Beim AFFI-Hallencup, der am 06.April in Chemnitz stattfand, holte der Fussball-Club "schwarz-rot-pirna" den Pokal für antirassistisches Engagement. Zwar gelang es ihnen nicht das Turnier zu gewinnen, aber die Mitglieder des gemischten Teams wurde für ihre Aktionen gegen Rassismus, Antisemitismus und Sexismus geehrt. Mehr Infos über "schwarz-rot-pirna", einige Fotos und Spielberichte unter: http://schwarz-rot-pirna.de
Pirna. An den Pirnaer Elbwiesen feiernde Jugendliche wurden in den Abendstunden des 06.04.07 Opfer eines Angriffs mehrerer rechter Täter. Die Jugendlichen wurden gegen 21.45 Uhr von den Gleisen mit Steinen beworfen. Als sich die Jugendlichen in Sicherheit gebracht hatten und wieder sammelten, verschwanden die Täter unter "Sieg Heil"-Rufen in die Pirnaer Innenstadt und wurden im Bereich der Feldschlößchen-Kreuzung noch einmal gesehen. Beamte des BGS, die nach 45 Minuten an den Elbwiesen erschienen und von den Jugendlichen die Personalien aufnahmen, wurden über die Steinwürfe und "Sieg Heil"-Rufe informiert.
Über 100 Gewerkschafter aus ganz Deutschland haben sich am Wochenende mit dem stellvertretenden ver.di-Landesvorsitzenden Angelo Lucifero solidarisiert, der am Donnerstag am Rande einer Demonstration von Neonazis angegriffen worden war und daraufhin mit einer Schreckschußwaffe geschossen hatte. In einem offenen Brief fordern sie DGB und ver.di dazu auf, sich hinter den Kollegen zu stellen und öffentlichen Schmähungen durch CDU und andere entschieden entgegenzutreten: Tätliche Angriffe und Bedrohungen durch rechtsextreme Schlägertrupps gehören für Migranten und Antifaschisten in Thüringen zum Alltag – während die Polizei oft genug wegsieht. In dieser Situation möchten wir nachdrücklich darauf hinweisen, daß nicht Angelo Luciferos Handlung, sondern die Zustände, die dazu geführt haben, ins Zentrum der Auseinandersetzung gehören. Dazu zählt auch, daß es einer größeren Gruppe Nazis am Donnerstag, den 15.3.7 in Erfurt gelungen ist, an einer Kundgebung gegen Rechtsextremismus »teilzunehmen« und Kundgebungsteilnehmer anzugreifen, ohne daß die Polizei einschritt oder die Organisatoren der Kundgebung dazu in der Lage gewesen wären. Zu diesen Zuständen gehört nicht zuletzt, daß beim letzten öffentlichen Auftreten von »Freien Kameradschaften« und NPD Thüringen am 9. Februar in der Erfurter Bahnhofstraße Polizei und Neonazis gemeinsam gegen Antifaschisten vorgegangen sind und die anwesenden Beamten nicht eingegriffen haben, als Angelo Lucifero von Neonazis niedergeschlagen wurde. Viele von uns kennen Situationen wie diese aus eigener Erfahrung und möchten unmißverständlich festhalten: Das Thüringer Gewaltproblem heißt stillschweigend geduldeter Naziterror und nicht Selbsthilfe der Betroffenen. Wir wenden uns als engagierte Gewerkschaftsmitglieder an unsere Organisation und erwarten, daß Angelo Lucifero die volle Unterstützung erhält, insbesondere auch gegenüber der CDU-Landtagsfraktion, die sich nicht gegen die rechtsextremen Angreifer, sondern gegen den Angegriffenen stellt und in Selbstverteidigung ein »zweifelhaftes Demokratieverständnis« sieht. Einige der 135 Todesopfer rechter Gewalt in Deutschland 1990–2005 würden vermutlich noch leben, hätten sie sich verteidigen können. Statt Passivität gegenüber rechtsextremen Gewalttätern zu verlangen, muß die Thüringer Regierungspartei endlich deren potentielle Opfer wirksam schützen. Quelle: Junge Welt
Am 04.03.2007 fand im Pirnaer Beruflichen Schulzentrum (BSZ) für Technik der Landesparteitag der NPD Sachsen statt. Die Nazipartei hatte sich über die Instanzen geklagt und damit in die Räumlichkeiten. Kleine Verwirrung Vor dem Gelände des BSZ fand dann auch eine angemeldete Kundgebung von Aktion Zivilcourage und DGB statt. Auf dieser kamen Landrat Michael Geisler (CDU), Pirnas Oberbürgermeister Markus Ulbig (CDU), der DGB-Vorsitzende Ralf Hron (SPD), der designierte Vorsitzende der Linksfraktion im Sächsischen Landtag Dr. André Hahn, Lohmens Pfarrer Martin Staemmler-Michael und der Pirnaer Pfarrer Christian Fleischer zu Wort. Auf dem Kundgebungsplatz wurde eine große Luftmatratze mit der Aufschrift „Diese Stadt hat Nazis satt!“ aufgestellt. Ob dem so ist, kann jede oder jeder, angesichts einer Beteiligung von über 100 Menschen, für sich selbst entscheiden. Es ist zudem Schade, dass die Kundgebung defacto nicht beworben wurde, sodass ein größer Zulauf fast nicht möglich war. Zumindest konnte Landrat Geisler schon seit Wochen absehen, dass diese Veranstaltung stattfinden wird, denn die Rechtslage war relativ klar. Es wäre also möglich gewesen, ein wirklich deutliches Zeichen zu setzen. Interessant war die Forderung von Oberbürgermeister Ulbig mehr finanzielle Mittel in die Zurückdrängung der Nazis zu investieren. Auch Pfarrer Staemmler-Michael forderte dies mit dem Hinweis, dass gerade im Bereich Jugendsozialarbeit mehr Engagement notwendig sein. Wir nehmen die Ausführungen des Pirnaer Oberbürgermeisters zur Kenntnis und werden ihn an seinen Taten diesbezüglich messen. Auch unserem Verein AkuBiZ e.V., wurden auf Anraten von Beiratsmitglied Lars Rohwer (CDU) die Mittel für 2007 gestrichen (Weltoffenes Sachsen). Doch schon vor Beginn des NPD-Landesparteitages wurde bekannt, dass nicht alle Wege zum Tagungsort führen. Per neuer Schilderung, gerieten einige Nazis auf „Abwege“ und mussten so Verspätungen in Kauf nehmen. Linke Demo in Pirna Gegen 12:30 Uhr sammelten sich dann, auf dem Pirnaer Bahnhof etwa 50 Antifaschistinnen und Antifaschisten. Sie beabsichtigten mit einer kleinen Demo, vorbei am Berufsschulzentrum, ihren Protest gegen diese Zustände kundzutun. Dies wurde ihnen durch die Polizeileitung verboten. Daraufhin zog sich der Zug Richtung Bahnhof zurück und orientierte kurzentschlossen in die Pirnaer Innenstadt. Die völlig überraschten Einsatzkräfte fanden die Antifaschistische BesucherInnengruppe allerdings erst wieder, als sie schon am Naziladen „Crimestore“ angekommen war. Die darin anwesenden Nazis aus dem Umfeld der SSS waren mit der spontanen Überraschung ziemlich überfordert. Dies äußerte sich darin, dass kein Schlüssel zum verschließen der Ladentür zu finden war. So mussten sich die Kameraden gegen die Tür stemmen, was sie sogar von der richtigen aus Seite taten. Der darauf folgende Heimweg der AntifaschistInnen zum Pirnaer Bahnhof wurde als Spontandemo angemeldet und sorgte für einen lauten und sehenswerten Abgang. Antifa versus Nazis Alles in allem ein Erfolg besonders für eine linke, antifaschistische Bewegung in Pirna. Sie sollte sich auch demnächst den Problemen in der Region stellen. Sei es dem Haus in Rosenthal-Bielatal, sei es den noch immer aktiven Nazistrukturen der SSS, oder sei es dem gesellschaftlichem Konsens, der antifaschistisches Agieren stets kriminalisiert.
Heute vor 64 Jahren wurden drei Mitglieder der Münchener Widerstandsgruppe "Die weiße Rose" von den Nazis ermordet. In einer Zeit in der viele den Parolen der Nazis folgten oder sich zumindest nicht daran störten, gab es aber auch Menschen, denen dieses System zu wider war. Im Juni 1942 wurde die Gruppe "Weiße Rose" gegründet. Unter größter Lebensgefahr druckten und verteilten sie insgesamt sechs Flugblätter, in denen zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufgerufen wurde. Die "berühmtesten Namen" waren die, der beiden Geschwister Hans und Sophie Scholl, nach denen auch das Jugendhaus in Sebnitz benannt ist. Weitere bekannte Mitglieder waren ihr Kommilitone Christoph Probst, Willi Graf und Alexander Schmorell, außerdem der Universitätsprofessor Kurt Huber. Eine Reihe von FreundInnen und Bekannten kamen noch dazu... Der Widerstand bestimmter Mitglieder war ausdrücklich christlich motiviert und wurde durch die Empörung über die Deportation und Behandlung von sowohl Juden als auch Regimegegnern gestärkt. Mehrere Mitglieder hatten Massenermordungen in Polen beigewohnt, was sie nach ihrer Rückkehr nach Deutschland zum Widerstand bewegte. Nach den Erfahrungen an der Front des 2. Weltkrieges und den Berichten von Freunden über Massenmorde in Polen und Russland genügen ihnen Lesen und Diskutieren allein nicht mehr. Im Juni 1942 handeln Alexander Schmorell und Hans Scholl. Die ersten vier Flugblätter wurden von Ende Juni bis Mitte Juli 1942 verfasst und anonym mit der Post an Intellektuelle im Raum München verschickt. Im Winter dieses Jahres wurde die Gruppe durch Sophie Scholl und Willi Graf erweitert. Ende Juli 1942 muss die Gruppe während der Semesterferien zum Kriegseinsatz an die Ostfront. Im Spätherbst kehren die Studenten von der russischen Front zurück und nehmen ihre Widerstandstätigkeit wieder auf. Das fünfte Flugblatt „Aufruf an alle Deutsche!“ (mit einer geschätzten Auflage zwischen 6000 und 9000) wurde in Kurierfahrten in mehreren süddeutschen und auch in einigen österreichischen Städten verteilt. Ende Januar 1943 ist die Schlacht um Stalingrad verloren. Etwa 230.000 Soldaten waren allein auf deutscher Seite gefallen; über 1.000.000 Menschen starben auf russischer Seite. Stalingrad wird der Auftakt zum verstärkten Widerstand in den besetzten europäischen Ländern. Die deutsche Bevölkerung ist durch diese erste große Niederlage verunsichert. Für die Teilnehmer der Weißen Rose wird dies der Anstoß zu ihrem sechsten Flugblatt „Kommilitoninnen! Kommilitonen!“ Das sechste Flugblatt wurde der Gruppe zum Verhängnis. Es war von Kurt Huber verfasst worden und wandte sich gegen die Kriegspolitik des "Dritten Reiches". Nachdem nicht alle Exemplare verschickt werden konnten, wurde beschlossen, die übrig gebliebenen Flugblätter an der Universität München zu verteilen. Am 18. Februar 1943 versuchten die Geschwister Scholl, die Blätter an der Universität auszulegen, wurden dabei vom Hausmeister Jakob Schmied entdeckt und von diesem an die Gestapo ausgeliefert. Sie wurden von Roland Freisler am Volksgerichtshof zum Tode durch das Fallbeil verurteilt. Das Urteil wurde am 22. Februar an den Geschwistern Scholl und Christoph Probst vollstreckt. Kurt Huber, Willi Graf und Alexander Schmorell wurden in einem zweiten Prozess vor dem Volksgerichthof ebenfalls zum Tode verurteilt. Kurt Huber und Alexander Schmorell wurden am 13. Juli 1943 im Gefängnis München-Stadelheim enthauptet, die Hinrichtung Willi Grafs erfolgte am 12. Oktober 1943 ebenfalls durch das Fallbeil, nachdem die Gestapo über Monate hinweg versucht hatte, aus Willi Graf Namen aus dem Umfeld der Weißen Rose herauszupressen. Falk Harnack wurde zunächst aus "Mangel an Beweisen" freigesprochen. Als er im Dezember 1943 erneut verhaftet und in ein Konzentrationslager verbracht werden sollte, gelang ihm die Flucht. (www.wikipedia.de)
Öffnungszeiten Kulturkiste K2
jeden Donnerstag 14-17 Uhr
und nach Absprache