Chronik rechter Aktivitäten

Rechte Aktivitäten melden

Newsletter abonnieren

Spende für die K²-Kulturkiste

Antifaschismus

  • 10. Wanderung auf den Spuren der Roten Bergsteiger*innen

    Wanderung auf den Spuren der Roten Bergsteiger*innen 2017Vom 19.05. bis 21.05.2017 werden wir auf den Spuren der Roten Bergsteiger*innen rund um Altenberg wandern. Zu entdecken gibt es rund um Altenberg vieles: der Gedenkstein an der Schneise 31, der an den Überfall auf Walter Richter, Arthur Thiermann, Max Niklas und Johannes Müller erinnert. Nur Johannes Müller überlebte diesen Überfall. Oder der Ort eines der Frühen Konzentrationslager und späteren Sportheim der Kriegsschule Dresden, dem ehemaligen Amtsgericht in Altenberg.

    Eva Mendl, Vorsitzende des Mauthausen-Komitee-Ost e.V., wird uns das Wochenende begleiten. Im Jahr 2010 hatte sie durch einen Zufall Briefe ihres Vaters Johannes Müller gefunden, die er – nach seiner Verhaftung 1940 aus Gefängnissen, Zuchthäusern und dem KZ Mauthausen an seine Mutter und seinen Bruder geschrieben hat. Durch diese Briefe lernte sie ihren Vater neu kennen. Eva schreibt dazu: „Die wichtigste Bezugsperson für meine politische Bildung war mein Vater. Er bekämpfte als KPD-Mitglied ab 1933 illegal den Faschismus in Deutschland, wurde deshalb 1940 von der Gestapo verhaftet und gefoltert, 1941 wegen Hochverrat zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt und 1943 mit dem Vermerk „Rückkehr unerwünscht“ ins Konzentrationslager Mauthausen verschleppt.“

  • 15 Jahre antirassistische Arbeit im ländlichen Raum

    Der Pokal zum KickerturnierIm Herbst 2001 entstand unter Jugendlichen aus Pirna und der Umgebung die Idee, einen eigenen Verein zu Gründen. Sie wollten einen Schutzraum bieten, denn ihre Jugend war geprägt von den Übergriffen der Neonazi-Organisation „Skinheads Sächsische Schweiz“. Sie setzten diese Idee in die Tat um...

    Und so gibt es uns nun schon seit 15 Jahren. Mit Diskriminierungsfreiheit und Kreativität gestalten wir seither Räume und bringen uns in den politischen Dialog von Stadt, Landkreis und auch darüber hinaus ein. „Ich habe großen Respekt vor dem Engagement der AKuBiZ-Aktiven und wünsche ihnen weiterhin Kreativität und Kraft zum Durchhalten. Den Verantwortlichen in der Stadt und im Landkreis gratuliere ich zu diesem Verein und zu diesen Menschen, die Demokratie gestalten.“ erklärte Prof. Ullrich Gintzel.

    Im Fokus unserer Arbeit steht seit vielen Jahren die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus. Im Besonderen liegt der Blick auf der Region und so entstand eine Flyerserie zu den ehemaligen Konzentrationslagern im Landkreis.

  • Aufruf: Burg Hohnstein als Ort der Erinnerung erhalten!

    Aufruf Hohnstein WebbildIhr wollt diesen Aufruf mitunterzeichnen? Schickt uns eine Mail!

    Im Zentrum der romantischen Kleinstadt Hohnstein steht eine Burganlage, die mehr als 100 Meter auf Sandstein gebaut über dem Polenztal weithin zu sehen ist. Sie liegt in der Sächsischen Schweiz, einem fantastischen Klettergebiet mit hunderten Sandsteingipfeln. Die Burg ist seit fast 700 Jahren Wahrzeichen der Stadt - die Stadtgeschichte ist ohne die Burggeschichte nicht denkbar. Als Verwaltungssitz, "Männerkorrektionsanstalt", Jugendherberge und Sitz der Hohnsteiner Kasper-Puppenbühne besitzt sie eine wechselvolle Geschichte mit überregionaler Bedeutung. 

    Die Burg in Hohnstein zählte unter der Leitung von Konrad Hahnewald zwischen 1924 und 1933 zu einer der größten und schönsten Jugendherbergen Deutschlands. Zugleich wurde sie in dieser Zeit als Jugendburg ein Zentrum der demokratischen Jugendbegegnung und ein Ort des internationalen Austauschs. Die Gäste stammten zum Beispiel aus Indien, Japan und Kanada. Die Burg ist damit ein wichtiger Baustein der demokratischen Geschichte Sachsens mit einer deutlich über seine Grenzen hinausgehenden Bedeutung.

  • Brennpunkt Sonnenstein?

    Lochner: 1 Schritt vor, 2 zurückWenn ihr nur die Hinweise und den Aufruf zur Gegenaktion lesen wollt,
    scrollt bitte zum Ende des Textes. [update 04.04.]

    Für den 5. April ist in Pirna eine Demonstration unter dem Motto „Brennpunkt Sonnenstein“ angekündigt. Aufrufende ist die, weitgehend von der NPD dominierte Initiative "Nein zum Heim Sächsische Schweiz/Osterzgebirge". Diesem Demo-Aufruf war ein Bericht auf der facebook-Seite des 1. FC Pirna vorausgegangen, der einen Vorfall beschreibt, bei dem "Ausländer" Mitglieder des Sportclubs angegriffen hätten. Verfasst und veröffentlicht wurde dieser Bericht von Tim Lochner, Stadtrat und 1. Vorsitzender des 1. FC Pirna.

    Lochner selbst war an dem Abend allerdings nicht vor Ort, postete die gegenüber ihm gemachten Angaben jedoch ungefiltert. Die Polizei hingegen bestätigt die Schilderungen Lochners nicht. „So, wie der Fall im Internet dargestellt ist, können wir ihn nicht bestätigen“, sagt Polizeisprecher Marko Laske gegenüber der Sächsischen Zeitung. Sie sei zwar im Einsatz auf dem Pirnaer Sonnenstein gewesen, die Abläufe seien aber noch nicht rekonstruiert. 1 Für Lochner, „dem verantwortungsbewussten Bürger“, allerdings kein Problem. Im Gegenteil, er heizt die Stimmung weiter an. Berichtete er noch am 22. März in populistischer Zweideutigkeit: "Im konkreten Fall wurde das ZDF von Besuchern des Punktspiels auf die "Heil Hitler-Rufe" des besagten Personenkreises hingewiesen. Man darf also gespannt sein, was im Beitrag des ZDF zu sehen sein wird. Ich persönlich bin nicht gespannt, ich weiß es schon jetzt." Wenige Tage später musste er eingestehen: "Ich habe mich in einem wichtigen Punkt missverständlich ausgedrückt. Nichtanwesende Leser könnten zu der Folgerung gelangen, das ZDF wäre die gesamte Zeit, also auch als die Tätlichkeiten passiert sind, anwesend gewesen. Dem ist ausdrücklich nicht so. Das Kamerateam war lediglich während des Punktspiels zugegen und hat von den geschilderten Tätlichkeiten keine Kenntnis erlangen können." 2

  • Burg Hohnstein muss im öffentlichen Besitz verbleiben

    Blick vom Hockstein auf die Burg HohnsteinWie dem Lokalteil Pirna der Sächsischen Zeitung der Wochenendausgabe vom 25. Februar zu entnehmen ist, endet das Insolvenzverfahren des Familienferien- und Häuserwerks der Naturfreunde Deutschlands um die Burg Hohnstein zum Jahresende 2017. Damit wäre ein Eigentumswechsel der Burg, wenn auch teilweise kompliziert durchführbar, möglich. Aus unserer Sicht kann die Burg nur durch die öffentliche Hand betrieben werden, wie es auch Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade, fordert. Nur diese hat die vollständige Kontrolle über die Zugänglichkeit, den aktuellen Zustand, Ausbau und Betrieb der Burg.

    Die Burg hat eine wechselvolle Geschichte erfahren. Unter anderem war sie „Männerkorrektionsanstalt“ und Jugendgefängnis. Ab 1926 war sie Jugendherberge, übrigens die größte im Deutschen Reich. Sie war aber auch Ort des Hohnsteiner Puppenspiels. Mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten wurde die Burg eines der ersten frühen Konzentrationslager im Deutschen Reich mit tausenden Gefangenen, die entmenschlicht und gequält wurden und zahlreiche Opfer zu verzeichnen hatten. Danach war sie Gefangenenlager für polnische und französische Offiziere und später Kriegsgefangenenlager für jugoslawische und sowjetische Kriegsgefangene. Mehrere der genannten Epochen sind nicht grundlegend erforscht bzw. aufgearbeitet.

  • Comicreihe über Sachsnitz

    2. Teil (Neuerscheinung): Comic "(Nichts) Neues aus Sachsnitz"

    Nichts neues aus SachsnitzMaik, Nancy, Steve, Tom, Mandy, Thi Lan und Tarek sind sieben Freunde aus Sachsnitz, einer fiktiven sächsischen Kleinstadt. Die Jugendlichen gehören zu den Menschen, die sich der kleingeistig-braunen Engstirnigkeit aktiv entgegenstellen, welche ihre Heimatstadt im Würgegriff hat. Ihre Erlebnisse sind der sächsischen Realität entlehnt.

    Der Comic ist seit Ende 2016 erhältlich. Wenn ihr Interesse daran habt, schreibt uns bitte eine Mail.


    1. Teil: Comic "Jetzt re(i)chts in Sachsnitz!"

    Bereits 2007 war der erste Teil der Comicreihe, welcher sich mit rechter Gewalt beschäftigt erschienen. Innerhalb eines Jahres waren die 10.000 Exemplare vergriffen. Die Geschichte des jungen Tarek, der in Sachsnitz lebt wurde in die gesamte Bundesrepublik verschickt und wurde sogar ins Comic-Jahrbuch aufgenommen. Mittlerweile sind drei Auflagen erschienen. Der Comic wurde überarbeitet und an die neue Situation der Opferberatungsstellen in Sachsen angepasst.

    Leider sind gedruckte Exemplare, bis auf wenige restliche, vergriffen. Darum bieten wir euch den Comic zum onlinelesen auf scribd.com an.

  • Gedenkflyer KZ Dresden-Zschachwitz

    Ab Mitte Oktober 1944 wurden in Dresden-Zschachwitz auch KZ-Häftlinge in einem Außenlager des KZ Flossenbürg zur Arbeit gezwungen. Der erste Transport mit 404 jüdischen Häftlingen kam aus dem KZ Płaszów nach Zschachwitz. Bis auf zwei Reichsdeutsche und drei Ungarn stammten alle Männer aus Polen. Die Stärke des Außenlagers wurde durch nachfolgende Transporte erhöht. So kamen im November in zwei Transporten 177 und 150 Häftlinge aus Mauthausen und aus dem Stammlager Flossenbürg 100 Häftlinge. Im Dezember wurden aus Flossenbürg 172 und aus Auschwitz 20 Gefangene überstellt. Diese Transporte waren nicht so homogen zusammengesetzt wie der erste. Zwangsarbeiter, Schutzhäftlinge, ehemalige Kriegsgefangene, «Asoziale» und «Berufsverbrecher» russischer, polnischer, deutscher, italienischer, tschechischer, belgischer, französischer, slowenischer, griechischer und britischer Nationalität kamen nach Zschachwitz. Nach den Juden waren die etwa 260 zivilen Zwangsarbeiter und 240 politischen Häftlinge die größten Häftlingsgruppen, insgesamt waren etwa 60 Prozent der Häftlinge Polen, ein Fünftel Russen und ein Zehntel Franzosen. Die Forderungsnachweise lassen den Schluss zu, dass im Dezember 1944 zwischen 950 und 1000 Häftlinge inklusive 20 so genannter Lehrlinge im Außenlager Zschachwitz eingesetzt waren.

  • Gedenkflyer KZ Porschdorf

    Das Außenlager Porschdorf wurde als letztes von drei Außenlagern des KZ Flossenbürg in der Sächsischen Schweiz im Zusammenhang mit dem Geilenberg-Stab zum Wiederaufbau der durch alliierte Bombenangriffe schwer geschädigten deutschen Treibstoffproduktion errichtet. Wie das Außenlager in Königstein gehörte auch Porschdorf (Schwalbe III) zu einer Reihe von Untertage-Verlagerungen mit Decknamen „Schwalbe“, in denen die Herstellung von Flugbenzin geplant war. Nach Porschdorf sollte ein Teil des Hydrierwerks Most (Brüx) verlagert werden. Zuständig war, wie in Königstein und Pirna-Mockethal, eine Sonderbauleitung der OT unter Führung des Ingenieurbüros Prof. Rimpl aus Königstein.

  • gedenkplaetze.info als zentrale Karte zur Geschichte im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge veröffentlicht

    gedenkplaetzeGemeinsam mit Jugendlichen haben wir 2009 das Projekt www.gedenkplaetze.info gestartet. Dieses ist aus einer Notwendigkeit entstanden: Bei unseren Recherchen vor Bildungsfahrten in andere Gegenden mühten wir uns immer wieder zentral Informationen über Gedenkplätze zu finden, die wir besuchen können, um mehr über Orte der Verbrechen des Nationalsozialismus und über die Opfer zu erfahren. Wir entschlossen uns, eine Dokumentation über Gedenkorte in unserem Landkreis zu gestalten.

    In einem ersten Schritt konnten wir unser Projekt Gedenkplätze in der neuen Form, einer zentralen Karte, veröffentlichen. Mittlerweile haben wir die Orte der jüdischen Geschichte Pirnas und über die Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürgs im Landkreis eingezeichnet und Text- bzw. Bildbeschreibungen veröffentlicht. Ihr seid gerne eingeladen dieses Projekt zu testen und uns Hinweise, Anregungen und Kritik zu senden. Wir suchen außerdem noch Mitstreiter*innen für das Projekt.

    Auf einer erweiterten Projektseite findet ihr noch mehr Informationen zum Projekt, Kontaktmöglichkeiten und habt die die Möglichkeit uns zu unterstützen.

  • Informationsflyer zum Außenlager Porschdorf veröffentlicht

    Informationsflyer Außenlager PorschdorfIm letzten Monat haben wir in Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Schandau und der Gedenkstätte Flossenbürg einen weiteren Informationsflyer über eines der Außenlager in unserem Landkreis veröffentlicht. 

    Das Außenlager Porschdorf wurde als letztes von drei Außenlagern des KZ Flossenbürg in der Sächsischen Schweiz im Zusammenhang mit dem Geilenberg-Stab zum Wiederaufbau der durch alliierte Bombenangriffe schwer geschädigten deutschen Treibstoffproduktion errichtet. Wie das Außenlager in Königstein gehörte auch Porschdorf (Schwalbe III) zu einer Reihe von Untertage-Verlagerungen mit Decknamen „Schwalbe“, in denen die Herstellung von Flugbenzin geplant war. Nach Porschdorf sollte ein Teil des Hydrierwerks Most (Brüx) verlagert werden. Zuständig war, wie in Königstein und Pirna-Mockethal, eine Sonderbauleitung der OT unter Führung des Ingenieurbüros Prof. Rimpl aus Königstein.

    Den Informationsflyer gibt es gedruckt in unserem Büro oder wir schicken ihn euch zu. Digital ist er hier abrufbar:

  • Lesetipp: Zur Sache! Was die AfD wirklich will

    Weiterdenken: Zur Sache! Was die AfD wirklich willFür die nun bald folgenden sonnigen Tage empfehlen wir euch die Broschüre von Weiterdenken, der Heinrich-Böll-Stiftung in Sachsen: "Zur Sache! Was die AfD wirklich will", die ihr auf der Webseite von Weiterdenkenon Weiterdenken herunterladen könnt.

    Welche Alternative?

    Gegen »Altparteien«, »Genderismus« und »Systemmedien« – die Partei Alternative für Deutschland (AfD) stellt sich dar, als wäre sie die einzige Alternative. Doch was für eine Alternative wäre das?

    Die AfD gibt sich mal bürgerlich und konservativ, mal als Protestpartei, mal als Stütze des Mittelstandes, mal offen nationalistisch, mal als Stimme der »kleinen Leute«, mal als Tabubrecherin. Vielen fällt es deswegen schwer, eine klare Haltung zur AfD zu beziehen. Darf man die rechts nennen? – Ja, man darf.

    Die AfD hat Verbindungen zu Neonazis und (ehemaligen) NPD-Mitgliedern, zur extrem rechten Identitären Bewegung und Burschenschaften. Ihre Jugendorganisation, die Junge Alternative, betrifft das mindestens genauso.

  • NSU Watch Sachsen online!

    NSU Watch SachsenAb sofort ist die Website von NSU Watch Sachsen online. Unter http://sachsen.nsu-watch.info finden sich Berichte zu den Sitzungen des Untersuchungsaussschusses "Neonazistische Terrornetzwerke in Sachsen", der sich mit der Aufarbeitung des NSU-Komplexes in Sachsen beschäftigt.
    Ihr findet uns auch auf Twitter: @nsuwatch_sax.

    ### Was bisher geschah ###

    Im ersten Jahr seines Bestehens beschäftigten sich die Ausschussmitglieder insbesondere mit den Geschehnissen um die Frühlingsstraße 26 in Zwickau ab dem 4. November 2011. Beate Zschäpe steht im Verdacht an diesem Tag, die Wohnung in Brand gesetzt zu haben, in der sie mehrere Jahre gemeinsam mit Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos lebte. Sowohl der verherrende Brand, als auch der Tod von Böhnhardt und Mundlos führten zum Auffliegen eines neonazistischen Terrornetzwerks, dass seit dem Jahr 2000 zehn Morde und mehrere Sprengstoffanschläge zu verantworten hatte. Dabei wurden die Opfer der Attentate, Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık und Halit Yozgat, sowie Michèle Kiesewetter, auf Grund rassistischer und rechter Motive ausgewählt.

  • Rückblick: Mit einer Schüler*innengruppe in Hohnstein

    Mit einer Schüler*innengruppe in Hohnstein vor der Konrad-Hahnewald-GrundschuleEinen wirklich besonderen Tag durften wir am 23. November erleben, als eine Gruppe Radebeuler Gäste mit uns gemeinsam Hohnstein besuchte. Im Fokus standen dabei die Geschehnisse, die sich ab März 1933 auf der Burg abspielten. Die Nazis begannen politische Gegner*innen zu inhaftieren und organisierten somit eines der ersten Konzentrationslager im Deutschen Reich. Eigentlich sind diese geschichtlichen Führungen für uns keine Besonderheit.

    Eine Besonderheit war die Gruppe von Schüler*innen, die auffällig interessiert und engagiert den Erzählungen lauschten. Sie kamen vom Radebeuler Luisenstift und arbeiten an einem Gedenkprojekt zum KZ Hohnstein. Ausschlaggebend dafür waren Zeitzeugnisse, die beide Orte miteinander verbinden. Am 26. Januar 2018 werden die Ergebnisse des intensiv geplanten Vorhabens präsentiert. Wir freuen uns wirklich, wieder einmal so eine spannende Gruppe durch das ehemalige Lagergelände begleitet haben zu dürfen.

    Doch damit nicht genug, denn die Reisegruppe gleich drei Gäste mit, die mit der Geschichte verbunden sind. Zum einen war da Gabriele Hahn, die Tochter des ehemaligen Burgwarts Konrad Hahnewald. Er gilt als erster Häftling des KZ. Sie brachte Fotos mit aus der Zeit, als ihr Vater die Burg als humanistische und Internationale Herberge leitete. Und mit Roland Hering (Enkel des im KZ Hohnstein ermordeten Martin Hering) und Dr. Michael Röhner (Sohn des KZ-Häftlings Walter Röhner) waren zwei weitere wichtige Personen mit auf unserer Tour. Beide berichteten über ihre Angehörigen und deren Erlebnisse. Alle drei unterstützten den Aufruf die Burg Hohnstein als Gedenkort zu erhalten.

  • Rückblick: Zum 10. Mal auf den Spuren der Roten Bergsteiger*innen unterwegs

    Zum 10. Mal auf den Spuren der Roten Bergsteiger*innenVergangenes Wochenende waren wir bereits zum 10. Mal auf den Spuren der Roten Bergsteier*innen in der Sächsischen Schweiz/Osterzgebirge unterwegs. Führten uns die Jahre zuvor die Wanderungen rund um Sebnitz und in den Schluckenauer Zipfel oder in die hintere Sächsische Schweiz, war dieses Mal die Region rund um Altenberg das Ziel der 50 Teilnehmenden.

    Im Einführungsvortrag am Freitag berichtete Roland Hering über seinen Vater Arno Hering, der zusammen mit anderen aktiven Kommunist*innen (z.B. Arthur Thiermann, ebenfalls aus Struppen) eine illegale Fluchthilfe- und Kuriergruppe, die sich v.a. um das Volkshaus in Tísa konzentrierte, organisierte. Arno Hering musste später in die Tschechische Republik emigrieren und schloss sich 1938 den Internationalen Brigaden in Spanien an, um auf Seiten der Republik gegen den Franco-Faschismus zu kämpfen. Nach drei Jahren Haft in Frankreich wurde Arno Hering 1941 nach Deutschland ausgeliefert und im November 1942 vom Volksgerichtshof zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt. Er erlebte die Befreiung 1945 im Zuchthaus Straubing. Unmittelbar danach kehrte er nach Struppen zurück und reorganisierte dort, ohne Genehmigung der sowjetischen Besatzung, die Ortsgruppe der KPD. Im Juli übernahm er die politische Leitung des KPD-Unterbezirks Pirna.

  • Sachbericht und Jahresrückblick 2016

    Sachbericht 2016Im Herbst 2001 legten wir, gemeinsam mit anderen Jugendlichen aus Pirna und der Region, den Grundstein zur Gründung des heutigen Vereins. Wir wollten eine Alternative zu bestehenden rechten Strukturen schaffen und so ein Zeichen für Mitmenschlichkeit und Solidarität setzen. In den ersten Jahren lag der Schwerpunkt auf der Suche nach eigenen Vereinsräumen. Später änderte sich die Ausrichtung des AKuBiZ und im Fokus standen Vorträge zur rechten Szene in der Region. Die Ziele sind aber bis heute der Einsatz für Gerechtigkeit und Diskriminierungsfreiheit.

    Wir organisieren ehrenamtlich Projekte zur Erinnerungsarbeit, Bildungsveranstaltungen und antirassistische Kulturevents. Für die Arbeit wurden wir schon mehrfach ausgezeichnet, beispielsweise mit dem taz-Panterpreis, dem Toleranzpreis der SG Dynamo Dresden, dem Regine-Hildebrandt-Preis oder dem Bundespreis Botschafter der Toleranz.

    Eine Auswahl unserer Aktivitäten im letzten Jahr stellen wir euch in unserem Sachbericht vor und möchten uns für eure vielfältige Unterstützung bedanken.

  • Übersicht über rechte Aktivitäten 2016

    Den Rechten auf die Finger schauenRegelmäßig berichten wir über rechte Aktivitäten in unserem Landkreis. Aufmerksame Bürger*innen unterstützen uns dabei und haben das vergangene Jahr über die Aktivitäten in einer Chronik zusamengefasst. So kam es allein im Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge zu mehr als 45 An- und Übergriffen auf Personen und Objekte durch Rechte, die meisten davon in Pirna, Sebnitz, Freital und Bad Gottleuba. Die Bandbreite reicht dabei von gefährlicher Körperverletzungen, über Angriffe mit Waffen, dem Anbringen von Pyrotechnik an Häusern bis zu versuchtem Totschlag. Darin nicht enthalten sind Schmierereien, Plakate, Flyer und sonstige Aktionen mit rassistischen, antisemitischen oder volksverhetzendem Inhalt. Das waren mehr als 235 im vergangenen Jahr. Im  gleichen Zeitraum führten Rechte mehr als 36 Demonstrationen und Kundgebungen durch. Hier lag der Schwerpunkt auf den Städten Sebnitz, Pirna, Heidenau und Freital. Letztes Jahr fanden zusätzlich noch mehr als 50 Veranstaltungen in geschlossenen Räumen statt, dabei wurden der Stadtkrug in Dohna, die Drogenmühle in Heidenau und das Haus Montag in Pirna am häufigsten genutzt.

    Wenn ihr weitere Informationen habt, schickt uns bitte eine Mail.

  • Vielfältiges Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

    Blumengeschmückter Gedenkstein an der Grohmannstraße in PirnaAm 27. Januar, dem Gedenktag für die Opfer des Holocaust fand am Vormittag eine Feierstunde am Denkmal an der Grohmannstrasse in Pirna mit knapp 70 Teilnehmenden statt. Es waren Vertreter*innen aus Politik, Kultur und Gesellschaft gekommen um die deutsche Geschichte nicht vergessen zu machen, sondern zu erinnern. Wie die Jahre zuvor sprach zuerst OB Hanke, gefolgt von einer Rednerin des VVN um im Anschluss an diese die Blumen sowie Kränze am Denkmal niederzulegen. Auffällig an der Rede des OB war seine klare und scharfe Kritik an der Dresdner Rede von Höcke und Co. und wie wichtig es deshalb ist die Erinnerung und Mahnung über den Nationalsozialismus aufrecht zu erhalten. Dieses Jahr standen die vielen unschuldigen Opfer, welche aufgrund ihrer körperlichen und geistigen Einschränkungen, von den Nazis als "unwert" eingestuft und auch in den Gaskammern auf dem Pirnaer Sonnenstein kaltblütig ermordet wurden. Gedacht wurde Martin Kretschmer, Mitbegründer der Heilpädagogischen Schule in Bonnewitz. Auch in Martin Kretschmer schrie der Gedanke, dass eine Kultur auch daran zu messen sei, wie eine Gemeinschaft mit ihren schwächeren Gliedern umgeht. Aufgrund seines Wirkens wurde er von der Gestapo im Sommer 1941 als Staatsfeind verhaftet und verstarb im Februar 1942 im Sachsenhausener Außenlager Klinkerwerk.

23
Dez
K2-Kulturkiste
-
Pirna
Zeit: 18:00

08
Jun
Tisá (Tschechien)
-
Tissa
Zeit: 18:00

Zum Seitenanfang