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Anfang August - die Heimatfest-Saison ist in vollem Gange und die NPD-Zeitung "Deutsche Stimme" mischt wieder einmal mit. In Dresden-Pappritz organisierten sie zum 5. Mal das so genanntes Pressefest, zu dem Kameraden aus ganz Deutschland eingeladen waren. Das erste "Fest" dieser Art fand 2001 in Grimma statt. Danach folgten 2002 Königslutter (Niedersachsen), 2003 Meerane und 2004 Mücka. 2005 wurde das Pressefest dann auf Grund der bevorstehenden Bundestagswahlen abgesagt. Jetzt wählten Pühse und Co. Dresden als idealen Austragungsort aus und feierten am 05. August in Pappritz...

Bereits am Morgen war klar, dass heftiger Regen dem Pressefest entgegenwirken würde. Doch nicht nur die Natur streubte sich gegen Nazis, sondern auch die Pappritzer Bürger_innen, die mit verschiedenen Aktionen ihren Protest zeigten. Mitglieder des Jugendclubs hängten bereits am Vorabend Plakate gegen Nazis und im Dorf selbst fand am Morgen ein Volleyballturnier statt, dem kurzfristig eine Aussage gegen das Pressefest gegeben wurde. Neben den Pappritzer Anwohner_innen luden Gewerkschaften und Parteien an den Ullersdorfer Platz ein, um eine Protestkundgebung abzuhalten. Gut Besucht war diese allerdings nicht, was sicher nicht nur am schlechten Wetter lag. Voller wurde es erst, als die antifaschistische Demonstration dort endete. Die Demonstration, derem Aufruf rund 500 Teilnehmer_innen folgten startete 13.00 Uhr an der Bautzner Landstrasse. Durch die Demonstration wurde die Anreise der Nazibusse behindert, die Dank einer (von der NPD!) falsch herausgegebenen Ersatzroute quer durch das Dresdener Umland irrten. Dennoch war eine Verhinderung des Pressefestes zu diesem Zeitpunkt unmöglich. Bereits im Vorfeld war es Antifaschist_innen aber gelungen LogistiklieferantInnen der Nazis durch offene Briefe zum Rückzug zu bewegen. Auch der Vermieter des Geländes in Pappritz wurde eines Morgens besucht... Ordnungsbehörden und Stadtoberhäupter hätten wesentlich mehr Möglichkeiten gehabt das Fest zu verhindern - mindestens aber zu behindern. Bei vergangenen Pressefesten gab es Alkoholverbote oder scharfe Auflagen - in Grimma wurde ihnen sogar die Wasser- und Stromzufuhr gesperrt. Auch öffentliche Bekenntnisse gegen die Nazis hätten erwartet werden müssen! Nichts von dem wurde von der Dresdner Stadtspitze getan und die Verantwortung an Bürgerinitiativen abgetreten. Nach Ende des "Deutsche-Stimme-Pressefestes" wurde dies auch szeneintern hart diskutiert. Geschimpft wurde über fast alles: - die hohen Eintritts- und Essenspreise - das Markensystem und lange Warteschlangen - Udo Voigt, der als Ordnungsdienst "wichtiger Politiker" spielte - die besoffenen und dummen Gäste, die immer "die anderen" waren - kaputte PKW´s und Busse durch Antifaschist_innen Die Liste der Kritikpunkte war lang. Sie kam jedoch nur von Einzelpersonen oder anonym. Sogar selbsternannte "opotionelle Kräfte" blieben auf Schmusekurs, was zeigt, wie wichtig auch ihnen die NPD geworden ist. So schrieben zum Beispiel die Macher der Internetseite "freie-offensive", die sich ansonsten als besonders opositionell verstehen und einen "kritischen Blick" versprachen lediglich im Bezug auf die Teilnehmer_innen: "Die Spreu sollte sich nicht erst vom Weizen trennen, wenn das Feld bereits verdorren ist."

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