Im April 2006 waren zum ersten Mal Mitglieder unseres Vereins in Reggio Emilia. Seither kommen wir jedes Jahr in die Region, die mit dem Widerstand der italienischen Partisan_innen verbunden ist. Das Geschichtsinstitut ISTORECO organisiert mit den Sentieri Partigiani im September ein Wanderseminar durch das Apennin. So auch in diesem Jahr...
Im Anschluss an den Einführungsvortrag in der Gemeinde Busana, wanderte die Gruppe von über 100 Personen durch die umliegenden Gemeinden. Dabei trafen sie auch Giacomo Notari, den Präsidenten des Partisan_innenverbandes A.N.P.I. Er erzählte den Teilnehmenden seine Geschichte, die im Frühjahr 2015 beim Verlag Papy Rossa als Buch erscheinen wird.
Auch am Freitag trafen wir dann Giacomo, der sich unter dem Namen "Willi" dem Widerstand anschloss. Er berichtete vom Kampf um das Wasserwerk Ligonchio, den die Partisan_innen für sich entscheiden konnten. Dann wanderten wir vom Passo Pradarena auf 1900 m Höhe und über den Gebirgskamm zurück nach Ligonchio. Auf den rund 15 km genossen wir die phantastische Aussicht auf die Apuanischen Alpen und den Blick zur Küste von La Spezia.
Weiterlesen: "Hier beginnt in der Nacht zum 6. Dezember 1927 mein Abenteuer..."
Die letzte Ferienwoche stand für uns im Fokus einer ganz besonderen Begegnung. Für einige Tage reisten unsere Freund_innen des Geschichtsinstitutes ISTORECO aus Reggio Emilia nach Dresden. Sie befanden sich auf einer Bildungsfahrt mit 60 Mitgliedern einer Kooperative aus der Region. Neben dem Besuch von Sehenswürdigkeiten der Dresdener Altstadt standen zwei Tage in Pirna auf dem Programm.
Am Freitag begrüßte sie unser Vereinsvorsitzender, Steffen Richter, in Pirna, der kurz zuvor noch einmal durch den Radebeuler Courageverein geehrt wurde. An die Arbeit unseres Vereins erinnert nun ein kleiner Stein, der von Oberbürgermeister Bernd Wendsche vor dem Rathaus Radebeul eingeweiht wurde. Bei anschließenden Gesprächen, wurde mit Bürger_innen der Stadt über die derzeitige Situation diskutiert, bei der natürlich die anstehende Landtagswahl im Blick stand.
Dieses Thema war aber auch von Interesse für die italienischen Gäste, welche die große Anzahl der Wahlwerbung wahrnahm. Während der Einführung wurde besonders die Situation in Pirna vor 1933 besprochen. Auf dem Gedenkweg liefen wir dann auf den Pirnaer Sonnenstein, wo uns die Kolleg_innen der Gedenkstätte erwarteten. In zwei Gruppen konnten die Teilnehmenden dann eine interessante Führung erleben, die nachdenklich machte - auch zum heutigen Umgang mit Menschen mit Behinderungen.
Jedes Jahr findet im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge der Antira-Fussball-Cup statt, der durch unseren Verein organisiert wird. Erstmals starteten wir 2007 mit 13 Teams unser Projekt, seither hat sich viel geändert...
Zum 8. Mal fand nun das Turnier statt, welches Fair-Play und gegenseitigen Respekt als Grundgedanken vertritt. In 4 Staffeln spielten die insgesamt 21 Teams aus Pirna, Dresden, Zittau, Hoyerswerda, Großenhain, Görlitz, Sebnitz und Decin. Doch vorher trafen sich alle (zumindest diejenigen, die pünktlich angereist waren), zum traditionellen Start-Foto. Dann wurde die Vorrunde ausgespielt, wo es schon erste kleine Überraschungen gab. Im Anschluss spielten die besten Teams das Viertelfinale untereinander aus. Alle bis dahin ausgeschiedenen Teams konnten in einem Quiz um den Einzug rätseln.
Die Chance nutzten 1953international und der Rote Zaun Dresden. In den Halbfinal-Spielen siegten „Sandale Bonnewitz“, die „Rackelhähne Görlitz“ und „Hoyerswerda 1″. Im anschließenden Neun-Meter-Schießen holten die Rackelhähne den Platz 1, gefolgt von Hoyerswerda 1 und Sandale Bonnewitz.
Am 15. Juni war wieder eine Gruppe russischer Gäste in Pirna, die als "Kinderhäftlinge" den Krieg überlebten. Eingeladen wurden sie von der Gesellschaft zur Hilfe für Kriegsveteranen in Russland e.V., mit der sie mehrere Tage in Dresden verbrachten.
Zum Treffen auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof in Pirna-Rottwerndorf kamen Vertreter_innen der Stadt und diverser Pirnaer Vereine. Neben dem Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke sprachen auch Hugo Jensch (Historiker), Heike Sabel (Gemeinsam in die Zukunft) und Steffen Richter (AKuBiZ). Steffen betonte die Wichtigkeit der gemeinsamen Erinnerung und stellte den Beitrag des Vereins vor.
Zur Delegation gehörte auch Olga Georgiewna, die am 08.11.1937 geboren wurde und heute in St. Petersburg lebt. Aus ihrem Zuhause wurde sie im August 1941 von deutschen Truppen verjagt und musste bis zum Winter 1942 in einer Erdhütte hausen. Auf Güterwagons kam sie dann mit anderen Häftlingen in ein Lager bei Frankfurt am Main, von wo aus sie ins KZ Dachau gebracht wurde.
Weiterlesen: Treffen auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof in Pirna
In diesem Jahr nahm das AKuBiZ zum 11. mal an den Treffen mit dem Maximilian-Kolbe-Werk in Ostritz teil. Es ist die längste und älteste Kooperationsveranstaltung unseres Vereins.
Im Zentrum des Treffens stehen Begegnungen zwischen jungen Menschen und Überlebenden deutscher Konzentrationslager oder Ghettos. Die diesjährige Gruppe bestand aus Maryla, Krystyna, Stanisława, Barbara, Jerzy und Józef aus Polen. Sie alle haben als Kinder Jahre des Schreckens erlebt.
So wurde Maryla mit ihrer Mutter im August 1944 nach Auschwitz deportiert, wo sie in der Kinderbaracke Birkenau gefangen gehalten wurde. Stanisława überlebte die Qualen des Konzentrationslagers Majdanek und Krystyna wurde in Kinderlager Potulice verschleppt.
Sie alle haben Geschichte(n) zu erzählen. Sie alle hatten viele schmerzliche Verluste. Fast die ganze Familie von Jerzy wurde im September 1943 verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Dort ermordeten die Nazis seine Verwandten Stanisława, Helena und Ludwik.
Öffnungszeiten Kulturkiste K2
jeden Donnerstag 14-17 Uhr
und nach Absprache