Die NaturFreunde Frankfurt fordern den Erhalt der Burg Hohnstein als Gedenk- und Erinnerungsort
Frankfurt am Main, 01. Oktober 2025 – Die NaturFreunde Frankfurt setzen sich für den dauerhaften Erhalt der Burg Hohnstein in der Sächsischen Schweiz als Gedenk- und Erinnerungsort ein. Anlass hierfür ist eine Bildungsreise "Auf den Spuren der Roten Bergsteiger", die die Teilnehmenden mit der Geschichte der Burg in Berührung brachte.
Die Burg Hohnstein steht exemplarisch für die Brüche des 20. Jahrhunderts: Ab 1924 war sie eine der ersten Jugendburgen Deutschlands und Symbol für demokratische Jugendbewegung und Bildung. Doch mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wandelte sich ihr Charakter radikal. Die SA richtete hier eines der ersten Konzentrationslager Sachsens ein. Der damalige Burgleiter Konrad Hahnewald wurde als erster Häftling inhaftiert. In den Folgejahren wurden politische Gegnerinnen – Kommunistinnen, Sozialdemokratinnen und Gewerkschafterinnen – dort misshandelt und gefoltert. Ab 1939 diente die Burg zudem als Kriegsgefangenenlager, in dem Soldaten aus ganz Europa unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten wurden.
„Die Geschichte der Burg Hohnstein zeigt, wie schnell ein Ort demokratischer Bildung zu einem Ort der Repression und Menschenverachtung werden kann“, betont Edith Itta von den NaturFreunden Frankfurt. „Gerade heute, in Zeiten wachsender autoritärer Tendenzen, ist es entscheidend, Erinnerungskultur lebendig zu halten und die Mechanismen demokratischer Erosion zu verstehen.“
Besonderen Dank sprechen die NaturFreunde dem Verein AKuBiZ e. V. aus, der mit großem Engagement und hoher historischer Fachkompetenz entscheidend dazu beigetragen hat, die NS-Geschichte der Burg sichtbar zu machen. Die von AKuBiZ gestaltete Ausstellung im ehemaligen Frauenbunker gilt als eindrücklicher Beitrag zur Erinnerungskultur und sollte dauerhaft erhalten bleiben.
Sorge bereiten den NaturFreunden Frankfurt die aktuellen Bau- und Umgestaltungspläne der Burg. Sie befürchten, dass Gedenktafeln, die nach 1945 von ehemaligen Häftlingen angebracht wurden, gefährdet sein könnten, und dass die im Frauenbunker gezeigte Ausstellung nicht dauerhaft in den neuen Ausstellungspfad integriert wird.
Die Organisation fordert daher, die Geschichte der Jahre 1933 bis 1945 in der Burg Hohnstein nicht zu relativieren oder zu marginalisieren. Sie plädiert für eine enge Zusammenarbeit mit Initiativen wie AKuBiZ e. V. und die Einbeziehung unabhängiger historischer Expertise.
„Die Burg Hohnstein darf nicht nur ein touristisches Ziel in der Sächsischen Schweiz sein“, heißt es in der Stellungnahme. „Sie muss ein lebendiger Lern- und Erinnerungsort bleiben – ein Ort, der die Opfer des NS würdigt, kritische Auseinandersetzung ermöglicht und kommende Generationen für Demokratie und Menschenrechte sensibilisiert.“
Die komplette Pressemitteilung finden Sie im Anhang.



