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Wanderung mit Schüler*innen des Christlichen Gymnasiums „Johanneum"„Nirgends kann Geschichte besser erfahren und Erinnerung an sie bewahrt werden als an den Örtlichkeiten ihres Geschehens. Authentische Orte, die in der Zeit des Nationalsozialismus eine bedeutende Rolle gespielt haben, gibt es etliche in Sachsen. Doch sind nicht alle diese Orte auch als solche gekennzeichnet und geraten aus diesem Grunde mancherorts in Vergessenheit.“ schreibt Carina Baganz in ihrem Buch „Erziehung zur Volksgemeinschaft“. Damit dies nicht geschieht bieten wir seit fast 9 Jahren Wanderseminare an, in denen wir uns mit der regionalen Geschichte im Nationalsozialismus beschäftigen.

Bereits am 16. April waren Schüler*innen des Christlichen Gymnasiums „Johanneum“ zu Gast. Mit ihnen wanderten wir vom Hockstein durch die Wolfsschlucht und den Schindergraben zur Burg Hohnstein. Dort befand sich von März 1933 bis August 1934 eines der ersten Konzentrationslager im Deutschen Reich. Die vormalige Ausstellung wurde 1995 entfernt, genauso wie einige andere Gedenkzeichen. Die derzeitige „Ausstellung“ verdient diesen Namen nicht wirklich. Informationen zum Frühen Konzentrationslager, die man heute erfolglos sucht, besprachen wir dann mit der Gruppe. Über Gautschgrotte, Diebskeller und Neuweg führte unser Weg zurück in das Polenztal.

 

Ein ganzes Wochenende verbrachten wir dann von 20.-22. Mai mit einer Gruppe des DGB Bildungswerkes Thüringen aus Erfurt. Am Freitagabend hielten wir einen Einführungsvortrag zu „Widerstand und Verfolgung in der Region“. Dabei sprachen wir auch über den besonderen Widerstand aus dem Bergsportmilieus. Unter dem Namen „Rote Bergsteiger“ wurde dieser zu DDR-Zeiten bekannt. Einen Tag später begaben wir uns auf die erste Tour zu den Orten von Widerstand und Verfolgung. Auch hier war die Burg Hohnstein Ziel. Mehr als 5000 Gefangene waren in 17 Monaten in der ehemaligen Herberge inhaftiert. Unter anderem der Lohmener Schulleiter Gerhard Schubert oder Kurt Glaser, der den Folterungen durch Selbstmord entging. Am Sonntag besuchten wir dann das ehemalige Konzentrationslager Mockethal-Zatzschke, an dem sich seit letztem Jahr eine kleine Informationstafel befindet. Von da aus ging es über Daube in den Liebethaler Grund, wo das Richard-Wagner-Denkmal an die Entstehung des Lohengrins erinnert. Entworfen vom völkischen Bildhauer Richard Guhr, wurde es 1933 an dieser Stelle aufgestellt. Unweit davon entfernt, im Klettergarten Liebethal, endete dann unsere Tour. Wir bedanken uns bei unseren Gästen und hoffen, sie wieder einmal bei uns begrüßen zu können.

Am 25. Mai kamen dann verschiedene Gedenk-Initiativen zu einer Tagung an der Evangelischen Hochschule Dresden zusammen. Eingeladen hatte Prof. Dr. Uwe Hirschfeld um in einer „Anhörung“ über Chancen und Grenzen lokaler Gedenkarbeit zu sprechen. Auf dem Podium saßen Vertreter_innen von GRÜNE, LINKE und SPD (leider nur bis zum Mittag), die CDU war der Einladung nicht gefolgt. Neben ihnen waren auch vier Wissenschaftler_innen vertreten. Ihnen gegenüber saßen Mitglieder verschiedener Initiativen, die ihre Arbeit vorstellten. Dabei wurde hauptsächlich auf Schwierigkeiten und Hilfebedarfe eingegangen. Immer wieder kam dabei auch die Diskussion zur unzureichenden Unterstützung durch die Stiftung Sächsische Gedenkstätten auf. Vor allem wurde auch kritisiert, dass diese Netzwerkarbeit nicht von der Stiftung selbst organisiert oder unterstützt wird. Wir jedenfalls würden uns über eine Fortführung dieser Treffen freuen.

Nun stehen als nächstes unsere Bildungsreise an den Bodensee und die 9. „Rote-Bergsteiger“-Wanderung an. Vielleicht sehen wir uns ja!


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