Auch in diesem Jahr wird es in Dresden wieder Veranstaltungen geben, die an die Ermordung von Jorge João Gomondais vor 21 Jahren erinnern sollen. Nachdem der ehemalige Vertragsarbeiter aus Mosambik zunächst von einer Gruppe rechter Jugendlicher beleidigt und am Albertplatz aus einer fahrenden Straßenbahn geworfen wurde, verstarb er wenige Tage später in einem Dresdner Krankenhaus an den Folgen seiner schweren Verletzungen. Jorge Gomondai wurde damit zum ersten Todesopfer rechter Gewalt nach der Wiedervereinigung, seit 2007 erinnert ein nach ihm benannter Platz und ein Gedenkstein unweit des Tatortes an seine Ermordung.
In der vom Dresdner Ausländerrat organisierten Gedenkwoche anlässlich des Jahrestages seiner Ermordung fand bereits gestern ein Fußballturnier im Heinz-Steyer-Stadion statt.
186 rechtsmotivierte und rassistische Angriffe im Jahr 2011 in Sachsen – erneut ein Todesopfer rechter Gewalt.
Die Beratungsstellen für Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt des RAA Sachsen e.V. zählten im Jahr 2011 186 Angriffe. 269 Menschen waren davon direkt betroffen. Die Beratungsstellen zählen ausschließlich Gewaltdelikte.
Im Vergleich zum Vorjahr (239) ist ein Rückgang zu verzeichnen. Diese Entwicklung darf jedoch kein Anlass zur Entwarnung sein.
Das dritte Jahr in Folge forderte rechte Gewalt in Sachsen allem Anschein nach ein Todesopfer. Am 27. Mai wurde der Wohnungslose André K. in Oschatz brutal zu Tode geprügelt.
Weiterlesen: Die Opferberatung RAA Sachsen legt Statistik für 2011 vor
Am 02. März 2012 eröffnet nun in Pirna unser Infotreff - dieser ist das Ergebnis einer langen Suche nach Räumen für antifaschistische Bildungsarbeit. Die Räume liegen zentral in der Nähe des Marktes und bieten Platz für kleinere Ausstellungen, Vorträge, Filmbesprechungen, Lesungen und Seminare. In einem weiteren Raum ist eine Bibliothek mit über 700 Büchern eingerichtet. Dort gibt es auch einen offenen PC-Arbeitsplatz und verschiedene kostenfreie Informationsmaterialien.
Getragen wird der Infotreff durch die Pirnaer Ortsgruppe des Roten Baum e.V. und AKuBiZ e.V. - beide Vereine haben eine lange Tradition. Ist der Rote Baum e.V. vor allem durch die Ausrichtung von offener Jugendarbeit in Dresden sowie die Durchführung von Jugendweihe und Ferienfahrten bekannt, steht AKuBiZ e.V. für Geschichtsprojekte und Bildungsveranstaltungen.
Pressemitteilung des AK-Distomo zur Entscheidung des IGH in Den Haag:
Am Freitag, den 3. Februar 2012, verkündete der Internationale Gerichtshof in Den Haag seine Entscheidung im Fall Deutschland ./. Italien. Er gab der Klage Deutschlands statt, mit der die Bundesrepublik Immunität gegenüber Klagen von NS-Opfern in Italien beansprucht. Deutschland klagte vor dem IGH, weil italienische Gerichte vielfach zu Gunsten der Opfer entschieden und eine Klagemöglichkeit in Italien anerkannt haben. Mit diesem Urteil ist nun der Klageweg für NS-Opfer in Italien versperrt.
In der letzten Dezemberwoche machten wir uns zu unserer Klausurtagung auf. Eine Woche besprachen wir vergangene Projekte und planten neue Veranstaltungen. Dafür reisten wir in die Nähe der Gemeinde Walim in Polen. Dort fand im Sommer 2003 unsere erste Jugendbegegnung statt. Seither besteht eine freundschaftliche Beziehung zu den Organisator_innen vor Ort.
Wir werden euch auch 2012 mit einer ganzen Reihe Veranstaltungen überraschen. Aber natürlich werden auch bestehende Projekte, wie der Antira-Fussball-Cup, wieder stattfinden. Zum Abschluss unserer Klausur beschlossen wir die Unterstützung des Protestes in Dresden, der in einen Aufruf zur Solidarität mit den Betroffenen der sächsischen Repressionen mündet:
Öffnungszeiten Kulturkiste K2
jeden Donnerstag 14-17 Uhr
und nach Absprache