Seit wenigen Stunden ist es offiziell, ich habe einen der beiden Panterpreise gewonnen. Die Leser_innen gaben die meisten Stimmen für mich ab und ehrten damit die Aktivitäten des AKuBiZ e.V.
Bereits in den letzten Wochen und Monaten zeigte sich, wie viele Menschen ein großes Interesse an unserer Arbeit haben und diese wertschätzen. Wir bekamen eine Reihe netter Mails, Anrufe und persönlicher Rückmeldungen. Allein dies bestärkte uns in unserem Handeln. Nicht immer konnten wir so einen Rückenhalt spüren. Der Verein wurde im Herbst 2001 gegründet - in einer Zeit, in der die Gegend rechts dominiert war und zuständige Behörden wegschauten. Wer sich offen kritisch äußerte, wurde zum/zur Nestbeschmutzer_in abgestempelt. Doch "Nester", die sich einer Auseinandersetzung nicht stellen, sollten "Beschmutzungen" aushalten müssen!
Stolz konnte die "Steuerungsgruppe Extremismus" Anfang Juli verkünden, die "Zahl der politisch motivierten Gewalttaten (sei) auf niedrigstem Niveau" und der Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge habe sich in "ein Modellgebiet der Zurückdrängung von Rechtsextremismus entwickelt". Die Sächsische Zeitung meldete kurz darauf, im sogenannten Modellgebiet mussten Königsteiner Stadträte zur Sprühdose greifen und das Logo „Die Sächsische Schweiz ist bunt“ am Schutzzaun an der B172 erneuern. Dieses war bereits das zweite Mal verunstaltet worden.
Fast keine mediale Öffentlichkeit bekamen mehrere Angriffe auf Asylsuchende im letzten Monat. Neutral gehalten veröffentlichte die Sächsische Zeitung am 4. Juli 2012 eine Polizeimeldung "Polizei sucht gefährlichen Flaschenwerfer".
Der Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge hat nach Angaben von dapd Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Dresden eingelegt. Dieses hatte im April 2012 entschieden, dass die Extremismusklausel rechtswidrig ist. Sowie die Bundesarbeitsgemeinschaft Demokratieentwicklung (BAGD) als auch wir siehen der Berufungsverhandlung vor dem Oberverwaltungsgericht Bautzen entspannt entgegen und fordern eine Rückkehr zur politischen Auseinandersetzung.
Timo Reinfrank von der Amadeu Antonio Stiftung: "Wir sehen der nächsten Instanz in Bautzen entspannt entgegen. Mehrere Gutachten und das Verwaltungsgericht Dresden haben bereits die Rechtswidrigkeit der Extremismusklausel bestätigt. Wir hoffen, dass Frau Schröder endlich von der Extremismusklausel Abstand nimmt.
Über 18 Kilometer erstreckte sich die dritte geschichtliche Wanderung in diesem Jahr. Eingeladen waren Freund_innen und Interessierte. Startpunkt war am Sonntag der Parkplatz am Forstamt in Graupa, wo es eine kleine Einführung in die Situation vor den Reichstagswahlen im März 1933 gab. So gehörte die Gemeinde Graupa zu denen, wo die NSDAP auf Platz 1 gekommen war. Damit kam es zu einer langen Reihe von gewalttätigen Aktionen in der damaligen Amtshauptmannschaft Pirna. Bücher wurden verbrannt, Naturfreundehäuser besetzt und Antifaschist_innen verhaftet. Einer von ihnen war Fritz Richter, Kopf der Graupaer KPD. Erster Halt war auf der Lohngrinstraße, wo die Familie damals wohnte. Nach langer Haft in Zwickau und dem KZ Sachsenburg musste er in einem Strafbataillon dienen. Seither verliert sich seine Spur.
Zeitzeug_innengespräche mit Überlebenden des Nationalsozialismus in Ostritz
In der Oberlausitz schmiegt sich idyllisch das Kloster St. Marienthal an die Neiße. Der durch ständige Regenfälle nunmehr reißende Fluss ließ Strand und Ufer verschwinden. Hier befinden wir uns zu einem außergewöhnlichen Treffen. Unserer 9. Begegnung mit ehemaligen KZ-Häftlingen in Ostritz.
Aus dem Leben gerissen wurden Menschen während des Zweiten Weltkrieges durch die zentralistische „Lösung der Judenfrage“. Sie verbrachten ihre Kindheit in Ghettos, Arbeitslagern oder Vernichtungslagern, sie starben oder überlebten. Zeitzeug_innen berichteten in einem zweitägigen Austausch über ihre Erinnerungen, ihre Erfahrungen, ihr Erlebtes und ihr Leben.
Öffnungszeiten Kulturkiste K2
jeden Donnerstag 14-17 Uhr
und nach Absprache