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2012 wanderungÜber 18 Kilometer erstreckte sich die dritte geschichtliche Wanderung in diesem Jahr. Eingeladen waren Freund_innen und Interessierte. Startpunkt war am Sonntag der Parkplatz am Forstamt in Graupa, wo es eine kleine Einführung in die Situation vor den Reichstagswahlen im März 1933 gab. So gehörte die Gemeinde Graupa zu denen, wo die NSDAP auf Platz 1 gekommen war. Damit kam es zu einer langen Reihe von gewalttätigen Aktionen in der damaligen Amtshauptmannschaft Pirna. Bücher wurden verbrannt, Naturfreundehäuser besetzt und Antifaschist_innen verhaftet. Einer von ihnen war Fritz Richter, Kopf der Graupaer KPD. Erster Halt war auf der Lohngrinstraße, wo die Familie damals wohnte. Nach langer Haft in Zwickau und dem KZ Sachsenburg musste er in einem Strafbataillon dienen. Seither verliert sich seine Spur.

Von Graupa ging es über Jessen nach Mockethal, wo ein ehemaliges Außenlager des KZ Flossenbürg bestand. Genau wie die anderen Außenlager in in der Region Sächsische Schweiz - Königstein und Porschdorf - unterstand das Lager in Pirna/Mockethal-Zatzschke dem Geilenberg-Stab. Edmund Geilenberg sollte die durch Luftangriffe zerstörte Treibstoffindustrie wieder in Gang bringen. Er war Wehrwirtschaftsführer und mit seinen Programmen verantwortlich für den Tod von tausenden Gefangenen. Für seine Taten wurde er aber nie zur Verantwortung gezogen. Bewacht wurde das Außenlager durch den Kommandoführer und SS-Oberscharführer Erich von Berg sowie durch weitere SS-Bewacher. Gegen Berg ermittelte die Staatsanwaltschaft Würzburg, die Ermittlungen stellte sie aber 1979 wegen Verjährung ein.

In Lohmen besichtigten wir dann den Gedenkplatz für ehemalige Häftlinge. Ein Gedenkstein erinnert auf dem Friedhof an die Opfer, ohne dass der Ort der Verbrechen benannt wird. Lohmen war außerdem der Arbeitsort von Gerhard Schubert, dem ehemaligen Direktor der Schule. Nach Denunziation wurde das SPD-Mitglied verhaftet und auf die Burg Hohnstein gebracht. Nach Folterungen stürzte er sich von der Burgmauer. Vor 1990 trug die Schule seinen Namen.

Die letzten Kilometer führten durch den Liebethaler Grund, vorbei an Mühlsdorf und Liebethal, nach Bonnewitz. Dort gründete Martin Kretschmer eine Einrichtung für geistig Behinderte Menschen. Sie arbeitete, während nur wenige Kilometer weg auf dem Pirnaer-Sonnenstein gemordet wurde. Erst nach Beendigung der so genannten Aktion T4, gerieten die Bonnewitzer ins Visier der Gestapo. Martin Kretschmer wurde verhaftet und im KZ Klinkerwerk (Außerlager des KZ Sachsenhausen) ermordet. Das Haus wurde beschlagnahmt und als Kriegswaisenhaus fortgeführt. Heute gibt es wieder eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen.

Das letzte Stück ging es dann noch einmal durch den Bonnewitzer Wald nach Graupa. Dort endete die Wanderung am Staatsbetrieb Sachsenforst. Wir danken Allen für ihre Teilnahme.

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