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17.05.2015 - Rainbowflash in PirnaAm 17. Mai ist Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie (IDAHOT). Auf der ganzen Welt lassen Menschen an diesem Tag Luftballons in den Himmel steigen und erinnern so an den Tag, an dem Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestrichen wurde. Seitdem gilt Homosexualität nicht mehr als Krankheit. Seit 2010 gibt es die Rainbowflashs in Sachsen. Sie sind ein Zeichen der Verbundenheit mit den Menschen, die wegen ihrer Sexualität verfolgt werden.

Auch in Pirna ist der Rainbowflash mittlerwiele zur Tradtion geworden. Um 19 Uhr stiegen auf dem Pirnaer Marktplatz sodann hundert Luftballons in den Himmel. An ihnen waren Botschaften befestigt, Botschaften gegen Ausgrenzung von LSBTIQ*. So gingen Nachrichten und Wünsche wie z.B. "equal love", "Ich will Gleichberechtigung", "Ein bunter Luftballon für die Liebe", "Mehr Rechte", " make love" oder "Liebe ist für alle da" auf die Reise.

Bildungsfahrt nach Italien 2015Eine Woche, die gefüllt ist mit Zeitzeug_innen-Gesprächen, Wanderungen, Stadtrundgängen, Ausstellungsbesichtigungen oder Konzerten, kann sehr anstrengend sein - muss es aber nicht! Dies bewies wieder die Bildungsreise, die wir gemeinsam mit dem Tamara-Bunke-Verein aus Zittau organisierten.  

Nachdem wir im vergangenen Jahr bei den D-Day-Feierlichkeiten in Frankreich dabei waren, besuchten wir nun die italienische Provinz Reggio Emilia - und dies am 70. Jahrestag der Befreiung. So konnten wir Einblicke in die Geschichte, aber auch die lokale Erinnerungsarbeit bekommen.

Wie auf den anderen Bildungsreisen waren es auch hier die persönlichen Kontakte, die unsere Fahrt zu einem besonderen Erlebnis machten. Wir hörten die ehemaligen Partisan_innen "Liberta" und "Willi" über ihre Erlebnisse während der deutschen Besatzung sprechen. Wir sprachen mit Carlo über Erinnerung, Gegenwart und Zukunft und diskutierten mit Steffen und Matthias vom Istoreco über Chancen guter Gedenkarbeit.

2015: David-Schmidt-PreisFür ihr soziales und sozialpolitisches Engagement wurde Anne, die seit langer Zeit aktives Mitglied unseres Vereins ist, heute mit dem David-Schmidt-Preis ausgezeichnet. In der Laudatio wurde ihr Engagement in ihrem Einsatz für die Gedenk- und Erinnerungskultur im Landkreis, ihr Wirken in der AG Asylsuchende und für die Gleichberechtigung von LSBTTIQ gewürdigt.

Der David-Schmidt-Preis ist nach dem Radebeuler Antifaschisten David Schmidt benannt, der mit nur 29 Jahren letztes Jahr starb. Er beteiligte sich aktiv in einer Vielzahl von politischen Gruppen. Mit dem David-Schmidt-Preis wollen Wegbegleiter*innen und Freund*innen die Unterstützung weiter geben, die David ihnen immer gab.

Die Verleihung fand im seit 1991 existierenden Radebeuler Jugend- und Kulturverein Noteingang e.V. statt. Nominiert für den David-Schmidt-Preis waren 13 Einzelpersonen als auch Gruppen, Initiativen oder Vereine. Neben Anne wurde die Agenda Alternativ aus Schwarzenberg ausgezeichnet. Zusätzlich wurde ein Sonderpreis für Asyl- und Flüchtlingsarbeit ausgelobt. Mit diesem wurden die Soroptimist International – Club Pirna ausgezeichnet.

Refugees welcomeDie Situation, der Asylsuchende im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ausgesetzt sind, ist derzeit unerträglich. Animiert durch die Großdemonstrationen von Pegida und Co. und hofiert durch die sächsische CDU, die in ihrem Positionspapier die Forderungen des Straßenmobs in Textform meißelt, fühlen sich Rassist_innen angeheizt, ihren Hass auf die Straße zu bringen. Nicht überall gelingt dies gleich gut.

So gab es seit Ende des letzten Jahres Demonstrationen in Bad Schandau, Sebnitz, Neustadt in Sachsen, Pirna, Heidenau, Dippoldiswalde, Schmiedeberg, Freital und anderen Gemeinden. Doch es kann nicht von einer Selbstorganisation von Bürger_innen ausgegangen werden. Als Hauptakteure der Veranstaltungen präsentieren sich meist Mitglieder der NPD. Zu den Demonstrationen in Pirna konnte die NPD zuletzt keine 100 Teilnehmenden organisieren. Unter einem Foto auf dem etwa 50 Personen zu sehen sind,  steht: „Etwa 150 Bürger setzten am heutigen Montag in Pirna ein Zeichen.“ Zur Demonstration am 25.03.2015 kamen rund 150 Menschen zur von der NPD angemeldeten Demonstration, die laut Sächsischer Zeitung wegen mangelnder Teilnahme vorzeitig abgebrochen wurde.

Nazis? Nein DankeWie aus Presseberichten zu erfahren ist, wurde Pirnas Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke und seine Familie von unbekannten Rassist*innen bedroht. Wir sind sehr bestürzt und aufgebracht darüber, dass Herr Hanke und seine Familie bedroht werden, weil er sich für Flüchtlinge einsetzt und sich gegen Rassismus engagiert.

Herr Hanke sendet mit seinem Einsatz für Mitmenschlichkeit wichtige Signale in die Einwohner*innenschaft von Pirna und darüber hinaus. Wir sind Herrn Hanke sehr dankbar für sein Engagement, Flüchtlinge dezentral unterzubringen und ihnen weitere Unterstützung Teil werden zu lassen.

Die Drohungen gehen uns alle etwas an! Wir dürfen nicht zulassen, dass engagierte Politiker*innen dem Druck von Nazis nachgeben müssen. Wir stehen gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft und ergreifen Partei für Flüchtlinge.

Wir erklären uns hiermit solidarisch mit Herrn Oberbürgermeister Hanke:

AKuBiZ e.V. | Thomas Dißelmeyer (DGB Kreisvorsitzender Sächsische Schweiz - Osterzgebirge) | Opferberatung für Betroffene rechter und rassistischer Gewalt des RAA Sachsen e.V. | Kulturbüro Sachsen e.V. | Hanno e.V. | Ines Kummer und Hannes Merz für KV Bündnis 90/Die Grünen | SPD Kreisverband Sächsische Schweiz-Osterzgebirge | SPD\Grüne Stadtratsfraktion | Ralf Wätzig | Bürgerforum Pirna - Aktiv gegen Rechts | AG Asylsuchende Sächsische Schweiz-Osterzegbirge e.V. (i.G.) | Aktion Zivilcourage e.V. | K²-Kulturkiste | Die Theatermacher. Theaterpädagogisches Zentrum Pirna e.V. | VVN-BdA Sachsen e.V. Kreisverband Sächsische Schweiz | Lutz Richter (MdL Sachsen DIE LINKE) | Die LINKE Stadtverband Pirna | Die Linke Stadtratsfraktion Pirna

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