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Gedenkveranstaltung in Altenberg für die an der Schneise 31 ermordeten AntifaschistenVor 80 Jahren wurden Walter "Florian" Richter, Max Niklas und Arthur Thiermann nahe der Schneise 31 bei Altenberg ermordet. Heute erinnert daran nur noch ein nicht ausgeschilderter verwitterter Gedenkstein an die Ereignisse vom 04. Juli 1935.

Vier Antifaschisten waren während eines Literaturschmuggels in einen Hinterhalt gelockt wurden, wo die Gestapo das Feuer eröffnete. Nur Johannes Müller konnte in die CSR fliehen, die anderen drei wurden ermordet. Im Bericht der Gestapo heißt es dazu "Durch Vermittlung eines Vertrauensmannes war es den Beamten des Polizeipräsidiums Dresden gelungen, im Staatsforstrevier Hirschsprung-Altenberg einen Treff mit deutschen Kommunisten, die sich in der Tschechoslowakei als Emigranten aufhielten, zustande zu bringen." Die Antifaschist*innen reagierten auf die Ereignisse a der Schneise 31 mit größter Besorgnis. So schrieb die AIZ Nr. 37 vom 12. September 1935 "Gegen die braunen Menschenräuber muß sich ein Sturm der Empörung erheben. Die Wachsamkeit aller Antifaschisten muß verstärkt, die breiteste Abwehrfront gegen alle braune Provokation, gegen Spitzel- und Menschenraub-Methoden der Gestapo geschaffen werden."

 

Doch der Verräter wurde nie zur Verantwortung gezogen, andere zu Unrecht verurteilt. Die drei "Proletarischen Helden" blieben für lange Zeit in Erinnerung. Angehörige stellten nach dem 2. Weltkrieg eine Gedenkstele an der Schneise 31 zwischen Altenberg und Schellerhau auf, die später durch einen großen Gedenkstein ersetzt wurde.

An eben diesem Stein fand am 04. Juli 2015 - genau 80 Jahre nach der Ermordung - unsere Gedenkfeier statt. Nach der Begrüßungsrede wurden die Namen der Opfer des Nationalsozialismus aus der Region vorgelesen. Die Liste wurde durch den Pirnaer Historiker Hugo Jensch zusammengestellt und umfasst über 140 Namen. Kurzbiografien einzelner Personen finden sich auf der Internetseite www.augen-erinnern.de, die ständig erweitert wird.

Im Anschluss sprach dann Eva Mendl, die Tochter von Johannes Müller, zu den Anwesenden. Nach einem kurzen Auszug aus dem Roman "Die durch das Feuer liefen", den ihre Mutter geschrieben hatte, las Eva Mendl aus Briefen ihres Vaters vor, der neben dem Zuchthaus auch im Konzentrationslager inhaftiert war. Am Ende legten die Anwesenden Blumen am Denkmal nieder. Wir bedanken uns bei allen Gästen der Veranstaltung, insbesondere bei Eva Mendl, die für diesen Tag extra nach Altenberg gekommen war.

Quellen und weiterführende Informationen zu den Geschehnissen an der Schneise 31: Schindler, Achim: Rote Bergsteiger - Unterwegs auf ihren Spuren. Pirna, 2008 - Autorenkollektiv: Unsere Heimat unterm Hakenkreuz. Pirna, 2003


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