Es gäbe zu Freital unglaublich viel zu sagen - deutlich mehr gibt es aber zu tun! Es gibt eine Reihe von Berichten, die aus verschiedenen Sichtweisen die Ereignisse beleuchten. Wichtig ist, ein besonderer Dank an diejenigen, die sich seit Wochen den Rassist_innen entgegenstellen und Solidarität mit Geflüchteten zeigen. Seit mehreren Monaten tragen in Freital "besorgte Bürger" ihre rassistische Hetze auf die Straße. Auf Demonstrationen und Kundgebungen wird eine Stimmung erzeugt, in deren Folge es immer wieder zu verbalen und körperlichen Angriffen kommt.
Allein die Chronik der Beratungsstelle für Betroffene rechter Gewalt der RAA Sachsen e.V. zeigt dabei ein erschreckendes Bild:
27.06.2015: Freital - Hitlergrüße und Naziparolen auf rassistischer Demo
26.06.2015: Freital - Hitlergrüße und Naziparolen auf rassistischer Demo
25.06.2015: Freital - Hitlergrüße auf rassistischer Demonstration
24.06.2015: Freital - Glasflaschenwurf/Verletzter auf Solikundgebung
Vom 05.-07. Juli 2015 hatten wir nun schon zum 8. Mal zu unserer Roten-Bergsteiger-Wanderung eingeladen. In den vorherigen Jahren wanderten wir um Schmilka, Schöna, Altenberg, Sebnitz, Wehlen, Zittau und Pirna. Dabei beschäftigten wir uns mit den lokalen Erinnerungen an die Zeit des Nationalsozialismus. Die Idee für die Touren entwickelten wir gemeinsam mit dem Dresdener Bergsporthistoriker Joachim Schindler, der auch Autor unseres Buches "Rote Bergsteiger" ist.
In diesem Jahr waren wir nun in der Jugendherberge Ostrau untergebracht, von wo aus wir unsere Touren starteten. Nach der Anreise erfuhren die 45 Teilnehmenden unseres Wanderseminars eine erste Einführung zum Thema.
Mit Hilfe unserer Guides liefen wir über den Malerweg, vorbei an Brosinnadel und Bloßstock, bis zum Frienstein. Nach einem kleinen Ausflug zur Idagrotte liefen wir weiter zur Höhle am Satanskopf, wo wir über die Ereignisse informierten.
Am 17. Mai ist Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie (IDAHOT). Auf der ganzen Welt lassen Menschen an diesem Tag Luftballons in den Himmel steigen und erinnern so an den Tag, an dem Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestrichen wurde. Seitdem gilt Homosexualität nicht mehr als Krankheit. Seit 2010 gibt es die Rainbowflashs in Sachsen. Sie sind ein Zeichen der Verbundenheit mit den Menschen, die wegen ihrer Sexualität verfolgt werden.
Auch in Pirna ist der Rainbowflash mittlerwiele zur Tradtion geworden. Um 19 Uhr stiegen auf dem Pirnaer Marktplatz sodann hundert Luftballons in den Himmel. An ihnen waren Botschaften befestigt, Botschaften gegen Ausgrenzung von LSBTIQ*. So gingen Nachrichten und Wünsche wie z.B. "equal love", "Ich will Gleichberechtigung", "Ein bunter Luftballon für die Liebe", "Mehr Rechte", " make love" oder "Liebe ist für alle da" auf die Reise.
Eine Woche, die gefüllt ist mit Zeitzeug_innen-Gesprächen, Wanderungen, Stadtrundgängen, Ausstellungsbesichtigungen oder Konzerten, kann sehr anstrengend sein - muss es aber nicht! Dies bewies wieder die Bildungsreise, die wir gemeinsam mit dem Tamara-Bunke-Verein aus Zittau organisierten.
Nachdem wir im vergangenen Jahr bei den D-Day-Feierlichkeiten in Frankreich dabei waren, besuchten wir nun die italienische Provinz Reggio Emilia - und dies am 70. Jahrestag der Befreiung. So konnten wir Einblicke in die Geschichte, aber auch die lokale Erinnerungsarbeit bekommen.
Wie auf den anderen Bildungsreisen waren es auch hier die persönlichen Kontakte, die unsere Fahrt zu einem besonderen Erlebnis machten. Wir hörten die ehemaligen Partisan_innen "Liberta" und "Willi" über ihre Erlebnisse während der deutschen Besatzung sprechen. Wir sprachen mit Carlo über Erinnerung, Gegenwart und Zukunft und diskutierten mit Steffen und Matthias vom Istoreco über Chancen guter Gedenkarbeit.
Für ihr soziales und sozialpolitisches Engagement wurde Anne, die seit langer Zeit aktives Mitglied unseres Vereins ist, heute mit dem David-Schmidt-Preis ausgezeichnet. In der Laudatio wurde ihr Engagement in ihrem Einsatz für die Gedenk- und Erinnerungskultur im Landkreis, ihr Wirken in der AG Asylsuchende und für die Gleichberechtigung von LSBTTIQ gewürdigt.
Der David-Schmidt-Preis ist nach dem Radebeuler Antifaschisten David Schmidt benannt, der mit nur 29 Jahren letztes Jahr starb. Er beteiligte sich aktiv in einer Vielzahl von politischen Gruppen. Mit dem David-Schmidt-Preis wollen Wegbegleiter*innen und Freund*innen die Unterstützung weiter geben, die David ihnen immer gab.
Die Verleihung fand im seit 1991 existierenden Radebeuler Jugend- und Kulturverein Noteingang e.V. statt. Nominiert für den David-Schmidt-Preis waren 13 Einzelpersonen als auch Gruppen, Initiativen oder Vereine. Neben Anne wurde die Agenda Alternativ aus Schwarzenberg ausgezeichnet. Zusätzlich wurde ein Sonderpreis für Asyl- und Flüchtlingsarbeit ausgelobt. Mit diesem wurden die Soroptimist International – Club Pirna ausgezeichnet.
Öffnungszeiten Kulturkiste K2
jeden Donnerstag 14-17 Uhr
und nach Absprache