Am 12. März hält Frau Dr. Carina Baganz einen Vortrag über die frühen Konzentrationslager in Sachsens von 1933-1934/37. Dabei wird sie ihren Fokus auf die Lager Hohenstein sowie Königstein-Halberstadt legen. Vor allem das Lager Hohnstein, als verhältnismäßig kleine Anstalt, steht exemplarisch für den frühen nationalsozialistischen Terror der so genanten „Schutzhaftlager“. Analog erinnern die Berichte des SPD-Mitgliedes Max Tabaschnik¹ an menschenverachtenden Methoden der NS-Wachmannschaft des ehemaligen „Naturfreundehaus“ Königstein-Halberstadt.
Im Rahmen, der zur Zeit in Pirna gastierenden Sonderausstellung „Was da losging war ungeheuerlich“ der Stiftung Sächsische Gedenkstätten², stellt Dr. Baganz, als wissenschaftliche Mitarbeiterin des „Zentrums für Antisemitismusforschung“ der TU Berlin, die Ergebnisse ihrer Promotion zu eben diesem Thema vor.
Veranstalter und Veranstaltungsort ist die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein. Der zeitliche Rahmen ist von 19:00Uhr bis 20:30 Uhr angelegt. Die Veranstaltung ist kostenfrei.
Fußnoten:
¹ http://geschichte-pirna.de/berichte.htm
² http://www.stsg.de/main/stsg/ausstellung/fruehe_kz/
Fotobroschüre zur italienischen Resistenza erschienen
Dieses Jahr nehmen Mitglieder des AKuBiZ e.V. zum dritten Mal an der "Sentieri Partigiani" teil. Die Veranstaltung im italienischen Reggio Emilia ist ein Mix aus Wanderung und ZeitzeugInnengespräch. Ehemalige WiderstandskämpferInnen erzählen über die Zeit des Faschismus und der deutschen Besatzung. Unter ihnen der Vorsitzende des Partisanenverbands "A.N.P.I." - Giacomo Notari.
Nun veröffentlicht der Verein eine 70-Seitige Broschüre mit einem geschichtlichen Abriss. Daneben werden ZeitzeugInnen portraitiert, die entweder auf der "Sentieri Partigiani" sprachen, oder auf anderen Reisen kennen gelernt wurden. Unter den 16 Personen ist auch Francesco Pirini, einer der Überlebenden, des größten Massakers an der italienischen Zivilbevölkerung - verübt von der deutschen SS-Panzerdivision.
Die Broschüre "per la libertá" erscheint mit italienischer Übersetzung und wird mit Unterstützung des Landkreis Sächsische Schweiz ("Lokaler Aktionsplan" im Rahmen des Bundesprogramms "Vielfalt tut gut!") herausgegeben. Momentan gibt es das Heft kostenlos im Büro des AKuBiZ e.V. (Gartenstrasse 37; Pirna) zu bekommen - über eine Spende ist der Verein aber jederzeit dankbar.
„Man muss einen harten Geist und ein weiches Herz haben“
Gedenken an die Gruppe "Weiße Rose"
Heute vor 65 Jahren wurden die ersten Mitglieder der "Weißen Rose" von den Nazis ermordet. Eine der wenigen deutschen Widerstandsgruppen wurde damit beseitigt. Die Weiße Rose war während der Nazidiktatur in München aktiv - Heute ist ihr Name international bekannt. Besonders Verfilmungen haben dazu beigetragen.
Weiterlesen: Die Weiße Rose - mehr als eine Blume zum Anstecken
Nazi ermordet Antifaschisten in Tschechien
Wieder einmal stellen tschechische Neonazis ihre Brutalität unter Beweis. Im November 2007 schoss der Anmelder einer Nazidemonstration - Petr Kalinovsky - in Prag auf Gegendemonstranten. Verletzt wurde damals glücklicherweise niemand. Schon vorher beschlagnahmte die Polizei bei den Anwesenden Totschläger, Pistolen, Äxte und Sprengkörper. Nun erstach ein bekannter Nazi den 18jährigen Antifaschist und SHARP-Skin Jan Kucera.
Die Stadt Pribram liegt etwa 70 Kilometer südwestlich von Praha. Dort feierte eine Gruppe antirassistischer Skinheads, als sie von Nazis angegriffen wurden. Dabei kam es zu einer Schlägerei mit dem 20-Jährigen Täter Jiri Fous. Dieser posierte bereits vorher mit einem Messer und stach mit diesem zwei Mal auf Jan Kucera ein, der kurz darauf seinen Verletzungen erlag.
Fous, der in Tschechien als bekannter Neonazi-Schläger gilt, wurde von einer Überwachungskamera gefilmt. Inzwischen ist er, der beim Überfall in Wehrmachtsuniform auftauchte, verhaftet worden.
Nur einen Tag später haben in Praha rund 250 Neonazis gegen das Verbot eines Aufmarsches in Plzen demonstriert, wo sie wieder einmal vor einer Synagoge provozieren wollten. Antisemitismus ist - neben Hass auf Sinti und Roma - eines der wichtigsten Themen tschechischer Nazis. Der Organisator, Václav Bureš, hatte dazu aufgerufen, Schusswaffen bei der Demonstration mitzuführen.
Auch zu den Nazigroßaufmärschen am 13. und 16. Februar in Dresden ist mit der Teilnahme tschechischer Nazis zu rechnen. Schon lange sind gute Kontakte zwischen sächsischen und böhmischen Nazis bekannt, die über die Hilfe bei Propagandadruck hinausgehen. Dazu gehört unter anderem die Ausrichtung von in Deutschland verbotenen Konzerten.
Sicher gibt es eine Menge was wir kritisieren könnten - schief gelaufene Veranstaltungen, nicht erschienene Pressemitteilungen, gescheiterte Projekte oder mangelndes Interesse. Es ist uns nicht gelungen hunderttausende Schnipsel in Einkaufszentren oder auf leere Strassen zu werfen. Wir haben auch keine Aufkleber auf Mülleimer oder alte Parkbänke geklebt. Und auch Kerzen wurden nicht in die Elbe gesetzt - und irgendwie sind wir ziemlich froh darüber. Doch erscheint es auch wenig sinnvoll weiter darauf einzugehen. Deshalb wollen wir lieber die Erfolge des Vereins dokumentieren, der immer noch ohne bezahlte Stellen auskommt und (Mirko - wir helfen gern beim "Reinfuchsen") auch dieses Jahr keine regelmäßige Förderung von Stadt oder Land bekam. Mehr als 40 Veranstaltungen wurden durch oder mit Hilfe des AKuBiZ e.V. durchgeführt und 20 Mal wurde in Zeitungen über uns berichtet. Dazu kamen sowohl Fernseh- als auch Rundfunkbeiträge. Besondere Freude bereitete die Durchführung unserer jährlichen Veranstaltungen. So durften wir das vierte Jahr in Folge am ZeitzeugInnengespräch in Ostritz teilnehmen. Zum dritten Mal organisierten wir (dieses Jahr mit Hilfe der Dresdener Gruppe "KITA") das Solikonzert für AsylbewerberInnen aus der Sächsischen Schweiz, sowie das Kulturfest, das es diesmal nur in der "light"-Variante gab.
Öffnungszeiten Kulturkiste K2
jeden Donnerstag 14-17 Uhr
und nach Absprache