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Am 14.Oktober 1943 brach im Vernichtungslager Sobibór im östlichen Teil Polens ein Aufstand aus, der in der Geschichte des Zweiten Weltkrieges ohnegleichen war. In Sobibór sind in eineinhalb Jahren mehr als 250.000 Juden vergast worden, von denen mehr als 33.000 aus den Niederlanden stammten. Einige Monate zuvor hatte sich eine kleine Gruppe von "Arbeitshäftlingen" unter Leitung des polnischen Juden Leon (Ljaibl) Felhendler zu einem Untergrundkomitee zusammengeschlossen, das unter strengster Geheimhaltung Pläne für eine Massenflucht entwickelte. Die Gruppe bestand aus etwa zehn Männern, die im Laufe der Zeit aus verschiedenen Transporten zu Arbeitern im Lager selektiert worden waren. Schon davor waren Juden geflohen - u.a. fünf Männer aus dem "Waldkommando" - oder bei einem Versuch gescheitert. Felhendler und seine Kampfgefährten kamen über den inständigen Wunsch nicht hinaus; für das Gelingen einer so komplizierten Aktion fehlte ihnen das notwendige Wissen und Können. Einen Ausbruchversuch bis in alle Einzelheiten vorzubereiten und durchzuführen, erforderte ganz besondere Kenntnisse.

Mitte September 1943 keimte neue Hoffnung auf, als etwa zweitausend russische Juden - unter ihnen jüdische Kriegsgefangene - aus Minsk im Lager eintrafen. Zu diesem Zeitpunkt wurden gerade Zimmerleute gesucht, um Baracken in dem noch nicht fertig gestellten Lager 4 zu errichten. Einer von denen, die sich meldeten, war Alexander Petsjerski, kein Zimmermann, wohl aber Leutnant der Roten Armee. Während seiner Offiziersausbildung hatte er nicht nur gelernt, Soldaten kämpfen zu lassen, sondern auch, wie man sich in einer schwierigen Lage zu verhalten hatte. Nachdem er aufgefordert worden war, dem Untergrundkomitee beizutreten, gelang es ihm innerhalb von drei Wochen, einen Aufstand bis in die Details vorzubereiten und durchzuführen.

Der Aufstand war von großer Bedeutung, nicht nur für die Männer und Frauen, die zunächst entkommen konnten und von denen 47 den Krieg überlebt haben, sondern auch für die nachfolgenden Generationen. Ohne den Aufstand hätte es keine Überlebenden gegeben, die den Massenmord hätten bezeugen können. Und es wäre nicht zu den Prozessen gegen die SS-Männer und die Ukrainer von Sobibór gekommen, in denen all die Verbrechen, die sorgfältig vertuscht worden waren, ans Licht der Öffentlichkeit gelangten.

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