Nach den Pleiten in Heidenau und Pirna (Sächsische Schweiz/Osterzgebirge) war die Abschluss-Tour der NPD-Sachsen heute zu Gast in Dresden. Mit leichter Verspätung traf das "Flaggschiff D", begleitet vom "Apfelmobil" auf dem Postplatz ein.
Dort folgten GegendemonstrantInnen einem Aufruf zum "Abgeordnetenwatch". Alle demokratischen Parteien waren aufgefordert ihre Aktivität gegen Nazis zu zeigen. SPD, GRÜNE, LINKE, PIRATENPARTEI, FREIE WÄHLER und die FDP waren gekommen. Ein Transparent stellte die Frage nach der Oberbürgermeisterin Helma Orosz. Die war aber nicht zu sehen, genauso wenig wie ihre Partei. Die CDU hatte im Gegensatz zu Heidenau und Pirna, ihren Wahlstand in weiter Entfernung zur Kundgebung aufgebaut.
Der Aktion "Hupen gegen Nazis" folgte dann doch ein erstaunlich großer Teil der KraftfahrerInnen und machten somit den Lautsprecherwagen der NPD - der ohnehin schlechten Klang hatte - kaum hörbar. Dazu trugen auch Pfeifen und der Einsatzhubschrauber bei. Im Gegensatz zur NPD-Kundgebung waren die Parteien wieder einmal mit Einsatzkräften der Polizei Thüringen umstellt. Warum, kann aber sicher niemand erklären, genauso wenig wie die Tatsache, dass ständig eine Kamera auf die zahlreichen Landtagsabgeordneten gerichtet war.
Schwer zu sagen ist, ob Frank Rennicke oder Udo Pastörs den peinlichsten Auftritt des Nachmittags hatten. Während Rennicke seine alten Lieder auskramte und mit gewohnt schlechter Stimme nur wenige ZuhörerInnen unterhielt, versuchte sich Pastörs wieder einmal als moderner Göbbels. Er schwafelte vom "Nektar des Volkes" und den "Brutkästen der Fruchtlosen" und irgendwie wollte niemand daran denken, was Pastörs wohl damit meinen könnte. Selbst die anwesenden "Freien" Kräfte verließen die Kundgebung vorzeitig mit den Worten "Ist das lächerlich!"
Nun nicht, dass es irgendein verbindendes Element mit denen geben würde aber in diesem Fall hatten sie durchaus recht. Auf der Kundgebung der Nazis waren bestenfalls 50 Gäste, von denen aber mindestens die Hälfte "Parteifunktionäre" waren. Eigentlich hat die NPD allein in Dresden mehr Mitglieder. Neben Carmen Steglich, Holger Apfel, Udo Pastörs, Harald Zander, René Despang und Paul Lindner waren unter anderem noch Jens Baur, Holger Szymanski und Fridtjof Richter anwesend.
Im Prinzip war alles unspannend und es stellt sich die Frage wo die zahlreichen BürgerInnen waren, die von den Nazis dauernd erwähnt wurden. Wahrscheinlich dort, wo die Infomaterialien waren, die der NPD in Pirna aus den Händen gerissen wurden sein sollen.



