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Gedenkspaziergang für Karl Emil Heinrich

Kategorie
Kundgebung/Demonstration
Datum
Sonntag, 23. September 2018 17:00
Veranstaltungsort
Begegnungszentrum Pirna - Lange Str. 43
01796 Pirna, Deutschland

Gemeinsam mit dem Begegnungszentrum Pirna wollen wir den Tag der Erinnerung und Mahnung, der immer am zweiten Sonntag im September an die Opfer des Faschismus erinnert und als Aktionstag gegen Rassismus, Neonazismus und Krieg begangen wird, einem Pirnaer Bürger widmen. Karl Emil Heinrich (1892-1941) war einer der vielen Homosexuellen, die im Nazi-Regime verurteilt, eingesperrt, verschleppt und ermordet wurden. Sein Schicksal nachzeichnend, möchten wir an die vielen anderen Menschen erinnern, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität umgebracht wurden oder in viel zu vielen Staaten auch heute noch werden. Gemeinsam wollen wir einen Spaziergang durch Pirna und an verschiedenen Orten Halt machen, um an Ereignisse im Zusammenhang mit dem Nazi-Regime zu erinnern und die Geschichten verschiedener Menschen zu hören, die darunter leiden mussten. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Um Spenden wird jedoch gebeten, denn im nächsten Jahr möchten wir Karl Emil Heinrich mit einem Stolperstein in Pirna gedenken.

Wer war Karl Emil Heinrich?

Karl Emil Heinrich wurde am 6. April 1892 in Pirna im Kreis Dresden in Sachsen geboren und evangelisch getauft.[1] Sein Elternhaus war auf der Niederen Burgstrasse 6. 1939 lebte der 47-jährige Ledige in Braunschweig und war Zementarbeiter.

Am 24. Juni 1939 ging er dem Gefängnis Braunschweig zu und am 5. September 1939 verurteilte ihn das Landgericht Braunschweig nach §175a, Ziffer 3 (homosexuelle Handlungen mit Männern unter 21 Jahren), zu einem Jahr und drei Monaten Zuchthaus und zu drei Jahren Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Zur Strafverbüßung transportierte man ihn am 20. Oktober 1939 in das Zuchthaus Celle. Laut seiner Häftlingskarte "entließ" man ihn zu seinem Strafende am 22. September 1940 angeblich nach Hannover.

Es ist aber sehr unwahrscheinlich, dass man ihn in die Freiheit entließ. Vielmehr ist er zwar aus dem Bereich der Justiz "entlassen", aber wahrscheinlich der Polizei Hannover übergeben worden, denn etwa im Februar 1941 überführte die Polizei ihn in das KZ Sachsenhausen, wo er die Häftlingsnummer 35.701 erhielt. Emil Heinrich verstarb am 11. April 1941 im KZ Sachsenhausen im Alter von 49 Jahren.

Fussnote:
[1] KZ Sachsenhausen 1939-1945: Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
Niedersächsisches Landesarchiv, Hauptstaatsarchiv Hannover, Hann. 86 Celle Acc. 142/90 (Karteikarte) Nr. 39/340.
Kerkerbücher Gefängnis Braunschweig im Staatsarchiv Wolfenbüttel 43 B Neu Fb. 2 Zg. 59/1982 Nr. 210, Zusatzhinweis 1084.

Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover, mit Dank an den Historiker Christian-Alexander Wäldner, Weetzen, für die Information.

 
 

Alle Daten

  • Sonntag, 23. September 2018 17:00
23
Sep
Begegnungszentrum Pirna
-
Pirna
Zeit: 17:00

29
Sep
Gedenkstätte Zeithain
-
Zeithain

09
Nov
Pirna
-
Pirna
Zeit: 18:00

23
Dez
K2-Kulturkiste
-
Pirna
Zeit: 18:00

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