Im Regionalmuseum Teplice, untergebracht im einstigen Schloss der Stadt, ist noch bis zum 14. Februar 2010 eine Ausstellung zu besichtigen, die sich mit dem Schicksal sudetendeutscher Antifaschist_innen und ihrer vergessenen Rolle im Widerstand gegen den Nationalsozialismus beschäftigt. Die Ausstellung kann als das erste Ergebnis neuerer Forschungen zu diesem Thema bezeichnet werden, nachdem die tschechische Regierung 2005 den deutschen Antifaschist_innen in der Tschechoslowakei hohe Anerkennung zollte und sich bei Ihnen entschuldigte. Durch diese Regierungserklärung wurden dem Projekt finanzielle Möglichkeiten zur Verfügung gestellt, um die Forschungen zur "Dokumentation der Schicksale aktiver NS-Gegner, die nach dem Zweiten Weltkrieg von den in der Tschechoslowakei angewendeten Maßnahmen gegen die sogenannte feindliche Bevölkerung betroffen waren", voranzutreiben.
In der Ausstellung wird in vier Kapiteln auf das Wirken sudetendeutscher Antifaschist_innen eingegangen. Das erste Kapitel beschreibt die Entwicklung nach dem Ersten Weltkrieg in Tschechien bis zu den Wahlerfolgen der faschistischen Sudetendeutschen Partei. Im zweiten Kapitel wird der Kampf für die Verteidigung der tschechischen Republik vor der faschistischen Gefahr bis zur Annektion durch Nazideutschland nach dem Münchner Abkommen 1938 beschrieben. Hierbei wird auch auf die Unterstützung der spanischen Republik durch sudetendeutsche Antifaschist_innen Bezug genommen und an verschiedenen Einzelschicksalen verdeutlicht. Im dritten Kapitel der Ausstellung wird der Weg der Antifaschist_innen in die Emigration, nach Großbritannien und in die Sowjetunion und ihr Kampf in den Armeen beider Länder, sowie in Partisaneneinheiten aufgezeigt. Das letzte Kapitel widmet sich den "besiegten Siegern", denjenigen die Widerstand leisteten, "republiktreu" geblieben waren, unter dem Terror der Nationalsozialisten leiden mussten und trotzdem nach dem Zweiten Weltkrieg Repressionen erleiden mussten und aus Tschechien ausgewiesen wurden.
Zur Ausstellung gibt es einen Katalog und weitere Bücher zu kaufen, die sich mit dem Schicksal sudetendeutscher Antifaschist_innen beschäftigen.



