Seit einigen Jahren gibt es in Pirna wieder einen Hype um Hitlers Lieblingskomponisten Richard Wagner. Ziel dieser Aktion war eine pünktliche Fertigstellung aller Wagner-Installationen zu dessen Feier-Jahr 2013. Nun ist es soweit und die lokalen Medien sind voll von Lobeshymnen. Im Besonderen ist es die Neueröffnung der Graupaer Wagner-Ausstellung im Jagdschloss. Seine damalige Wohnstätte im Sommer 1846, war bislang das älteste Wagner-Museum der Welt. Auf einem Erholungsurlaub soll Wagner hier in der Region die Inspiration zu seiner Oper "Lohengrin" gefunden haben.
Seinen Spaziergängen im Liebethaler Grund wurde im Mai 1933 durch die Aufstellung des ersten Wagner-Denkmals in Sachsen gedacht.
Bereits zum siebten Mal fand am 13. Juli unser Fussball-Turnier des in Lohmen statt. Unter den 21 Teams waren Fussball-Faninitiativen, politische Gruppen, Teams von Asylsuchenden und Jugendhäusern. Einige der Teams kommen bereits seit sieben Jahren, andere waren zum ersten Mal da. Vor Beginn gab es die Begrüßung und die traditionelle Grußbotschaft der Mondiali Antirazzisti aus Italien. Dort spielen über 200 Gruppen aus der ganzen Welt für eine gerechtere Gesellschaft.
Während des Cups war noch ein ganz besonderes Team zu Gast. Das Team Saxolia startete von Lohmen aus die Ralley, die sie in ihrem Renault Twingo bis in die Mongolei bringen soll. Auf der gemeinnützigen Ralley werden Gelder für soziale Projekte gesammelt. Ein Teil des Geldes kommt in diesem Jahr uns zu Gute.
Folgende Pressemitteilung des Ökumenischen Informationszentrum e.V. Dresden (ÖIZ) erreichte uns. Wir begrüßen diesen Schritt des ÖIZ ausdrücklich und wünschen in der Auseinandersetzung mit der sächsischen Extremismusklausel viel Erfolg. Auch wir beantragten für ein seit 2008 gefördertes Projekt Mittel für dieses Jahr. Mit dem Zwang zur Unterschrift unter die Extremismusklausel wurde uns die Förderung verweigert, trotzdem bescheinigt wird, das Vorhaben entspricht grundsätzlich dem Fördergegenstand der Richtlinie. Wir konnten das Projekt letztendlich nur durch höhere Teilnehmer_innenbeiträge, Einzelspenden und die Verwendung von Mitteln aus Preisgeldern durchführen.
Weiterlesen: ÖIZ erhebt Widerspruch gegen die Extremismusklausel
Im Jahr 2003 fuhren wir zum ersten Mal für ein Wochenende nach Ostritz, um uns mit Überlebenden deutscher Ghettos und Konzentrationslager zu treffen. Seither haben wir Menschen aus verschiedenen Ländern im IBZ St. Marienthal getroffen: aus Polen, aus Tschechien, aus Russland, der Ukraine und aus Belarus. Immer wieder regten uns die Gespräche zum Nachdenken an - immer wieder kamen wir in sehr emotionale Situationen. Auch in diesem Jahr hatten wir das Treffen ausgeschrieben und so eine neue Gruppe Interessierter zusammengestellt.
Die Gruppe der sechs Zeitzeug_innen war bereits vorher zu Schul-Veranstaltungen in Görlitz und Zittau. Am Freitag war dann ein Filmemacher zu Gast, der einen Beitrag zu "Schuld und Verantwortung" drehte. Dabei kam es zu einer interessanten Diskussion über die Wirkungen von Zeitzeug_innen-Gesprächen.
Heute haben wir vor vielen geladenen Gästen den Preis "Botschafter der Toleranz" in Berlin verliehen bekommen. Er bedeutet für uns als Verein, der mittlerweile von fast allen öffentlichen Förderungen ausgeschlossen ist, eine weitere Planungssicherheit für die kommenden Jahre. Wir arbeiten zwar alle seit 2001 ehrenamtlich, aber die Projektausführungen, Miete und Nebenkosten für unser kleines Büro, die Zeitungen und Zeitschriften die dort kostenlos ausliegen und vieles mehr, kosten nun einmal Geld. Und wir haben den großen Wunsch, dass die von uns veranstalteten Projekte so finanziert sind, dass jede_r die Möglichkeit hat an ihnen teilzunehmen - unabhängig davon, welche finanziellen Möglichkeiten der_die Einzelne haben. Bildung und Kultur dürfen keine Privilegien sein.
Öffnungszeiten Kulturkiste K2
jeden Donnerstag 14-17 Uhr
und nach Absprache