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Vielen Menschen ist nicht bekannt, unter welchen Bedingungen die etwa 159 Asylsuchenden aus dem Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge im Wohnheim in Langburkersdorf leben müssen und welche Schwierigkeiten ihnen im täglichen Leben begegnen. Für Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft sind viele Dinge selbstverständlich - Menschen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus und deutsche Staatsbürgerschaft leben in ständiger Angst, abgeschoben zu werden und stehen vor vielen Problemen, die Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft nicht kennen.

Wir laden Sie ein, zu unserer Podiumsdiskussion

am 25.06.2010 um 19.30 Uhr

in der OASE auf der Schloßstraße 6 in Pirna

zum Thema "Wie viel Würde braucht der Mensch - die Situation Asylsuchender in unserem Landkreis"!

Wir wollen darüber diskutieren, was verschiedene AkteurInnen tun können, um die bestmöglichen Wohnbedingungen für Asylsuchende zu erreichen. Welche Handlungsspielräume existieren für Kommunen? Wie kann die Zusammenarbeit der Vereine und Initiativen mit den Verantwortlichen der Verwaltung und der Politik auf kommunaler und Landesebene konstruktiv ausgebaut werden? Diese Fragen wollen wir in einem offenen und konstruktiven Gespräch erörtern, in dem jede und jeder mitgestalten kann.
Hintergrund: Der Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge leistet sich immer noch ein diskriminierendes Wohnheim für Asylsuchende und geduldete Flüchtlinge. Diese Zwangsunterkunft verletzt elementare Grundrechte der BewohnerInnen: Menschen, die sich nicht kennen, müssen in engen Zimmern miteinander auskommen, Familien mit Kleinkindern sind oft auf Gemeinschaftssanitärräume und eine Küche pro Etage angewiesen. Gezwungenermaßen im Heim wohnen bedeutet Kontrolle durch Sozialamt und Heimleitung. Erzwungene Untätigkeit, Bevormundung und Isolation führen bei vielen HeimbewohnerInnen zu schweren psychischen Problemen. Das Wohnen im Heim erschwert, ja verhindert die Integration der Menschen, denn eine Voraussetzung für Integration ist ein Mindestmaß an Selbstbestimmung. Die Pflicht im Heim zu wohnen bedeutet Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Laut Gesetz hat jede zuständige Behörde die Option, geduldete Flüchtlinge und Asylsuchende in Wohnungen, so genannten dezentralen Unterkünften wohnen zu lassen. Das sächsische Flüchtlingsaufnahmegesetz sieht die Unterbringung in Sammelunterkünften nicht zwingend vor. Privates Wohnen ist prinzipiell zulässig. Großstädte wie Chemnitz und Leipzig machen davon Gebrauch. Dort wohnen bereits bis zu 2/3 der Betroffenen in dezentralen Wohnungen.
Dass Möglichkeiten der dezentralen Unterbringung existieren, kann auch am Beispiel Dresden veranschaulicht werden. Dabei sollen kommunale Spielräume aufgezeigt sowie über die rechtlichen Rahmenbedingungen informiert werden. Neben der Thematisierung des bisherigen Verlaufs der Diskussion in Dresden sollen verschiedene Entwürfe und Ideen für die Umsetzung dezentraler Unterbringung vorgestellt und diskutiert werden.
Podiumsgäste sind:
Podium: Mohammad Almasalme, Kampagne gegen Ausgrenzung von Asylsuchenden, Dresden
Neamat Kanaan, Asylsuchende Langburkersdorf
Johanna Stoll, Sächsischer Flüchtlingsrat
Marcus Schubert, AG Asylsuchende Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Moderation: Petra Schickert, Kulturbüro Sachsen e.V.
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