Auch in diesem Jahr waren wir an der Organisation einer Veranstaltung in Erinnerung an das ehemalige Lager "Dachs VII" in Pirna beteiligt. Wir hatten diesmal das große Glück mit dem Maximilian-Kolbe-Werk einen starken Partner gefunden zu haben, um unsere Gedenkveranstaltung zum ehemalige Flossenbürger Außenlager durchführen zu können. Eingeladen hatten wir auch den ehemaligen Häftling Josef Salomonovic, der bereits mit seinem Bruder Michal mehrfach in Pirna zu Gast war. Die Besonderheit in diesem Jahr war aber die Einweihung einer Informationstafel am Standort des ehemaligen Lagers.
Weiterlesen: Gedenkwoche zur Erinnerung an das ehemalige Lager "Dachs VII" in Pirna
Zu unserer 10-Jahresfeier im Oktober 2011 übernahmen wir die Patenschaft für eine Gedenktafel, die an Samuel Kofi Yeboah erinnert. Der Ghanaer wurde am 06. September 1964 geboren und starb am 19. September 1991 im Alter von 27 Jahren bei einem Brand in einem Asylsuchendenheim in Saarlouis.
Unsere Freund_innen aus Saarbrücken erinnern auch in diesem Jahr an die Geschehnisse von 1991. Während einer Demonstration zum 10jährigen Gedenktag, wurde die Gedenktafel am Saarlouiser Rathaus angebracht, jedoch auf Anweisung des damaligen CDU-Bürgermeisters wieder entfernt.
"Schweigen und Vertuschen bedeutet das Auslöschen der Erinnerung."
In Gedenken an die Opfer rassistischer Gewalt - in Gedenken an Samuel Yeboah.
In der Zeit von 10. Januar 1945 bis Mitte April 1945 bestand in Mockethal-Zatzschke ein Außenlager des bayrischen Konzentrationslagers Flossenbürg. Die Häftlinge wurden zur Zwangsarbeit in nahegelegenen Sandsteinstollen gezwungen. Über Morde gibt es mehrere Berichte ehemaliger Häftlinge. Nach den Luftangriff en auf Dresden im Februar 1945 diente das Außenlager auch als Auff anglager für Häftlinge aus den Flossenbürger Außenlagern in Dresden. Am 13. April 1945 sind 131 Häftlinge registriert. 13 Tote sind in den Flossenbürger Nummernbüchern vermerkt, Zeug_innen sprechen jedoch von mindestens 53 Toten.
Zu den ehemaligen Häftlingen des Lagers gehörten auch die Brüder Josef und Michal Salomonovic, die bereits in Pirna als Zeitzeugen auftraten. Im 70. Jahr der Befreiung erinnern wir an die Verbrechen - die auch in der Region um Pirna stattgefunden haben.
Weiterlesen: Gedenkwoche vom 14.-17. September 2015 zum ehemaligen Konzentrationslager in Pirna
Gemeinsam helfen - Spenden für die Refugees in der Erstaufnahmeeinrichtung in Heidenau gesucht
Seit dem Wochenende beherbergt ein ehemaliger Baumarkt im sächsischen Heidenau (bei Dresden) mehrere hundert Flüchtlinge – darunter auch viele Familien aus Syrien und dem Irak. Die Neuankömmlinge sind auf Ihre Hilfe angewiesen. Das Deutsche Rote Kreuz verantwortet gemeinsam mit der Aktion Zivilcourage e. V. die Koordinierung aller eingehenden Spenden und Hilfsangebote.
Wie Sie konkret helfen können, erfahren Sie hier >>>
Text und Bilder von www.aktion-zivilcourage.de
In der Nacht zum 19.07.2015 warfen Unbekannte mehrere Scheiben unseres Büros auf der Kirchgasse in Pirna mit Pflastersteinen ein.
Hintergrund dieses Angriffes ist vermutlich die rassistisch geführte und einseitige Diskussion um T-Shirts, die am letzten Wochenende auf unserem antirassistischen Fußball-Cup getragen wurden. Wenn Politiker*innen und etablierte Medien, die Darstellungen und Argumentationen rassistischer Internetseiten unreflektiert wiedergeben, erzeugen sie damit eine Stimmung, die solche Angriffe begünstigt. Die ganze letzte Woche gab es Morddrohungen und Beleidigungen gegen Teilnehmende des Turniers und uns. Viele Veröffentlichungen haben sich den T-Shirts gewidmet, kaum eine den vorgenannten Vorfällen. All dies hat mit einer Stimmung zu tun, die sich in den vergangenen Monaten gegen Geflüchtete und deren Unterstützer*innen entlädt. Dabei wird nicht nur der Ton rauer, sondern es nehmen ganz konkret auch Übergriffe zu.
Bei dem bekannten Gewaltpotential der Rechten können wir insofern froh sein, dass sich dieser Angriff in einer Sachbeschädigung und nicht in Gewalt gegen Personen ausdrückt.
Öffnungszeiten Kulturkiste K2
jeden Donnerstag 14-17 Uhr
und nach Absprache