Wir wollen darüber diskutieren, was verschiedene AkteurInnen tun können, um die bestmöglichen Wohnbedingungen für Asylsuchende zu erreichen. Welche Handlungsspielräume existieren für Kommunen? Wie kann die Zusammenarbeit der Vereine und Initiativen mit den Verantwortlichen der Verwaltung und der Politik auf kommunaler und Landesebene konstruktiv ausgebaut werden? Diese Fragen wollen wir in einem offenen und konstruktiven Gespräch erörtern, in dem jede und jeder mitgestalten kann.
Hintergrund: Der Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge leistet sich immer noch ein diskriminierendes Wohnheim für Asylsuchende und geduldete Flüchtlinge. Diese Zwangsunterkunft verletzt elementare Grundrechte der BewohnerInnen: Menschen, die sich nicht kennen, müssen in engen Zimmern miteinander auskommen, Familien mit Kleinkindern sind oft auf Gemeinschaftssanitärräume und eine Küche pro Etage angewiesen. Gezwungenermaßen im Heim wohnen bedeutet Kontrolle durch Sozialamt und Heimleitung. Erzwungene Untätigkeit, Bevormundung und Isolation führen bei vielen HeimbewohnerInnen zu schweren psychischen Problemen. Das Wohnen im Heim erschwert, ja verhindert die Integration der Menschen, denn eine Voraussetzung für Integration ist ein Mindestmaß an Selbstbestimmung. Die Pflicht im Heim zu wohnen bedeutet Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Laut Gesetz hat jede zuständige Behörde die Option, geduldete Flüchtlinge und Asylsuchende in Wohnungen, so genannten dezentralen Unterkünften wohnen zu lassen. Das sächsische Flüchtlingsaufnahmegesetz sieht die Unterbringung in Sammelunterkünften nicht zwingend vor. Privates Wohnen ist prinzipiell zulässig. Großstädte wie Chemnitz und Leipzig machen davon Gebrauch. Dort wohnen bereits bis zu 2/3 der Betroffenen in dezentralen Wohnungen.
Dass Möglichkeiten der dezentralen Unterbringung existieren, kann auch am Beispiel Dresden veranschaulicht werden. Dabei sollen kommunale Spielräume aufgezeigt sowie über die rechtlichen Rahmenbedingungen informiert werden. Neben der Thematisierung des bisherigen Verlaufs der Diskussion in Dresden sollen verschiedene Entwürfe und Ideen für die Umsetzung dezentraler Unterbringung vorgestellt und diskutiert werden.
Podiumsgäste sind:
Podium: Mohammad Almasalme, Kampagne gegen Ausgrenzung von Asylsuchenden, Dresden
Neamat Kanaan, Asylsuchende Langburkersdorf
Johanna Stoll, Sächsischer Flüchtlingsrat
Marcus Schubert, AG Asylsuchende Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Moderation: Petra Schickert, Kulturbüro Sachsen e.V.
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.