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Am Samstag, den 04.08.07, versammelten sich rund 300 Antifaschist_innen in DD- Pappritz zu einer lautstarken Demonstration gegen den dort stattfindenden JN- "Sachsentag". Die Stimmung war ausgelassen und durch viele kreative Transparente und informative Redebeiträge konnten auch die umstehende Passant_innen für das Thema der Demonstration sensibilisiert werden. Jedoch verlief nicht alles so reibungslos an diesem Tag. Die Polizei und das Ordnungsamt provozierten die Teilnehmer_innen während der Veranstaltung immer wieder durch Unterbrechungen wegen angeblich zu langen Transparenten und verlangten das Abkleben von Teilen dieser. Auch übertriebene Personenkontrollen vor Beginn der Demonstration wirkten nicht deeskalierend. Zudem ist es verwunderlich, warum ein Antifaschist von Polizist_innen, trotz der schon erfolgten Vorkontrollen, kurz vor der Abschlusskundgebung aus der Demonstration gegriffen und aus der Sichtweite aller Teilnehmer_innen gezerrt wurde. Angeblich führte dieser eine Sturmhaube mit sich; wie nicht anders zu erwarten, fanden die Polizeibeamten, genau wie ihre zu Demonstrationsbeginn kontrollierenden Kolleg_innen, nichts dergleichen.

Auch schon im Vorfeld ordnete die Stadt Dresden den Demo-Organisator_innen schikanöse Auflagen an. Der erste Streitpunkt zwischen Ordnungsamt und Organisator_innen betraf das Thema Order_innen. Die Stadt verlangte von der Demo-Organisation die Personalien alle Order_innen schon vor Beginn der Demonstration abzugeben, damit sie auf ihre "Zuverlässigkeit" hin überprüft werden können. Dagegen wurde Beschwerde beim Verwaltungsgericht Dresden eingelegt. Das Gericht widersprach daraufhin dieser immer wieder auftretenden Methode der Repression. Bei dem Teil des Auflagenbescheides, der die Route betraf, war eine Beschwerde erfolglos. Die Route wurde verkürzt, sodass ein Sichtkontakt zu den Neonazis (und ein offensiver Protest :-) ) unmöglich wurde und das Anliegen der Demonstration daher nicht an die eigentlichen Adressaten herangetragen werden konnte. Die Demonstration verlief somit durch die engen Strassen des kleinen Stadtteils Dresdens und endete etwa 200 Meter vor dem Privatgelände des Wolfgang Jürgens, wo sich mehrere Hundert Neonazis zu dem so genannten "Sachsentag" trafen.

Als Organisator dessen trat die NPD-Jugendorganisation "Junge Nationalademokraten" auf.  Neonazis u.a. aus Sachsen, Brandenburg, Baden-Württemberg, der Schweiz, aus Schweden und aus Tschechien reisten zu dieser Veranstaltung an. Sie wurden bei ihrer Ankunft gründlichst von der Polizei durchsucht. Dabei nahmen die Beamt_innen nicht nur Personenkontrollen vor, sondern untersuchten auch die Autos auf verbotene Gegenstände, wie Waffen oder verfassungswidrige Kleidungsstücke. Sichergestellt wurden u.a. ein Samuraischwert, mehrere Messer, Schreckschusswaffen und Reizgas. Zudem war der Konsum von Alkohol auf dem Gelände - zum Ärger aller Teilnehmer - verboten. Vor dem Eingang stapelten sich Bierkästen und Alkoholflaschen; viele der Teilnehmer versuchten noch eiligst ihre mitgebrachten Bierbestände auszutrinken. Die Staatsanwaltschaft und das Ordnungsamt überwachten durch regelmäßige Kontrollgänge die Einhaltung dieser Auflagen. Nachdem die Neonazis - ohne Waffen und Alkohol - das Konzertgelände betreten durften, konnten sie Redebeiträgen von Udo Voigt (NPD- Parteivorsitzender), Holger Apfel (NPD-Fraktionsvorsitzender), Stefan Rochow (JN-Bundesvorsitzender) sowie Sebastian Richter (JN- Sachsen) lauschen. Am Abend wurde das mit alkoholfreiem Bier abgespeiste Publikum mit Auftritten von "Sachsonia", "Frontalkraft", "Viking"(Italien), "Asynja"(Schweden) und "Prussian Blue"(USA) beschallt. Letztere ist ein 15-Jähriges Zwillingsduo, welches in der Neonaziszene zu zweifelhaften Ruhm gelangt ist. Ihr Bandname "Preußisch Blau" verweist nach eigenen Angaben auf das in den NS-Vernichtungslagern benutzte Zyklon-B. Eine bei Holocaust-Leugnern beliebte These, "Preußisch Blau" (Rückstand von Zyklon B) würde in den Gaskammern der Konzentrationslagern fehlen, ist somit auch Kernstück ihrer Argumentation. Mit dieser Aussage und ihren Texten ist die Band aufgrund dessen klar geschichtsrevisionistisch und verharmlost den Nationalsozialismus.

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