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Lunapar 21 - Zeitschrift zur Kritik der globalen ÖkonomieIn der aktuellen Debatte um die Schuldenkrise Griechenlands und die Eurokrise der EU gibt es ganz klar einen Täter und ein Opfer. Der Täter ist Griechenland, das Opfer Deutschland, da es für die Schuldenkrise »zahlen muss«. Wortführer dieser Debatte ist Deutschland, in der EU ist man sich da einig. Doch es gibt eine Gegenstimme: Im März 2010 reagierte der ehemalige griechische Vize-Ministerpräsident Theodoros Pangalos auf die aggressive Kritik Deutschlands, indem er das Thema der Reparationszahlungen Deutschlands an Griechenland auf die Tagesordnung setzte. Bis heute verweigert sich Deutschland, in vollem Umfang für die totale Vernichtung der griechischen Wirtschaft während der Besatzung 1941-1944 zu zahlen. Die Verkehrung der Verhältnisse ist typisch deutsche Manier, wenn es um die Übernahme der Verantwortung für die Folgen der Zerstörung von Europas Staaten durch den Nationalsozialismus geht.

Den Zusammenhang zwischen der Euro-Einführung, der aktuellen EU-Politik gegenüber Griechenland und der Verweigerungspolitik der Reparationszahlungen Deutschlands zeigt Karl Heinz Roth in seinen Beiträgen zu dem Schwerpunkt des Heftes »Griechenland & die Euro-Krise« anschaulich auf. Anhand von Ereignissen und Zahlen macht er deutlich, dass Deutschland immer noch nicht seine Reparationskosten vollständig gezahlt hat und dass daher die chronische wirtschaftliche Misere Griechenlands eng verbunden ist mit der wirtschaftlichen »Kahlfraß«politik der Nationalsozialisten. In der aktuellen Debatte wird das Opfer zum Täter gemacht. Deutschland erklärt einerseits die Reparationsfrage für geklärt und versucht andererseits die Wirtschaft in Griechenland zu bestimmen - dieses Mal nur in Form der EU.
Es ist richtig, dass Deutschland zahlt. Es kann in einer kritischen Diskussion nur darum gehen, wer zu bezahlen hat - nämlich deutsche Unternehmen für ihre Rolle in der nationalsozialistischen Besatzungspolitik.

lunapark 21, zeitschrift zur kritik der globalen ökonomie. Heft 15,
Herbst 2011, 5,50 Euro.

Quelle: Annelies Senf, Der Rechte Rand 133, S. 31
www.der-rechte-rand.de

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