Nach dem in anderen Städten die NPD-Räte aufgefordert waren, sich zu den Übergriffen nach dem 13.02. zu äußern, sollte nun auch in Pirna am 02.03. eine Erklärung abgegeben werden. Doch noch vor der Stadtratssitzung fanden sich rund 50 Personen zu einer Kundgebung gegen rechte Gewalt zusammen. Dabei forderten sie in einer Erklärung die Mandatsabgabe der NPD-Abgeordneten. Innerhalb einer Stunde konnten 65 Unterzeichner_innen gefunden werden. Initiiert wurde die Aktion durch SPD, LINKE, GRÜNE und AKuBiZ. Zu den Unterstützer_innen gehörten neben Initiativen und Gewerkschaften alle - für Pirna zuständigen - Landtagsabgeordneten.
Die Unterschriftenliste wurde im Anschluss an die Kundgebung, auf der neben den Parteien auch Vertreter_innen von AKuBiZ e.V. und der RAA-Opferberatung e.V. sprachen, dem neuen Oberbürgermeister Hanke überreicht. Dieser hatte gemeinsam mit den demokratischen Parteien eine Erklärung verabschiedet, welche die Anschläge verurteilt und die Abgeordneten der NPD in die Verantwortung zieht. Jede Fraktion erklärte in einer Rede ihre Verachtung für die Angriffe in Pirna.
Die beiden Abgeordneten der NPD - Mirko Liebscher und Dr. Olaf Rose - kamen in Begleitung von rund 30 KameradInnen zur Sitzung. Unter ihnen war der neue NPD-Kreisvorsitzende Hartmut Gliemann, der Rathmannsdorfer NPD-Gemeinderat Steffen Konkol, die NPD-Kreistagsabgeordnete Carmen Steglich, sowie weitere bekannte Personen. Diese versuchten noch vor Sitzungsbeginn die Teilnehmer_innen der Kundgebung mit Sprüchen wie "Da stehen die linken Schweine" zu provozieren. Die Pöbelein ließen aber auch während der Stadtratssitzung nicht ab.



