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Sentieri Partigiani 2014Im April 2006 waren zum ersten Mal Mitglieder unseres Vereins in Reggio Emilia. Seither kommen wir jedes Jahr in die Region, die mit dem Widerstand der italienischen Partisan_innen verbunden ist. Das Geschichtsinstitut ISTORECO organisiert mit den Sentieri Partigiani im September ein Wanderseminar durch das Apennin. So auch in diesem Jahr...

Im Anschluss an den Einführungsvortrag in der Gemeinde Busana, wanderte die Gruppe von über 100 Personen durch die umliegenden Gemeinden. Dabei trafen sie auch Giacomo Notari, den Präsidenten des Partisan_innenverbandes A.N.P.I. Er erzählte den Teilnehmenden seine Geschichte, die im Frühjahr 2015 beim Verlag Papy Rossa als Buch erscheinen wird.

Auch am Freitag trafen wir dann Giacomo, der sich unter dem Namen "Willi" dem Widerstand anschloss. Er berichtete vom Kampf um das Wasserwerk Ligonchio, den die Partisan_innen für sich entscheiden konnten. Dann wanderten wir vom Passo Pradarena auf 1900 m Höhe und über den Gebirgskamm zurück nach Ligonchio. Auf den rund 15 km genossen wir die phantastische Aussicht auf die Apuanischen Alpen und den Blick zur Küste von La Spezia.

Einen Tag später trafen wir dann Giovanna Quadreri, die sich als Partisanin in einer christlichen Einheit engagierte und den Kontakt zu den Alliierten hielt. Auch in den vergangenen Jahren trafen wir sie - manchmal mit ihrer älteren Schwester. Im letzten Jahr verstarb Laura. Umso wichtiger war auch unser Besuch auf dem Friedhof, wo über 100 Menschen im Gedenken an die Verstorbenen Partisan_innen "bella ciao" sangen. Giovanna "Libertá" und Laura "Foresta" gehörten zur 284° Brigade "Fiamme Verdi" (Grüne Flammen). Auf dem Weg zum Friedhof durchquerten wir den Fluss Secchia, der nach rund 170 km in den Po mündet.

Zu den vielen Zeitzeug_innen der letzten Jahre gehört auch Francesco Bertacchini, der seit über 20 Jahren an den Sentieri Partigiani teilnimmt. Er wurde im Juni 1926 geboren und kämpfte nach langer Odyssee in der 144° Brigade Garibaldi. "Volpe", wie er sich später nannte, ist der einzige Überlebende einer Einheit von Antifaschist_innen, die von Nazis ermordet wurden. Vor der beeindruckenden Kulisse der 1047 m hohen Pietra di Bismantova erzählte er, wie er mit seinem Freund Armardo zu den Partisan_innen kam. Einer seiner ersten Kommandanten war Camillo "Mirko" Marmiroli, der bis zu seinem Tod im April 2011 als Zeitzeuge auch bei den Sentieri auftrat. Der Besuch seines Grabes in Coviolo gehört seither zu unserer Reise dazu.

Der letzte Tag des Wanderseminars fand dann in Reggio Emilia selbst statt. Dort besuchten wir die ehemalige Synagoge und die ehemalige Präfektur der Stadt. Dort erzählte Giacomina Castagnetti ihr Geschichte. Als Mitglied der gruppi di difesa della donna (Frauenverteidigungsgruppen) ist sie bis zur Befreiung am 24. April 1945 aktiv. Das letzte Gespräch wurde dann mit Fernando Cavazzini geführt. In den ehemaligen Reggianer-Werken berichtete er, warum er sich dem Widerstand anschloss. Die Werke sind ein kleines Open-Air Museum der Graffiti-Kunst und eng verbunden mit der Geschichte von Fernando "Toni". Im September 1923 wurde er geboren und war später Chef der fliegenden Saboteurseinheit Demonio. Für seine Aktivitäten zeichnete ihn die Regierung Italiens mit der militärischen Verdienstmedaille in Bronze aus. Im nächsten Jahr wird über ihn ein Dokumentarfilm erscheinen.  
 
Die Sentieri Partigiani endeten mit großen Abschluss-Essen im Innenhof des ISTORECO, an dem auch die ehemaligen Partisan_innen teilnahmen. Neben den Köstlichkeiten der Bio-Bar gab es auch Lieder des Widerstand, die von einem regionalen Chor vorgetragen wurden.

...wir sehen uns im nächsten Jahr. saluti antifascisti!


28
Jul
K²-Kulturkiste
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Pirna
Zeit: 20:00

12
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-
Hohnstein
Zeit: 10:00

25
Aug
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Pirna
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Okt
Burg Hohnstein
-
Hohnstein
Zeit: 10:00

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Zeit: 18:00

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