur Zeit des Nationalsozialismus zu erfahren. Zum diesjährigen Seminar standen Widerstandshandlungen im Gebiet in und um Tisá und den Hohen Schneeberg im Mittelpunkt.

    Besonders das Volkshaus in Tisá war für die Widerstandsbewegung ein sehr bedeutender Ort. Im Volkshaus fanden durch Nationalsozialisten verfolgte Emigraten Unterschlupf, Waffen und Literatur wurden dort versteckt. Betrieben wurde es von der Pirnaerin Elisabeth Morche (geb. Mildner), auch deren sechs Söhne waren im antifaschistischen Widerstand. Bereits am 3. März 1933 fand deshalb in ihrer Wohnung in Pirna eine Hausdurchsuchung statt. Wegen des gefundenen Materials (zwei Transparente „Durch Massenkämpfe zur Entscheidung“) wurden Fritz, Oskar und Herbert Morche in den Frühen Konzentrationslagern Hohnstein und Königstein/Halbestadt inhaftiert. Später wurden sie aus Deutschland ausgewiesen und gingen in die ČSR.  Am 15. März 1934 folgte Elisabeth Morche und pachtete das Volkshaus in Tisá, welches zum Treffpunkt und Zufluchtsort verfolgter Antifaschist*innen wurde. Sie war Mitglied der KPC und wurde „Mutter der Emigranten“ genannt. Die Familie Morche gehörte zur Gruppe um Walter „Florian“ Richter, der mit anderen Antifaschisten in Altenberg ermordet wurde.

  • Wanderung auf den Spuren der Roten Bergsteiger*innen 2017Vom 19.05. bis 21.05.2017 werden wir auf den Spuren der Roten Bergsteiger*innen rund um Altenberg wandern. Zu entdecken gibt es rund um Altenberg vieles: der Gedenkstein an der Schneise 31, der an den Überfall auf Walter Richter, Arthur Thiermann, Max Niklas und Johannes Müller erinnert. Nur Johannes Müller überlebte diesen Überfall. Oder der Ort eines der Frühen Konzentrationslager und späteren Sportheim der Kriegsschule Dresden, dem ehemaligen Amtsgericht in Altenberg.

    Eva Mendl, Vorsitzende des Mauthausen-Komitee-Ost e.V., wird uns das Wochenende begleiten. Im Jahr 2010 hatte sie durch einen Zufall Briefe ihres Vaters Johannes Müller gefunden, die er – nach seiner Verhaftung 1940 aus Gefängnissen, Zuchthäusern und dem KZ Mauthausen an seine Mutter und seinen Bruder geschrieben hat. Durch diese Briefe lernte sie ihren Vater neu kennen. Eva schreibt dazu: „Die wichtigste Bezugsperson für meine politische Bildung war mein Vater. Er bekämpfte als KPD-Mitglied ab 1933 illegal den Faschismus in Deutschland, wurde deshalb 1940 von der Gestapo verhaftet und gefoltert, 1941 wegen Hochverrat zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt und 1943 mit dem Vermerk „Rückkehr unerwünscht“ ins Konzentrationslager Mauthausen verschleppt.“

  • Der Pokal zum KickerturnierIm Herbst 2001 entstand unter Jugendlichen aus Pirna und der Umgebung die Idee, einen eigenen Verein zu Gründen. Sie wollten einen Schutzraum bieten, denn ihre Jugend war geprägt von den Übergriffen der Neonazi-Organisation „Skinheads Sächsische Schweiz“. Sie setzten diese Idee in die Tat um...

    Und so gibt es uns nun schon seit 15 Jahren. Mit Diskriminierungsfreiheit und Kreativität gestalten wir seither Räume und bringen uns in den politischen Dialog von Stadt, Landkreis und auch darüber hinaus ein. „Ich habe großen Respekt vor dem Engagement der AKuBiZ-Aktiven und wünsche ihnen weiterhin Kreativität und Kraft zum Durchhalten. Den Verantwortlichen in der Stadt und im Landkreis gratuliere ich zu diesem Verein und zu diesen Menschen, die Demokratie gestalten.“ erklärte Prof. Ullrich Gintzel.

    Im Fokus unserer Arbeit steht seit vielen Jahren die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus. Im Besonderen liegt der Blick auf der Region und so entstand eine Flyerserie zu den ehemaligen Konzentrationslagern im Landkreis.

  • Aufruf Hohnstein WebbildIhr wollt diesen Aufruf mitunterzeichnen? Schickt uns eine Mail!

    Im Zentrum der romantischen Kleinstadt Hohnstein steht eine Burganlage, die mehr als 100 Meter auf Sandstein gebaut über dem Polenztal weithin zu sehen ist. Sie liegt in der Sächsischen Schweiz, einem fantastischen Klettergebiet mit hunderten Sandsteingipfeln. Die Burg ist seit fast 700 Jahren Wahrzeichen der Stadt - die Stadtgeschichte ist ohne die Burggeschichte nicht denkbar. Als Verwaltungssitz, "Männerkorrektionsanstalt", Jugendherberge und Sitz der Hohnsteiner Kasper-Puppenbühne besitzt sie eine wechselvolle Geschichte mit überregionaler Bedeutung. 

    Die Burg in Hohnstein zählte unter der Leitung von Konrad Hahnewald zwischen 1924 und 1933 zu einer der größten und schönsten Jugendherbergen Deutschlands. Zugleich wurde sie in dieser Zeit als Jugendburg ein Zentrum der demokratischen Jugendbegegnung und ein Ort des internationalen Austauschs. Die Gäste stammten zum Beispiel aus Indien, Japan und Kanada. Die Burg ist damit ein wichtiger Baustein der demokratischen Geschichte Sachsens mit einer deutlich über seine Grenzen hinausgehenden Bedeutung.

  • Ausstellung Ressourcengerechtigkeit in der K2 KulturkisteVom 13.10.-08.11.2017 zeigen wir die Ausstellung Ressourcengerechtigkeit des Vereines INKOTA e.V. in der K2 - Kulturkiste.

    Wer Rohstoffe abbaut, trägt auch eine Mitverantwortung, unter welchen Umständen diese Rohstoffe gewonnen werden. Doch dies ist leider noch kein Konsens.

    Im Wettlauf um die verbleibenden Ressourcen müsste eine zukunftsfähige Rohstoffpolitik nicht nur dafür sorgen, dass die Rechte von Mensch und Natur beim Abbau von Rohstoffen respektiert werden, sondern auch, dass der Zugang zu verschiedenen Rohstoffen und deren Verteilung gerecht gestaltet sind. Im Mittelpunkt der aktuellen deutschen Rohstoffpolitik steht jedoch Versorgungssicherheit. Die Verankerung menschenrechtlicher und ökologischer Standards kommt bestenfalls träge voran.

    Eine wache Zivilgesellschaft, die sich der planetarischen Grenzen bewusst ist und eine sozial und ökologisch gerechte Ressourcenpolitik einfordert, kann dies ändern.

  • wege 140pxSeit fast zehn Jahren führen wir nun Wanderseminare in der Sächsischen Schweiz und im Osterzgebirge durch. Meist sind es zehn Tage oder mehr pro Jahr, an denen wir Gruppen begleiten, die sich mit den Besonderheiten des Widerstands im Nationalsozialismus in unserer Region beschäftigen wollen. Die Größe der Gruppen variiert dabei zwischen 10 und 60 Personen. Sie kommen von Motorrad-Clubs, Fussballvereinen, aus Schulen und Jugendtreffs oder sind Pfadfinder*innen. Viele engagieren sich bereits politisch, andere werden es vielleicht demnächst tun. Die Anfrage auf unser Angebot wächst und ist von ganz unterschiedlichen Personen gefragt.

    Was ist aber wenn die Teilnehmenden ein gewisses Maß oder ein besonderes Bedürfnis an Barrierefreiheit benötigen? Wir wollen uns mehr mit dem Thema beschäftigen und Lösungen finden, wie auch inklusive Veranstaltungen möglich sein können. Ein weiterer Fokus soll dabei auch auf der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen liegen. Welche Methoden sollten angewandt werden, um ein erfolgreiches Wanderseminar durchzuführen? Welche Materialien sind anwendbar und in welcher Form müssen Informationen aufbereitet werden?

    Wer Interesse, Hinweise, Ideen oder Empfehlungen hat, den bitten wir sich bei uns per Mail zu melden. Im Herbst werden wir dann ein umfassende Sammlung vorstellen und beginnen inklusive Veranstaltungen für Seminare zur NS-Geschichte im Landkreis durchzuführen.

  • Bildungsfahrt Belgrad im September 2020Wir freuen uns jetzt schon auf unsere Bildungsfahrt im September 2020 hinweisen zu können. Gemeinsam mit Praxis Reisen werden wir in Belgrad unterkommen und freuen freuen uns jetzt schon auf ein spannendes Programm. Mehr Informationen findet ihr in folgendem Text und in der Veranstaltungsankündigung.

    Kontinuitäten und Brüche der jugoslawischen Linken

    Jugoslawien gehört heute der Geschichte an. Das Land, das sich im Zweiten Weltkrieg durch die jugoslawischen Partisan*innen selbst befreite, schlug in Zeiten des Kalten Krieges den »Dritten Weg« ein. Damit hatte es ein eigenes Sozialismusmodell entwickelt, welches sich von der Sowjetunion abgrenzte. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks kam es zu blutigen Auseinandersetzungen. Infolgedessen zerfiel Jugoslawien. Heute ist die Bevölkerung in den Nachfolgeländern von Privatisierungswellen, hoher Arbeitslosigkeit und Armut betroffen.

    Auf der Reise wollen wir uns mit der Geschichte und Gegenwart (Ex)Jugoslawiens befassen. Wie wird an den Zweiten Weltkrieg erinnert? Welche Erinnerungskämpfe werden geführt? Was war Ziel der 1968er-Bewegung in Jugoslawien? Und mit welchen Themen beschäftigen sich die soziale Bewegungen in der Region heute? Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen treffen wir Sozialwissenschaftler*innen, Historiker*innen und politischen Aktivist*innen. Wir besuchen Initiativen und Projekte und werden auf Rundgängen und Besichtigungen die Städte erkunden.

  • Blick in den Plenarsaal des EuropaparlamentsMelde dich an zur antifaschistischen Bildungsreise nach Saarbrücken

    Seit vielen Jahren organisieren wir Bildungsreisen zur Geschichte des Nationalsozialismus und Faschismus. Neben SpanienSlowenien oder Frankreich führten uns diese Reisen auch nach Italien. Letztes Jahr besuchten wir die Bodensee-Region. Eine Zusammenfassung der Fahrt findet ihr hier.

    Mit diesen Fahrten soll zum einen das Ziel verfolgt werden, Wissen zu erhalten und zu verfestigen, zum anderen soll auch die Vernetzung von Akteur*innen der politischen und historischen Bildungsarbeit befördert werden.

    Auf dieser Fahrt wird es mehrere Stationen mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten geben. Die Lage Saarbrückens im Dreiländereck Frankreich/Luxemburg/Deutschland bietet viele Möglichkeiten der politischen und historischen Bildung vom Beginn des letzten Jahrhunderts (Verdun) bis in die Gegenwart (Schengen). Das Saargebiet (später Saarland) selbst hattte im 20. Jahrhundert eine wechselvolle Geschichte.

    Teil der Fahrt ist ein Besuch des Europäischen Parlaments in Straßburg und der Besuch der Pirnaer Partnergemeinde, Longuyon.

  • Blick vom Hockstein auf die Burg HohnsteinWie dem Lokalteil Pirna der Sächsischen Zeitung der Wochenendausgabe vom 25. Februar zu entnehmen ist, endet das Insolvenzverfahren des Familienferien- und Häuserwerks der Naturfreunde Deutschlands um die Burg Hohnstein zum Jahresende 2017. Damit wäre ein Eigentumswechsel der Burg, wenn auch teilweise kompliziert durchführbar, möglich. Aus unserer Sicht kann die Burg nur durch die öffentliche Hand betrieben werden, wie es auch Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade, fordert. Nur diese hat die vollständige Kontrolle über die Zugänglichkeit, den aktuellen Zustand, Ausbau und Betrieb der Burg.

    Die Burg hat eine wechselvolle Geschichte erfahren. Unter anderem war sie „Männerkorrektionsanstalt“ und Jugendgefängnis. Ab 1926 war sie Jugendherberge, übrigens die größte im Deutschen Reich. Sie war aber auch Ort des Hohnsteiner Puppenspiels. Mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten wurde die Burg eines der ersten frühen Konzentrationslager im Deutschen Reich mit tausenden Gefangenen, die entmenschlicht und gequält wurden und zahlreiche Opfer zu verzeichnen hatten. Danach war sie Gefangenenlager für polnische und französische Offiziere und später Kriegsgefangenenlager für jugoslawische und sowjetische Kriegsgefangene. Mehrere der genannten Epochen sind nicht grundlegend erforscht bzw. aufgearbeitet.

  • 2. Teil (Neuerscheinung): Comic "(Nichts) Neues aus Sachsnitz"

    Nichts neues aus SachsnitzMaik, Nancy, Steve, Tom, Mandy, Thi Lan und Tarek sind sieben Freunde aus Sachsnitz, einer fiktiven sächsischen Kleinstadt. Die Jugendlichen gehören zu den Menschen, die sich der kleingeistig-braunen Engstirnigkeit aktiv entgegenstellen, welche ihre Heimatstadt im Würgegriff hat. Ihre Erlebnisse sind der sächsischen Realität entlehnt.

    Der Comic ist seit Ende 2016 erhältlich. Wenn ihr Interesse daran habt, schreibt uns bitte eine Mail.


    1. Teil: Comic "Jetzt re(i)chts in Sachsnitz!"

    Bereits 2007 war der erste Teil der Comicreihe, welcher sich mit rechter Gewalt beschäftigt erschienen. Innerhalb eines Jahres waren die 10.000 Exemplare vergriffen. Die Geschichte des jungen Tarek, der in Sachsnitz lebt wurde in die gesamte Bundesrepublik verschickt und wurde sogar ins Comic-Jahrbuch aufgenommen. Mittlerweile sind drei Auflagen erschienen. Der Comic wurde überarbeitet und an die neue Situation der Opferberatungsstellen in Sachsen angepasst.

    Leider sind gedruckte Exemplare, bis auf wenige restliche, vergriffen. Darum bieten wir euch den Comic zum onlinelesen auf scribd.com an.

  • Fachkraefteaustausch Israel„Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.“ David Ben-Gurion

    Für einige Tage befanden wir uns vom 30. März - 06. April auf dem Fachkräfteaustausch „Living Diversity“ in Israel. Mit uns waren weitere Engagierte der Sozialen Arbeit aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Veranstaltet wurde die Fahrt durch die djo-Deutsche Jugend in Europa Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. und ihren Partner*innen des Jugendzentrums in Tuba Zangaria.

    Die beiden ersten Tage verbrachten wir in Tel Aviv. Die alte Hafenstadt ist nicht nur heimliche Hauptstadt, sondern auch das weltweit größte Zentrum von Gebäuden im Bauhaus-Stil. Nach dem Einführungsvortrag zur Geschichte des Staates Israel und wichtigen Informationen zum heutigen Leben bekamen wir eine Stadtführung. Über die moderne Stadt Tel Aviv gelangten wir zum Strand und von da ins über 3000 Jahre alte Jaffa. Auf dem Weg dahin, hielten wir auch an einem kleinen Denkmal in Strandnähe. Dort verübte am 1. Juni 2001 ein junger Palästinenser vor einer Diskothek einen Sprengstoffanschlag. Bei diesem Selbstmordattentat starben 21 Menschen, ihre Namen sind auf dem Gedenkstein zu lesen. Den letzten kurzen Stopp, nach rund 14 Kilometer Stadttour, machten wir an der Independence Hall. Hier verlas David Ben-Gurion am 14. Mai 1948 die Unabhängigkeitserklärung Israels. Darin hieß es unter anderem: „Der Staat Israel wird der jüdischen Einwanderung und der Sammlung der Juden im Exil offenstehen. Er wird sich der Entwicklung des Landes zum Wohle aller seiner Bewohner widmen. Er wird auf Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden im Sinne der Visionen der Propheten Israels gestützt sein. Er wird all seinen Bürgern ohne Unterschied von Religion, Rasse und Geschlecht, soziale und politische Gleichberechtigung verbürgen. Er wird Glaubens- und Gewissensfreiheit, Freiheit der Sprache, Erziehung und Kultur gewährleisten, die Heiligen Stätten unter seinen Schutz nehmen und den Grundsätzen der Charta der Vereinten Nationen treu bleiben.“

  • Gedenkveranstaltung auf der Burg HohnsteinAm 10. März 2018 erinnerten fast 100 Teilnehmende den Verbrechen im Frühen KZ Hohnstein. Vor 85 Jahren - am 8. März 1933 - besetzte die Schutzabteilung (SA) die Burg und verhaftete den Leiter der damaligen Jugendburg, Konrad Hahnewald. Eine Woche später kamen die ersten LKW mit Häftlingen auf dem Marktplatz an. Die Inhaftierten mussten Zwangsarbeit leisten: am Rathaus, am Sportplatz, am Steinbruch Heeselichtmühle oder beim Umbau der Wartenbergstraße. Die Kolonnen zogen unter Bewachung durch die Stadt -die Häftlingewaren sichtbar. Außerdem handelte es sich bei hunderten Verhafteten um Menschen ausden umliegenden Ortschaften sowie größeren Städten wiePirna, Sebnitz,Neustadt,Bad Schandau oder Heidenau.Sie hatten Familienangehörige, Freund*innen und Kolleg*innen, die über die Verhafteten sprachen bzw. nach ihnen fragten.Die Öffentlichkeit wurde im April 1934 auch über einen Bericht im Prager Rundfunk informiert. Der Hohnsteiner Pfarrer Walter Schumann beschwerte sich an verschiedenen Stellen über die Behandlung der Häftlinge. Dies führte zu seiner Amtsenthebung. Das KZ Hohnstein, eines der ersten Konzentrationslager im Deutschen Reich, war also keines Wegs ein Geheimnis.

  • Ab Mitte Oktober 1944 wurden in Dresden-Zschachwitz auch KZ-Häftlinge in einem Außenlager des KZ Flossenbürg zur Arbeit gezwungen. Der erste Transport mit 404 jüdischen Häftlingen kam aus dem KZ Płaszów nach Zschachwitz. Bis auf zwei Reichsdeutsche und drei Ungarn stammten alle Männer aus Polen. Die Stärke des Außenlagers wurde durch nachfolgende Transporte erhöht. So kamen im November in zwei Transporten 177 und 150 Häftlinge aus Mauthausen und aus dem Stammlager Flossenbürg 100 Häftlinge. Im Dezember wurden aus Flossenbürg 172 und aus Auschwitz 20 Gefangene überstellt. Diese Transporte waren nicht so homogen zusammengesetzt wie der erste. Zwangsarbeiter, Schutzhäftlinge, ehemalige Kriegsgefangene, «Asoziale» und «Berufsverbrecher» russischer, polnischer, deutscher, italienischer, tschechischer, belgischer, französischer, slowenischer, griechischer und britischer Nationalität kamen nach Zschachwitz. Nach den Juden waren die etwa 260 zivilen Zwangsarbeiter und 240 politischen Häftlinge die größten Häftlingsgruppen, insgesamt waren etwa 60 Prozent der Häftlinge Polen, ein Fünftel Russen und ein Zehntel Franzosen. Die Forderungsnachweise lassen den Schluss zu, dass im Dezember 1944 zwischen 950 und 1000 Häftlinge inklusive 20 so genannter Lehrlinge im Außenlager Zschachwitz eingesetzt waren.

  • Das Außenlager Porschdorf wurde als letztes von drei Außenlagern des KZ Flossenbürg in der Sächsischen Schweiz im Zusammenhang mit dem Geilenberg-Stab zum Wiederaufbau der durch alliierte Bombenangriffe schwer geschädigten deutschen Treibstoffproduktion errichtet. Wie das Außenlager in Königstein gehörte auch Porschdorf (Schwalbe III) zu einer Reihe von Untertage-Verlagerungen mit Decknamen „Schwalbe“, in denen die Herstellung von Flugbenzin geplant war. Nach Porschdorf sollte ein Teil des Hydrierwerks Most (Brüx) verlagert werden. Zuständig war, wie in Königstein und Pirna-Mockethal, eine Sonderbauleitung der OT unter Führung des Ingenieurbüros Prof. Rimpl aus Königstein.

  • gedenkplaetzeGemeinsam mit Jugendlichen haben wir 2009 das Projekt www.gedenkplaetze.info gestartet. Dieses ist aus einer Notwendigkeit entstanden: Bei unseren Recherchen vor Bildungsfahrten in andere Gegenden mühten wir uns immer wieder zentral Informationen über Gedenkplätze zu finden, die wir besuchen können, um mehr über Orte der Verbrechen des Nationalsozialismus und über die Opfer zu erfahren. Wir entschlossen uns, eine Dokumentation über Gedenkorte in unserem Landkreis zu gestalten.

    In einem ersten Schritt konnten wir unser Projekt Gedenkplätze in der neuen Form, einer zentralen Karte, veröffentlichen. Mittlerweile haben wir die Orte der jüdischen Geschichte Pirnas und über die Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürgs im Landkreis eingezeichnet und Text- bzw. Bildbeschreibungen veröffentlicht. Ihr seid gerne eingeladen dieses Projekt zu testen und uns Hinweise, Anregungen und Kritik zu senden. Wir suchen außerdem noch Mitstreiter*innen für das Projekt.

    Auf einer erweiterten Projektseite findet ihr noch mehr Informationen zum Projekt, Kontaktmöglichkeiten und habt die die Möglichkeit uns zu unterstützen.

  • Gemeinnützigkeit braucht Einmischung!Als erstes traf es Attac. Die Entscheidung des Bundesfinanzhofs führt wahrscheinlich endgültig zur Aberkennung der Gemeinnützigkeit. Kurz davor forderte ein Parteitag die Aberkennung der Gemeinnützigkeit für die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Nun hat Campact angekündigt, ab sofort keine Spendenbescheinigungen mehr auszustellen.

    Diese Entwicklung zeigt: Der Gegenwind für politisch sich einmischende Organisationen droht gerade zum Orkan zu werden. Die Politik hat es bislang versäumt, Rechtssicherheit für gemeinnützige Arbeit zu politischen Fragen zu schaffen.

    Selbst Sport- oder Kulturvereine riskieren künftig ihre Gemeinnützigkeit, wenn sie sich politisch äußern. Nach der Attac-Entscheidung wird das entsprechende Gesetz (Abgabenordnung) voraussichtlich deutlich enger ausgelegt als zuvor. Das muss verhindert werden. Sonst arbeiten zivilgesellschaftliche Organisationen künftig mit der „Schere im Kopf“ aus Angst, ihre Gemeinnützigkeit zu verlieren.

    Vielseitige Debatten sind das Lebenselixier der Demokratie. Dafür müssen alle gesellschaftlichen Gruppen gehört werden. Bisher war das nicht nur Konzernen und ihren Verbänden, sondern auch gemeinnützigen Vereinen möglich.

    Wir fordern Rechtssicherheit für politische Willensbildung und fordern die Abgeordneten des Bundestages auf:

    • Erkennen Sie den Wert zivilgesellschaftlichen Engagements für eine lebendige Demokratie und eine ausgewogene öffentliche Debatte an!
    • Stellen Sie sicher, dass die selbstlose Beteiligung an der öffentlichen Meinungsbildung sowie der politischen Willensbildung durch gemeinnützige Organisationen unschädlich für deren Gemeinnützigkeit ist.
    • Erweitern Sie dafür als Sofortmaßnahme die Liste der explizit gemeinnützigen Tätigkeiten um die Förderung der Wahrnehmung und Verwirklichung von Grundrechten, Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Klimaschutz, informationeller Selbstbestimmung, Menschenrechten und der Gleichstellung der Geschlechter.

    Unterstützt unsere Forderung bei openpetion.de mit eurer Unterschrift!

  • Herzkampf zu Besuch in Pirnaherzkampf ist ein Fotoprojekt über Menschen, die sich gegen Rassismus, Homophobie und für eine gerechtere Welt einsetzen. herzkampf möchte Personen zeigen, die sich engagieren und kämpfen. Egal ob im Verein aktiv, Politiker*innen, Musiker*innen oder engagierter Einzelkämpfer*innen. herzkampf besuchte Pirna und interviewte mehrere Menschen, die sich für eine lebenswertere Stadt für Alle engagieren, darunter auch Ina von unserem Verein. Nachfolgend lest ihr das geführte Interview. Wenn ihr euch für das ganze Projekt interesiert, schaut doch bei herzkampf einmal vorbei.

    Heute seht ihr den letzten Beitrag von meinem Besuch in Pirna. Ina kümmert sich mit um das AKuBiZ. Eine Einrichtung die mitten in der Stadt liegt und im Jahr 2001 als ein selbstverwaltetes und alternatives Jugendzentrum für nicht rechte Jugendliche gegründet wurde.  Dabei liegen die Schwerpunkte auf Geschichtsarbeit, Aufklärungsarbeit, Kulturarbeit und Jugendarbeit. Hier werden wichtige Veranstaltungen durchgeführt die durchaus oft zur Vernetzung innerhalb der Sächsischen Schweiz und darüber hinaus dienen.  Was Ina dort bisher leistet und mit was für Problemen sie zu kämpfen hat, könnt ihr jetzt hier nachlesen:

  • Seit langer Zeit steht die Geschichte von Esra Jurmann zentral für die Verfolgung der Jüd_innen aus Pirna und unserer Region. Doch neben seiner Familie gab es viele weitere, die unter den Nazis gelitten haben. Die neue Ausstellung der Jugendinitiative Pirna, die in Zusammenarbeit mit dem AKuBiZ e.V. erstellt wurde, möchte einen Überblick über das jüdische Leben in der Sächsischen Schweiz vermitteln und wird wieder in Erinnerung rufen, wie vielfältig dieses gewesen ist.

    Die Ausstellung zeigt das jüdische Leben in Pirna vom Ende des 19.Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Beschreibungen reichen vomFrühen Antisemitismus bis hin zuPirna und die "Endlösung der Judenfrage". Weitere fünf Tafeln stellen beispielhaft einige Pirnaer jüdische Familien und deren Schicksale dar.

    Die Ausstellung ist so konzipiert, dass sie in den nächsten Monaten und Jahren mit weiteren Tafeln für andere Stadte in der Sächsischen Schweiz ergänzt werden kann. In konkreter Arbeit ist eine Tafel für die Stadt Neustadt/Sachsen, zu der wir auch schon eigene Forschung betrieben haben. Am Ende soll eine Ausstellung stehen, die einen Einblick in jüdisches Leben in der Sächsischen Schweiz gibt. Die Ausstellung sol dabei auch Menschen dazu anregen, selbst zu dem Thema weiter zu forschen.

    Für die Erweiterung der Ausstellung wünschen wir uns die Hilfe von interessierten Menschen aus dem Landkreis, die genauso wie wir ein Interesse an der Aufarbeitung der lokalen Geschichte haben. Für Fragen und Anregungen stehen wir Ihnen dabei jederzeit gerne zur Verfügung.

    Das Projekt wurde durch die Jugendinitiative Pirna und mit Unterstützung des AKuBiZ e.V. erstellt und wurde teilweise mit Unterstützung der Europäischen Union durch das Programm JUGEND IN AKTION finanziert.

    Die Ausstellung ist auf PVC-Planen in Farbe gedruckt. Jede Tafel ist 70x100 cm groß und verfügt oben und unten über eine Klemmleiste. An der oberen Klemmleiste sind zwei Haken zur Befestigung an einem Hängesystem vorhanden. Der Transport ist mit einem Kleinwagen problemlos möglich.

  • Juristisches Gutachten belegt: Überprüfung von Demokratieprojekten ist verfassungsrechtlich bedenklich und nicht verhältnismäßigWir dokumentieren die Pressemitteilung des Bundesverbands Mobile Beratung e.V. (BMB), des Verbands der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e.V. (VBRG) und der Bundesarbeitsgemeinschaft Demokratieentwicklung (BAGD) zur Veröffentlichung eines juristischen Gutachtens vom 14. Juni 2018:

    Juristisches Gutachten belegt: Überprüfung von Demokratieprojekten ist verfassungsrechtlich bedenklich und nicht verhältnismäßig

    Verbände fordern vertrauensvolle Zusammenarbeit auf Basis von Qualitätsstandards statt intransparenter Prüfung durch Geheimdienste

    Die Sicherheitsüberprüfung von Demokratieprojekten durch Verfassungsschutzämter ist mit dem Verfassungsrecht nicht vereinbar. Zu diesem Ergebnis kommt ein von einem breiten Bündnis zivilgesellschaftlicher Initiativen – u.a. Bundesverband Mobile Beratung e.V. (BMB), Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e.V. (VBRG), Bundesarbeitsgemeinschaft Demokratieentwicklung (BAGD) sowie von betroffenen Trägern aus Hessen, darunter die Bildungsstätte Anne Frank, in Auftrag gegebenes juristisches Gutachten. Die Verbände fordern, die Förderung von Vereinen und Initiativen nicht an geheimdienstlichen Informationen von Verfassungsschutzämtern festzumachen. Vielmehr sollen Bund und Länder die Förderung an die gemeinsam mit den Bundesländern vereinbarten Qualitätsstandards sowie der bei Antragstellung vorliegenden Konzepte, Anträge und Verwendungsnachweise knüpfen.

  • Weiterdenken: Zur Sache! Was die AfD wirklich willFür die nun bald folgenden sonnigen Tage empfehlen wir euch die Broschüre von Weiterdenken, der Heinrich-Böll-Stiftung in Sachsen: "Zur Sache! Was die AfD wirklich will", die ihr auf der Webseite von Weiterdenkenon Weiterdenken herunterladen könnt.

    Welche Alternative?

    Gegen »Altparteien«, »Genderismus« und »Systemmedien« – die Partei Alternative für Deutschland (AfD) stellt sich dar, als wäre sie die einzige Alternative. Doch was für eine Alternative wäre das?

    Die AfD gibt sich mal bürgerlich und konservativ, mal als Protestpartei, mal als Stütze des Mittelstandes, mal offen nationalistisch, mal als Stimme der »kleinen Leute«, mal als Tabubrecherin. Vielen fällt es deswegen schwer, eine klare Haltung zur AfD zu beziehen. Darf man die rechts nennen? – Ja, man darf.

    Die AfD hat Verbindungen zu Neonazis und (ehemaligen) NPD-Mitgliedern, zur extrem rechten Identitären Bewegung und Burschenschaften. Ihre Jugendorganisation, die Junge Alternative, betrifft das mindestens genauso.

  • Pirna ÖPNV PlanSeit April bearbeiten wir ein neues Projekt "Pirna im ökologischen Wandel" und darum geht es dabei:

    In Zukunft werden mehr Menschen in Städten als auf dem Land leben. Darum werden Lösungen von ökologischen und sozialen Probleme in den Städten eine höhere Bedeutung bekommen und es wird sich in den Städten entscheiden, wie nachhaltig wir leben werden. In Pirna lässt sich viel erleben und allerhand Neues entdecken. Mit unserem Projekt wollen wir Pirna erkunden. Dabei wollen wir keine herkömmlichen Stadtrundfahrten organisieren, sondern uns auf die Suche den Dingen im Wandel oder Neuem machen. Wir suchen und finden neue Formen des Zusammenlebens, Alternativen zur aktuellen Konsumgesellschaft oder sozial-ökologische Innovationen in unserer Stadt.

    Gemeinsam mit den Teilnehmenden möchten wir uns mit Stadtrundgängen und Vor-Ort-Begehungen auf Spurensuche in Pirna begeben und Pirna gemeinsam ökologisch erkunden. Um welches Thema geht es und wohin wollen wir gehen? Wer kommt mit? Welches Programm haben wir? Das wollen wir gemeinsam mit der Zielgruppe herausfinden und gemeinsam erarbeiten.

  • Das zentrale Verwaltungsgebäude der alten Messe in Belgrad: Während der deutschen Besatzung befand sich hier ein Konzentrationslager.Zwei Mitglieder unseres Vereins nahmen in der ersten Oktoberwoche an der Bildungsreise: "Von wegen sicher. Das Konzept der «sicheren Herkunftsländer» am Beispiel Serbien." der Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg teil. In dem mehrtägige Programm besuchten wir verschiedene Unterstützungsorganisationen für in Serbien und auf dem Balkan lebende Romas. Die Geschichte der Romas, deren Verfolgung und Ermordung während der deutschen Besatzung 1941-1944 und der immer noch vorherrschende alltägliche und strukturelle Antiziganismus wurden in Vorträgen und Diskussionen ausführlich beleuchtet. In einem zweiten Teil der Bildungsfahrt wurde die Geschichte der deutschen Besatzung 1941-1944, die Repressionen gegen die jugoslawische Zivilbevölkerung, Verfolgung und Ermorderung der jüdischen  Bevölkerung, aber auch der antifaschistische Widerstand mit Vorträgen und Stadtführungen behandelt.

    Für 2019 planen wir eine eigene Bildungsfahrt zur Geschichte der linken Bewegung und sozialer Kämpfe nach Serbien. Falls ihr Interesse habt teilzunehmen, schickt uns bitte schon vorab eine Mail.

  • Bildungsfahrt 2019Auch in diesem Jahr fand wieder unsere Bildungsfahrt statt. Diesmal entschlossen wir uns noch einmal zu den D-Day-Feierlichkeiten zu fahren. Die Landung der Alliierten in der Normandie jährte sich dieses Jahr zum 75. Mal. Doch erst einmal führte uns unser Weg in den Osten Frankreichs, nahe Verdun. Nach einer längeren Anreise, starteten wir am nächsten Morgen also unsere Fahrt zur Gemeinde Monster. Auf dem dortigen Haus-Berg besuchten wir das Denkmal der amerikanischen Streitkräfte, dieser bietet einen tollen Blick auf die Ebene von Woëvre. Sowohl im 1., als auch im 2. Weltkrieg stand die Gemeinde im Fokus schwerer Kampfhandlungen. Das Denkmal wurde bereits 1930 errichtet. Nach kurzer Weiterfahrt bei hitzigen Temperaturen, liefen wir Teile eines historischen Gedenkwanderweges bei Metz. Dort an der Mosel waren Informationstafeln errichtet, an denen wir uns mit der lokalen Geschichte während der deutschen Besetzung auseinandersetzen konnten.

    Einen Tag später, am 1. Juni fuhren wir nach Verdun und konnten uns neben dem Museum auch den Gedenkort Fleury-devant-Douaumont ansehen. Das Dorf wurde während des 1. Weltkrieges bis auf wenige Steine komplett zerstört. Auf einer kleinen Wanderung rund um Douaumont konnten wir einen Eindruck von der Region bekommen, der mit dem Besuch des Beinhauses endete. Vor dem Beinhaus befindet sich ein Friedhof mit 16.142 Gräbern französischer Soldaten. Dann führte uns der Weg in den Norden Frankreichs, wo wir nach über 600 Kilometern Fahrt in der Normandie ankamen. In den kommenden Tagen konnten wir spannende Plätze besuchen: das Juno-Beach-Centre, Point du Hoc und der amerikanische Friedhof in Collville sur Mer. Wir trafen die ersten Zeitzeug*innen - Menschen, die das Massensterben während der Operation Overlord überlebten. Von 6. bis 12. Juni landeten dabei rund 326.000 Alliierte an eben diesem französischen Küstenabschnitt, zehntausende Menschen verloren bei den Kämpfen ihr Leben. Zu weiteren Treffen mit Zeitzeug*innen kam es bei der Teilnahme an der Gedenkveranstaltung der britischen Veteran*innen in Colleville-Montgomery. Nach einem kleinen Spaziergang nach Ouistreham fuhren wir zur bekannten Pegasus-Brücke. Die sogenannte Operation Tonga fand am 5. Juni 1944 statt, wobei die Pegasusbrücke durch die Alliierten eingenommen wurde, um deutsche Panzerverbände vom Strand freizuhalten. Hier an der Brücke fand in Erinnerung an die Ereignisse eine große Feier statt.

  • Bildungsfahrt 2018Polen, Italien, Griechenland, Spanien, Belgien, Luxemburg, Niederlande, Frankreich, Slowenien,... und jetzt auch Dänemark. Die diesjährige Bildungsfahrt führte uns also in den Norden. Und dort ist ein Zwischenstopp in Heideruh natürlich selbstverständlich. Nach einer etwas verstauten Fahrt kamen wir am Abend in der Antifaschistischen Erholungsstätte an und wurden herzlich begrüßt. Der Ort wurde 1926 von Hamburger Antifaschist*innen gegründet, die damit die Tradition beibehielten, am Wochenende zur Erholung in Wochenendhäuser der Lüneburger Heide zu fahren. Die Antifaschist*innen planten in Heideruh damals ihre Widerstands-Aktionen für Hamburg. Nach 1945 wurde Heideruh als Wohn- und Erholungsstätte für Widerstandskämpfer*innen, die die Grauen der Konzentrationslager überlebt haben, in Selbstorganisation wiedergegründet. Hier in Heideruh liegt auch das Motorboot "Charlotte". Auf ihr sollen Antifaschist*innen bei einer illegalen Tagung am 7. Februar 1933 vor den Nazis gerettet wurden sein. An dieser Tagung nahm auch Siegfried Rädel aus Pirna teil. Er war während der Novemberrevolution Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates in Pirna. 1919 wählten ihn seine Kollegen zum Betriebsratsvorsitzenden im Kunstseidewerk in Pirna, wenig später wurde er Mitglied der KPD.

  • Start am ehemaligen Außenlager des KZ Flossenbürg im Ortsteil GlutoIm März und April 1945 wurden die Außenlager des KZ Flossenbürg in der Sächsischen Schweiz geräumt und die Inhaftierten auf Todesmärsche geschickt. Nicht nur auf diesen menschenunwürdigen Transporten, auch in den Lagern selbst, wurden zahlreiche Gefangene ermordet. Am 22. April 2019 fand deshalb eine Veranstaltung in Erinnerung an das KZ Porschdorf bei Bad Schandau statt.

    Dazu eingeladen hatte unser Verein in Kooperation mit Arbeit und Leben. Die 40 Teilnehmenden wanderten vom Haltepunkt Porschdorf auf einem etwa 6 Kilometer langen Weg, der von 130 Höhenmeter im Polenztal auf 350 Höhenmeter auf der Burg Hohnstein anstieg. Am ehemaligen Lagergelände und einem der Plätze der Zwangsarbeit wurden kurze Informationen vorgetragen. Außerdem konnten die Teilnehmenden unser Informationsblatt mitnehmen.

    Auf der Burg Hohnstein fand dann die Lesung zum Buch „Reise mit meinem Freund“ statt. Auch der Verleger Hans Jacobs war in die Sächsische Schweiz gekommen und berichtete, warum insbesondere dieses Buch eine Herzensangelegenheit für ihn ist. Gelesen wurde das Buch von Dr. Petra Schickert vom Kulturbüro Sachsen, musikalisch umrahmt vom Pirnaer Laienchor PirMoll.

    Mehr Informationen zum Außenlager "Schwalbe III" findet ihr auf der Webseite gedenkplaetze.info

  • Mit einer Schüler*innengruppe in Hohnstein vor der Konrad-Hahnewald-GrundschuleEinen wirklich besonderen Tag durften wir am 23. November erleben, als eine Gruppe Radebeuler Gäste mit uns gemeinsam Hohnstein besuchte. Im Fokus standen dabei die Geschehnisse, die sich ab März 1933 auf der Burg abspielten. Die Nazis begannen politische Gegner*innen zu inhaftieren und organisierten somit eines der ersten Konzentrationslager im Deutschen Reich. Eigentlich sind diese geschichtlichen Führungen für uns keine Besonderheit.

    Eine Besonderheit war die Gruppe von Schüler*innen, die auffällig interessiert und engagiert den Erzählungen lauschten. Sie kamen vom Radebeuler Luisenstift und arbeiten an einem Gedenkprojekt zum KZ Hohnstein. Ausschlaggebend dafür waren Zeitzeugnisse, die beide Orte miteinander verbinden. Am 26. Januar 2018 werden die Ergebnisse des intensiv geplanten Vorhabens präsentiert. Wir freuen uns wirklich, wieder einmal so eine spannende Gruppe durch das ehemalige Lagergelände begleitet haben zu dürfen.

    Doch damit nicht genug, denn die Reisegruppe gleich drei Gäste mit, die mit der Geschichte verbunden sind. Zum einen war da Gabriele Hahn, die Tochter des ehemaligen Burgwarts Konrad Hahnewald.

  • Wanderseminar mit einer Reisegruppe aus NiedersachsenVom 14.-16. Oktober durften wir wieder Menschen begrüßen, die sich für unser Angebt zur NS-Geschichte in der Region interessieren. Mit ihnen verbrachten wir ein Wochenende auf den Spuren von Verfolgung & Widerstand im Landkreis. Dazu gehörte natürlich der Besuch des Frühen KZ Hohnstein, welches von März 1933 bis August 1934 Folter- und Mordstätte war. Zu den ersten Häftlingen gehörte der Struppener Antifaschist Martin Hering. Die Nazis versuchten mit seiner Verhaftung auch die Rückkehr seines Sohnes Arno zu erpressen. Er war bereits ins tschechoslowakische Exil geflohen. Als dies nicht gelang, töteten sie den 54 Jährigen Vater am 22. November 1933 in Hohnstein. Sein Sohn blieb aktiv im Widerstand und half mehreren Personen bei ihrer Flucht aus Nazi-Deutschland.

    Neben der Burg Hohnstein besuchten wir auch das Richard-Wagner-Denkmal im Liebethaler Grund, welches kurz nach der Machtübernahme der Nazis eingeweiht wurde. Mit seinen mehr als 12 Metern Höhe, ist es das größte Wagner-Denkmal der Welt. Es zeigt sehr deutlich die völkische Ausrichtung des Bildhauers Richard Fuhr, der nicht zufällig Wagner für sein Denkmal auswählte. Auf der Internet-Seite "dresden stadtwiki" heißt es zu Richard Guhr: "Schon in den 1920er Jahren beteiligte sich Guhr mit Schriften wie "Die Schuld am Verfall der Künste" und "Der Judenstil oder der Expressionismus" an völkischen, judenfeindlichen und gegen die Moderne gerichteten Diskussionen, die von den Nationalsozialisten aufgegriffen wurden."

  • Zum 10. Mal auf den Spuren der Roten Bergsteiger*innenVergangenes Wochenende waren wir bereits zum 10. Mal auf den Spuren der Roten Bergsteier*innen in der Sächsischen Schweiz/Osterzgebirge unterwegs. Führten uns die Jahre zuvor die Wanderungen rund um Sebnitz und in den Schluckenauer Zipfel oder in die hintere Sächsische Schweiz, war dieses Mal die Region rund um Altenberg das Ziel der 50 Teilnehmenden.

    Im Einführungsvortrag am Freitag berichtete Roland Hering über seinen Vater Arno Hering, der zusammen mit anderen aktiven Kommunist*innen (z.B. Arthur Thiermann, ebenfalls aus Struppen) eine illegale Fluchthilfe- und Kuriergruppe, die sich v.a. um das Volkshaus in Tísa konzentrierte, organisierte. Arno Hering musste später in die Tschechische Republik emigrieren und schloss sich 1938 den Internationalen Brigaden in Spanien an, um auf Seiten der Republik gegen den Franco-Faschismus zu kämpfen. Nach drei Jahren Haft in Frankreich wurde Arno Hering 1941 nach Deutschland ausgeliefert und im November 1942 vom Volksgerichtshof zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt. Er erlebte die Befreiung 1945 im Zuchthaus Straubing. Unmittelbar danach kehrte er nach Struppen zurück und reorganisierte dort, ohne Genehmigung der sowjetischen Besatzung, die Ortsgruppe der KPD. Im Juli übernahm er die politische Leitung des KPD-Unterbezirks Pirna.

  • Sachbericht 2018Im euch vorliegenden Sachbericht geben wir euch einen Einblick auf das vergangene Jahr. Unsere Arbeit wird ehrenamtlich hauptsächlich in der Region Sächsische Schweiz-Osterzgebirge durchgeführt, ihr Schwerpunkt sind erinnerungspolitische Projekte. Seit über 10 Jahren finden unsere Wanderseminare statt, zu denen wir mit diversen Gruppen an konkrete Orte wandern. Sie alle haben eine Geschichte in der Zeit des Nationalsozialismus – waren verbunden mit den Verbrechen des Nationalsozialismus oder Widerstandshandlungen dagegen.

    Im Herbst 2017 initiierten Mitglieder und Sympathisant*innen des AKuBiZ einen Laienchor, der „fast vergessene Lieder“ interpretiert. Zum Repertoire gehören Lieder aus dem Spanischen Bürgerkrieg, den Konzentrationslagern oder dem jüdischen Widerstand. Mittlerweile singen hier über 20 Sänger*innen aus dem Großraum Pirna zusammen und auch an Auftrittsanfragen mangelt es nicht.

    Traditionell waren wir auch viel unterwegs und bereisten dabei verschiedene Länder. In Dänemark besichtigten wir die Bunker-Anlagen des ehemaligen Atlantik-Walls. Die über 2600 Kilometer lange Verteidigungslinie zog sich entlang der Küsten des Atlantiks und der Nordsee. In Spanien besuchten wir den Ehrenhain in La Fatarella. Er ist Kämpfer*innen der Internationalen Brigaden gewidmet, die sich dem spanischen Faschismus entgegenstellten. Unter den rund 5000 Menschen aus Deutschland waren auch Bewohner der damaligen Amtshauptmannschaft Pirna. Für sie finanzierten wir nun auch Gedenktafeln und durften diese vor Ort enthüllen.

  • Sachbericht 2016Im Herbst 2001 legten wir, gemeinsam mit anderen Jugendlichen aus Pirna und der Region, den Grundstein zur Gründung des heutigen Vereins. Wir wollten eine Alternative zu bestehenden rechten Strukturen schaffen und so ein Zeichen für Mitmenschlichkeit und Solidarität setzen. In den ersten Jahren lag der Schwerpunkt auf der Suche nach eigenen Vereinsräumen. Später änderte sich die Ausrichtung des AKuBiZ und im Fokus standen Vorträge zur rechten Szene in der Region. Die Ziele sind aber bis heute der Einsatz für Gerechtigkeit und Diskriminierungsfreiheit.

    Wir organisieren ehrenamtlich Projekte zur Erinnerungsarbeit, Bildungsveranstaltungen und antirassistische Kulturevents. Für die Arbeit wurden wir schon mehrfach ausgezeichnet, beispielsweise mit dem taz-Panterpreis, dem Toleranzpreis der SG Dynamo Dresden, dem Regine-Hildebrandt-Preis oder dem Bundespreis Botschafter der Toleranz.

    Eine Auswahl unserer Aktivitäten im letzten Jahr stellen wir euch in unserem Sachbericht vor und möchten uns für eure vielfältige Unterstützung bedanken.

  • Sachsen rechts unten 2019In den letzten Jahren hat sich die extreme Rechte in Sachsen neu formiert. In der aktuellen Ausgabe der Jahrespublikation „Sachsen rechts unten“ des Kulturbüro Sachsen e.V., die am 29.03.2019 veröffentlicht wurde, wird ein neues Phänomen beschrieben, dass in Sachsen sichtbar geworden ist. Akteure der extremen Rechten haben in den letzten vier Jahren eine Reihe von eingetragenen Vereinen gegründet. Diese treten in den Kommunen oft als Vereine für Kulturveranstaltungen, Heimat- und Brauchtumspflege oder durch vermeintliches soziales Engagement in Erscheinung. In unterschiedlichen Beiträgen werden in “Sachsen rechts unten 2019” die Motive und Hintergründe dieser Entwicklungen beschrieben.

    Die Publikation “Sachsen rechts unten 2019” wurde gefördert durch die Amadeu-Antonio-Stiftung und steht auf der Webseite des Kulturbüro Sachsen ab sofort kostenlos als Download zur Verfügung. Als Print-Exemplar kann die Publikation gegen Rückporto ebenfalls beim Kulturbüro Sachsen bestellt werden.

  • Stadtplan: Jüdisches Leben in PirnaJüdisches Leben in Pirna war sehr vielschichtig. Sie halten nun einen Stadtplan in den Händen, der Ihnen zeigt, wo und wie Jüd_innen in der Pirnaer Altstadt gewohnt und gearbeitet haben. Sie werden nur an einem Ort in der Pirnaer Altstadt ein Gedenkzeichen entdecken, welches an jüdisches Leben erinnert. Dieser Stadtplan möchte das Leben jüdischer Menschen sichtbar machen - an sie erinnern. Zur Zeit des deutschen Faschismus wurden Jüd_innen verhaftet, vertrieben, ihre Geschäfte zerstört und enteignet.

    Sie werden in Pirna vergeblich nach einer Synagoge, einer Mikwe (Tauchbad) oder einem Gemeindezentrum suchen. Für solche Einrichtungen gibt es keinerlei Hinweise. Gläubige Jüd_innen mussten zur Ausübung ihres Glaubens nach Dresden ausweichen. Auch außerhalb der Altstadt lebten Pirnaer Jüd_innen, so zum Beispiel auf der Breiten Straße oder auf der anderen Elbseite in Pirna Copitz.

    Einen detaillierteren Einblick in die jüdische Geschichte Pirnas gibt Ihnen die Ausstellung „Jüdisches Leben in Pirna und der Sächsischen Schweiz“. Wo diese gerade zu sehen ist, finden Sie auf unserer Webseite. → www.akubiz.de

    Weiterführende Infos über Jüd_innen in Pirna finden Sie unter: → www.geschichte-pirna.de

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  • Dieses Jahr fand das 12. Wanderseminar "Auf den Spuren der Roten Bergsteiger*innen" statt und führte uns rund um HinterhermsdorfDer Sommer begann im Juni in Hohnstein mit dem ersten Wanderseminar. Die 10 Teilnehmenden erfuhren dabei allerhand über das ehemalige KZ Hohnstein, an das heute kaum noch etwas erinnert. Das taz berichtete in einem umfangreichen Artikel über diese Tour und unsere Seminare im Allgemeinen. Anfang Juli bekamen wir Besuch von der Georg-Schwarz-Brigade aus Leipzig. Die grün-weißen Wanderfreund*innen gingen mit uns auf Widerständige Wege. In der Region um Altenberg konnten wir uns insbesondere mit der Geschichte der Gruppe "Florian" beschäftigen. Benannt wurde sie nach dem Antifaschisten Walter Richter, dessen Spitzname "Florian" war. Der ausgezeichnete Sportler wurde durch einen Gestapo-Spitzel in einen Hinterhalt gelockt und zusammen mit zwei Freunden erschossen. Am Denkmal für die Ermordeten legten wir Blumen nieder und hörten einen kurzen Auszug aus dem Roman "Die durch das Feuer liefen". Wir freuen uns auch weiterhin über  Besuch aus Leipzig.

    Mehr als 50 Menschen wanderten dann Mitte Juli mit uns auf den Spuren der Geschichte. Zum 12. Mal fand die "Roter Bergsteiger" - Wanderung statt, diesmal in Hinterhermsdorf. Das Wochenende begann mit einem Vortrag des Bergsport-Historikers Joachim Schinlder, der ausführlich erklärte, wie es zum Widerstand im Bergsport-Milieus kam. Anhand zahlreicher Fotos und Original-Dokumente konnte so eine perfekte Einführung für unsere Veranstaltung durchgeführt werden. Am nächsten Tag starteten die Teilnehmenden auf den Weg, den die Häftlinge des ehemaligen KZ Schwarzheide auf ihrem Todesmarsch Richtung Böhmen gehen mussten. An verschiedenen Gedenkorten wurden Berichte von Zeitzeug*innen vorgelesen und Biografien ermordeter Menschen vorgestellt.

  • Demokratiekonferenz 2018 in DresdenAm 28.06.2018 erhielten wir eine Einladung zur Demokratiekonferenz der Stadt Dresden, für die wir uns recht herzlich bedanken. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen versucht wird demokratische Grund- und Freiheitsrechte abzubauen, halten wir eine solche Konferenz für wichtig und die Debatte um den Ausbau von Demokratie für dringend geboten.

    Einer solchen Einladung wären wir gern nachgekommen und hätten uns auch in die Diskussionen eingebracht. Leider haben wir aber der Einladung entnommen, dass eines der beiden Inputreferate, durch einen Vertreter des Landesamtes für Verfassungsschutz Sachsen erfolgen soll. Sein Vortrag unter dem Titel "Blitzlichter extremistischer Szenen im Raum Dresden", ist für uns der falsche inhaltliche Ansatz, um sich wirksam mit Demokratiefeindlichkeit auseinanderzusetzen. Wir sehen heute sehr deutlich, dass die Ideen der sogenannten "Extremismus-Theorie", wissenschaftlich nicht haltbar sind. Diese Erkenntnis ist auch nicht neu, sondern wurde unter anderem mehr als 10 Jahre von den „Mitte“-Studien der Universität Leipzig beschrieben. Der Verfassungsschutz ist mit diesem Ansatz denkbar ungeeignet, gesellschaftliche Entwicklungen zu analysieren und einen Beitrag für strategische Debatten zu liefern.

    Auch die ungeklärte Rolle des Verfassungsschutz im Zusammenhang mit dem "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) und die Verweigerung einer Aufarbeitung der Geschehnisse, machen für uns eine Teilnahme unmöglich. Im konkreten Fall lauten die Vorwürfe von Aktenvernichtung, bis hin zur Verhinderung der Ermittlungsarbeit der Polizeibehörden.

  • gedenkplaetze.infoIn den letzten Monaten haben die Mitstreiter*innen des Projektes Gedenkplätze intensiv u.a. an der Geschichte von Widerstand und Verfolgung im Ort Struppen geforscht. Dazu wurden Gemeinde- und Haftakten eingesehen, Begehungen vor Ort vorgenommen, Ortschronisten und Hinterbliebene befragt. Als Zwischenergebnis veröffentlichen wir nun mehrere dutzend Artikel und schaffen damit eine in dieser Dichte bis jetzt nicht vorgelegte Studie zur Geschichte einer Ortschaft im Kreis währrend der NS-Zeit. Gleichzeitig liegt noch viel Arbeit vor uns: Viele Spuren führen in weitere Archive, wir hoffen, dass sich auf unsere Publikationen hin noch Zeitzeug*innen melden, vieles wird in den nächsten Jahren weiterhin zu ergänzen und sicher auch immer wieder durch neue Fakten zu berichtigen sein.

    Weiterhin sind eine umfangreiche deutschsprachige Erstveröffentlichung zum Stalag IV-A in Hohnstein mit seinen über 32 000 Gefangenen entstanden und das Kriegsgefangenenlager am Sellnitzgrund wird ausführlich beleuchtet. Das Kapitel Zwangsarbeit wurde um sieben Einträge, u.a. mit einem Beitrag zum Kunstseidenwerk Küttner AG in Pirna und dem „Entbindungslager“ Kiesgrube in Dresden erweitert.

  • Preisverlehung: Demokratiepreis der SPD Landtagsfraktion SachsenAm 25. November erhielten wir den Demokratiepreis der sächsischen SPD Landtagsfraktion für das Jahr 2017 in der Kategorie „Aktiv gegen Rechts“. Die Preisverleihung fand an der Technischen Universität Chemnitz im Hörsaalzentrum statt. Der Preis war mit 500 € dotiert und wir erhielten diese Auszeichnung für unser Projekt gedenkplaetze.info. Dieser Preis speist sich aus Spenden der Landtagsabgeordneten sowie der Mitarbeiter*innen der SPD Fraktion Sachsen und wird schon seit 2005 vergeben. Neben den drei anderen Preisträger*innen konnte sich unser Projekt gegen über 70 Bewerbungen durchsetzten, was uns sehr gefreut hat. Seit vielen Jahren beschäftigen wir uns mit lokaler Geschichte während der NS Zeit und forschen dazu in vielen Städten und Gemeinden im Landkreis. Neben Print Erzeugnissen haben wir auch einen digitalen Geschichtsatlas für den Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge erarbeitet. Wenn Ihr mehr zu dem Projekt wissen wollt, schaut auf die Projektseite: https://gedenkplaetze.info

    Neben uns wurden außerdem der Verein „Menschlichkeit als Tradition“ aus Stollberg, das Projekt „Das Bienenland“ aus Leipzig und die www.hoaxmap.org ausgezeichnet. Wir gratulieren den drei Preisträger*innen herzlich!

  • Stolpersteinverlegung in Pirna am 11.05.2019In Pirna wurden am 11. Mai zwei weitere Stolpersteine aus dem Projekt des Künstlers Gunter Demnig verlegt. Sie erinnern an Menschen, die zur Zeit des Dritten Reiches wegen ihrer jüdischen Herkunft, ihrer sexuellen Orientierung oder ihres Einsatzes für andere von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Initiiert wurde die Aktion vom Begegnungszentrum Pirna sowie von uns.

    Der erste der beiden neuen Stolpersteine wurde unter der Anwesenheit von rund 50 Gästen an der Niederen Burgstraße 6 verlegt. Er ist dem früheren Bewohner Karl Emil Heinrich gewidmet, welcher aufgrund seiner sexuellen Orientierung verurteilt, verschleppt und ermordet wurde.

    Heinrich wurde von den Nazis zu 15 Monaten Zuchthaus und zu drei Jahren Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte nach § 175 StGB verurteilt. Dieser Paragraf stellte sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe. Zur Strafverbüßung transportierte man ihn am 20. Oktober 1939 in das Zuchthaus Celle. Laut seiner Häftlingskarte "entließ" man ihn zu seinem Strafende am 22. September 1940 angeblich nach Hannover. Es ist aber sehr unwahrscheinlich, dass man ihn in die Freiheit entließ. Vielmehr ist er zwar aus dem Bereich der Justiz "entlassen", aber wahrscheinlich der Polizei Hannover übergeben worden, denn etwa im Februar 1941 überführte die Polizei ihn in das KZ Sachsenhausen, wo er die Häftlingsnummer 35.701 erhielt. Emil Heinrich verstarb am 11. April 1941 im KZ Sachsenhausen im Alter von 49 Jahren.

    Der zweite Stolperstein vor dem sogenannten „Haus Spitzner“ an der Martin-Kretschmer-Straße 3 in Bonnewitz verlegt. Über 80 Teilnehmende waren zur Veranstaltung in den Pirnaer Ortsteil gekommen.

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