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Opferberatungsstellen für Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt legen Jahresstatistik vor.

Die Opferberatung für Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt des RAA Sachsen e.V. erhielt im Jahr 2010 von 239 Angriffen Kenntnis. 396 Menschen waren davon direkt betroffen. Die Beratungsstellen zählen ausschließlich Gewaltdelikte, keine Propaganda- oder Beleidigungsdelikte.

Im Vergleich zum Vorjahr (263 Angriffe im Jahr 2009) ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Die Opferberatung sieht dennoch keinerlei Anlass zur Entwarnung.

„Rechte Gewalttaten bleiben in Sachsen auf hohem Niveau. Besorgnis erregend ist vor allem die Dimension der Angriffe. So gab es im vergangenen Jahr 17 Brandanschläge in Sachsen – darunter auch auf Wohnhäuser. Dabei wurde bewusst der Tod von Menschen in Kauf genommen. Auch musste erneut ein Mensch sterben – der gerade einmal 19 Jahre alte Kamal K. in Leipzig. Es ist außerdem von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Ein Grund dafür ist unter anderem das schwindende Vertrauen in die Strafverfolgungsbehörden bei Betroffenen. Es fehlt oftmals die Zuversicht, dass die Täter gefunden werden. Auch die lange Dauer bis ein Fall vor Gericht tatsächlich abgeschlossen ist, halten Betroffene von Anzeigen ab. Auch wir erhalten dann nur selten Kenntnis von den Fällen“, erklärt Grit Armonies, Projektkoordinatorin der Opferberatungsstellen des RAA Sachsen e.V.

Körperverletzungsdelikte (136) sind die am häufigsten vorkommenden Straftaten, gefolgt von Nötigungen/Bedrohungen/versuchte Körperverletzungen (67).

Schwerpunkte der Angriffe bildeten im Jahr 2010  erneut die Großstädte Leipzig (44) und Dresden (35), gefolgt vom Landkreis Leipzig (31).

Sachsenweit sind nichtrechte und alternative Jugendliche am häufigsten von rechtsmotivierten Angriffen betroffen (102). Rassismus ist in knapp 25% der Fälle als Tatmotiv anzusehen (53). In 39 Fällen richteten sich die Angriffe gezielt gegen politisch Aktive, die sich beispielsweise gegen Neonazis oder Rassismus engagieren.

„Die Statistik zeigt die Besorgnis erregende Kontinuität rechter Angriffe in Sachsen. Auch im Jahr 2010 wurden wieder fast 400 Personen aus menschenfeindlichen Motiven angegriffen und zum Teil schwer verletzt. Ein gesamtgesellschaftliches Engagement gegen rassistische, antisemitische oder nationalistische Einstellungen, für Demokratie und Zivilcourage bleibt wichtig. Ebenso wie es notwendig bleibt, dass Initiativen und Projekte gegen Rechts weiterhin durch Bund, Länder und Kommunen gefördert werden – und zwar ohne Unterschrift unter die sogenannte Extremismusklausel“, so Grit Armonies abschließend.

Die detaillierte Jahresstatistik finden Sie zum download unter http://raa-sachsen.de/images/Statistiken/statistik_2010.pdf

Quelle: Pressemitteilung RAA Sachsen

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