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An einer Demonstration für Selbstbestimmung und Freiräume in der Neustadt - gegen Videoüberwachung und Repression - nahmen gestern mehrere hundert Menschen teil.

Trotz des schlechten Wetters wurden die Forderungen der TeilnehmerInnen laut: "Wir brauchen hier keine Tiefgarage und keinen Supermarkt, wir brauchen gerade wegen der bevorstehenden Klimaveränderungen mehr grüne Freiflächen, Luft und Licht, Platz für unsere Kinder. Wir fordern eine lebenswerte Gestaltung des Wohnquartiers Kamenzer Strasse und die Erhaltung der Freifläche zur gemeinschaftlichen Nutzung und Pflege durch AnwohnerInnen. STOPPT den Verkauf und die vorgesehene Überbauung des städtischen Grundstücks Kamenzer Strasse 24-28!Seit zweieinhalb Jahren sind Menschen auf der Suche nach einem geeigneten Ort für ein Soziales Zentrum. Weder Verhandlungen mit der Stadt noch mit Privateigentümern haben bis jetzt zu irgendwelchen Ergebnissen geführt. Auf dem "freien" Markt ist nichts zu finden. Und so müssen Initiativen wie der Umsonstladen immer wieder von einem Provisorium ins nächste umziehen. Der Bedarf an nichtkommerziellen, selbstverwalteten Freiräumen ist da. Die Häuser denen, die sie brauchen!" Die Kampagne lehnt außerdem die Versuche der Disziplinierung der Äusseren Neustadt durch Planen und Handeln von Politik und Verwaltung ab. "Es ist an der Zeit, eine Bunte Republik Neustadt dauerhaft auszurufen." hieß es in einem Redebeitrag. Eine Reihe von Transparenten und gebastelten Videokameras begleidete die Demonstration, die von der Kamenzer Strasse über die Albertstrasse zurück in die Neustadt ging.

ART Dresden, 22. Mai 2007 Am Abend des 31. Mai 2007 will NPD-Landtagsmitglied Rene Despang in Dresden sein Bürgerbüro eröffnen. Es wird auf der Osterbergstraße 14 im Stadtteil Pieschen eingerichtet. Der ehemalige NPD-Kreisvorsitzende von Dresden rückte im September 2006 für den verstorbenen Uwe Leichsenring in den sächsischen Landtag nach und ist außerdem für das sogenannte Nationale Bündnis Dresden Mitglied des Ortsbeirates Dresden-Cotta. Am 8. Mai eröffnete MdL Peter Klose in Zwickau ein Parteibüro, in Pieschen entsteht damit bereits das fünfte Bürgerbüro der NPD in Sachsen. Die Neueröffnung ist zudem der Versuch der NPD den Wegzug der Parteizentrale - und damit der gleichzeitigen Schließung von drei "Bürgerbüros" aus Kostengründen - aus dem Dresdner Lockwitzgrund zu kompensieren. Dieser Entwicklung gilt es entgegenzutreten. In Zwickau protestierten zahlreiche Menschen gegen die Eröffnung der "Anlaufstelle nationaler Politik" [1] ähnliches wäre für Dresden nur wünschenswert. [1] zitiert nach Pressemitteilung der NPD vom 08.05. 2007

Seit 1999 organisieren in Most Nazis ein Treffen, um den Todestag ihres "gefallenen Kameraden" Milos Reho zu begehen. Reho (19) wurde in der Stadt Litvinov bei einer Auseinandersetzung mit einem "Sinti und Roma"-Mann erstochen. Später wurde dieser wegen Todschlag zu einer Haftstrafe von 10 Jahren verurteilt. Seit dem wird der Tod Rehos von der lokalen und nationalen Naziszene benutzt, um einen jährlichen Gedenkmarsch zum Friedhof zu veranstalten. Dies wird genutzt um Stärke zu zeigen, aber auch um ihren Rassismus zu verbreiten. Er richtet sich hier vor allem gegen "Sinti und Roma". Dennoch gibt es eine Reihe von Versuchen, lokaler AntifaschistInnen, dieses Treffen zu stören. Dabei kommt es auch zu direkten Angriffen auf Mitglieder der patriotischen Neofaschistischen Front. Auch letztes Jahr war dies der Fall. In diesem Jahr wurde der Gedenkmarsch von einigen Leuten organisiert, die in direkter Verbindung zur regionalen Nazigruppe "Radical-Boys-Brux" (Brux ist tschechisch für Most) und zur rassistischen Hooligansszene, sowie zu einem Zweig des "Narodni Odpor" (Nationaler Widerstand) stehen. Die Gegenaktionen wurden von Mitgliedern und Sympathisanten der "Antifaschistischen Aktion - Vereinigung anarchistischer Gruppen" (AFA-FAS) und dem Infoportal www.antifa.cz organisiert. Etwa 100 Menschen trafen sich deshalb in einem Park an der Naziroute. Die überraschend große Anzahl von PolizistInnen hielt die Gruppe allerdings ab, in die Nähe des Aufmarsches zu gelangen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich rund 300 Nazis am Bahnhof versammelt. Auf Grund der geringen Anzahl von GegendemonstrantInnen schlug eine Blockade der Route fehl. Als das Auto eines bekannten Anti-Antifa-Fotographen angegriffen wurde, fuhr dieser absichtlich in eine Gruppe von AntifaschistInnen und verletzte 3 Menschen. Zwei Frauen mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Eine von ihnen wurde leicht verletzt entlassen, während die Andere mit einer Fraktur der Hüfte weiter im Krankenhaus liegt. Der Fahrer wurde festgenommen und befindet sich immer noch in Polizeigewahrsam.

An diesem Pfingstwochenende trafen sich im bayrischen Mittenwald zum 50. Mal Gebirgsjäger und deren Freunde auf dem Hohen Brendten, um der gefallenen Kameraden aller Epochen zu gedenken. Aller Epochen meint auch deren, die im 2. Weltkrieg an deutschen Kriegsverbrechen beteiligt waren. So ermordeten nach der Eroberung Griechenlands Angehörige der deutschen Gebirgsjägertruppen am 21. und 24. September 1943 über 4.000 unbewaffnete italienische Soldaten. Es handelt sich um eines der schwersten deutschen Kriegsverbrechen im Mittelmeerraum. Auch an anderen Massakern waren sie beteiligt. Doch es stört offensichtlich nur wenige, wenn in Mittenwald die Bundeswehr gemeinsam mit alten Nazis feiert und der Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung eine Rede hält. Doch eben jener Christian Schmidt erklärte ja schließlich, dass auch er von 1976 bis 1977 seinen Wehrdienst bei der 1. Gebirgsdivision leistete. So stehen sie nebeneinander und singen ihre Lieder: Mitglieder der Bundeswehr und, unter anderem, Josef Scheungraber. Er wurde in Italien rechtskräftig wegen 14 fachen Mord zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Seine Einheit hatte im Juni 1944 als „Vergeltung“ gegen Partisanenangriffe 13 Zivilisten in ein Bauernhaus gesperrt und es gesprengt. Alle im Haus bis auf einen 15-jährigen Jungen starben. Der Ort der Gebirgsjäger-Veranstaltung ist durch Polizeieinheiten abgeriegelt. GegendemonstrantInnen dürfen nicht hinauf! Einige schaffen es trotzdem und zeigen am Anfahrtsweg ihre Transparente. Mitglieder der "Vereinigung der Verfolgten des Naziregiems" schaffen es sogar zum Gedenkplatz und entrollen ein Plakat mit der Aufschrift "Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen". Danach wurden sie in Polizeigewahrsam genommen und nach der Zusammenrottung der "Jäger" wieder entlassen. Empört sind die Gebirgsjäger über die Störungen und lassen sich zu so manchen Ausrutscher hinreißen. "Idioten und Kommunisten", "Ihr woards ja goarnet daobei" oder "Lernt erstmal arbeiten", brüllen sie aus ihren Autos und zeigen dabei den Mittenfinger. Kurze Zeit später demonstrieren mehr als 300 AntifaschistInnen durch die Innenstadt von Mittenwald und fordern die Entschädigung der Opfer, sowie die Beendigung des Gebirgsjägertreffens. Doch die Menschen, die vom Tourismus leben, haben dafür kein Verständnis. Sie wollen nur das wieder Ruhe einzieht in die Gemeinde. Es ist doch schon 60 Jahre her und Kriegsverbrechen habe es ja eh nicht gegeben - nicht in Italien und nicht im ehemaligen Jugoslawien. Widerlich ist dieses Verhalten, befinden sich unter den TeilnehmerInnen auch die Kinder des in Kephallonia ermordeten Hauptmanns Cap. Francesco De Negri. Noch schlimmer wird es, als einer der jungen Polizisten beginnt Marcella de Negri zu bedrägen und sie zu schupsen. Stolz strahlt der zwei Meter große Mann nach seiner tat übers ganze Gesicht. Am Tag vorher waren Marcella und ihr Bruder Enzo bei einer Veranstaltung im Zelt der GegendemonstrantInnen in der Nähe des Bahnhofes. Mit ihnen eine Reihe weiterer ZeitzeugInnen, wie Paola Fioretti (Tochter von Capo di Stato Maggiore Giovanni Battista Fioretti der am 24.9.1943 ermordet wurde), Richard Wadani (desertierte 1944 in Frankreich aus der Wehrmacht und trat in die tschechische Armee ein) und Nikos Fokas (war Partisan bei der EAM/ELAS und half italienischen Soldaten nach den Massakern der Gebirgsjäger im Herbst 1943). Etwa 150 Menschen waren im Zelt und folgten den Erzählungen. Wir hoffen, dass im nächsten Jahr wieder mehr AntifaschistInnen den Weg nach Mittenwald finden, um den Überlebenden und Opfern der Massaker ihre Solidarität zu zeigen und den Angehörigen zu sagen, dass wir nicht vergessen und uns weiter gegen die Verherrlichung von NS-Verbrechern einsetzen werden.

Auch dieses Jahr nahmen wieder etwa 400 Menschen am Pfingstcamp im tschechischen Srbska Kamenice teil. Das Camp, welches zum 9. Mal stattfand, stand unter dem Motto "Wir machen uns die Welt wie sie uns gefällt". [img align=right]http://kulturhaus-pirna.de/uploads/photos2/news/2007/vortrag-camp.jpg[/img]Ein reichhaltiges Angebot an Seminaren und sonstigen Freizeitangeboten sorgten für ein abwechslungsreiches und informatives Wochenende. Die Seminare waren verschiedensten Themen wie z.B. Globalisierung, Antifaschismus, Überwachung und Protest gewidmet; darunter befanden sich auch 4 Vorträge unseres Vereines. Interessierte konnten den Seminaren "Nazistrukturen in Sachsen", "Rechter Lifestyle und Nazijugendkulturen", "Gegenstrategien, Chancen alternativer Jugendarbeit" und "No-Go-Areas und gesellschaftliche Verankerung" lauschen. Ein Highlight war der Besuch der Rabsteiner Fabriken. Mitte des 19.Jahrhunderts baute Franz Preidl u.a. in Janska Fabrikgebäude, die als Textilspinnereien genutzt wurden. Während des Zweiten Weltkrieges wurde in dem Fabrikkomplex Rüstungsproduktion betrieben. Um die Produktion zu steigern, ließen die Deutschen Kriegsgefangene und Häftlinge aus dem KZ-Flossenbürg unterirdische Stollen in den Sandstein schlagen. Dabei kamen viele Menschen ums Leben. Der Geschichte der unterirdischen Fabriken ist eine sehenswerte Ausstellung gewidmet. (Näheres siehe: http://www.cztour.cz/rabstejn/de/) Am Abend konnte man den Tag mit Konzerten oder hausgemachter Disko ausklingen lassen. Am Ende bleibt zu sagen, dass es dieses Jahr wieder ein gelungenes Camp mit vielen Angeboten zu erleben gab. Wir wünschen viel Erfolg im nächsten Jahr und werden euch natürlich auch wieder unterstützen...

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